12.09.2013

Champagner-Outlet im Sternedorf

Fuchtel beim äFlaggschiff Baiersbronnô / Gute Wirtschaftslage gut für Tourismus / Treffen mit Bürgermeister Ruf / Wahlzeit als Ideen- und Lernzeit / Was aus Buhlbach werden könnte

Champagner-Outlet im SternedorfZum Brainstorming geriet die Zusammenkunft von Bürgermeister Michael Ruf mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (rechts) in Baiersbronn.

Baiersbronn . Auch wenn das Sternedorf Baiersbronn mit seinen kulinarischen Highlights und dem qualitativ hochwertigen Übernachtungsangebot bestens aufgestellt ist, seien Anregungen für die Weiterentwicklung sehr gewünscht, sagte Bürgermeister Michael Ruf bei der jüngsten Visite des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel. Es lohne sich, mit ihm über Ideen und Visionen auch fernab der konkreten Gesetzesarbeit in Berlin zu reden, ermunterte der Bürgermeister den CDU-Politiker, der von einem „Flagg-Schiff“ des Tourismus sprach.

Fuchtel seinerseits wies darauf hin, dass “eine gute Wirtschaftslage gut für den Tourismus“ sei. Zum Nationalpark sagte er an die Adresse von Grün-Rot: “So kann man mit den Menschen vor Ort nicht umgehen. Ohne das Thema Nationalpark konnte dieser Termin natürlich nicht vorbeigehen. Hans-Joachim Fuchtel nannte es verheerend, wie Rede und Taten bei Grün-Rot in Stuttgart auseinanderklaffen. „Man hat in Sachen Bürgerbeteiligung besten Wein gepredigt und verabreicht jetzt untrinkbares Wasser." Bei einer so einhelligen Ablehnung dürfe der Nationalpark nicht kommen, unterstrich der CDU-Politiker.

Ansonsten sei für ihn Wahlkampfzeit auch Lern- und Ideenzeit, sagte Hans-Joachim Fuchtel. In  Baiersbronn sei man erfolgreich über Jahrzehnte mit der Zeit gegangen. Er nannte die S-Bahn-Anbindung oder auch die Hüttenkonzeption als Beispiele, von denen er „bis nach Berlin viel Gutes" höre.

Auf Ideen angesprochen sagte Fuchtel, dass er eine Entwicklung erwarte, wo „Drei-Generationen-Wandern“ verstärkt nachgefragt werde. Da Jung und Alt durch die moderne Arbeitswelt oftmals weit voneinander lebten, werde die Urlaubszeit zum Zusammensein  stärker genutzt werden. Baiersbronn habe bereits mit seiner Hüttenkonzeption Zeichen gesetzt. Es sei den Versuch wert, hier konzeptionell anzuschließen. Der „Etappenurlaub für drei Generationen“ durch den Schwarzwald als eine nächste Stufe sei überlegenswert. Hier könnte Baiersbronn einen Platz als „Highlight“ einnehmen.

Leider sei der Einstieg in eine solche Etappenwanderung mit „Verschnaufsoasen“ durch den Brand auf der Kamelfarm Rotfelden zurückgeworfen worden, aber erlebnisorientierte Stationen könnten Konzeptgrundlage sein. Bad Rippoldsau-Schapbach habe mit seinem Bärenpark ja bereits einen Anfang in der Region gemacht.

Der Staatssekretär lobte, wie man sich um einen Kulturpark Buhlbach bemühe. Da man es dort früher mit Flaschenproduktion zu tun hatte, empfahl er, mit den Champagner-Produzenten in Frankreich Kontakt aufzunehmen. Dies würde „von der Augenhöhe angemessen" sein und könnte verschiedene Optionen auslösen, von einem „Champagner-Outlet-Store im Sternedorf“ bis zu weiteren prickelnden Ideen. wie das Abfüllen von Flaschen durch die Gäste selbst unter fachmännischer Anleitung. In eine Ausstellung rund um die Herstellung des prickelnden Getränks ließe sich womöglich eine Kellerei als Sponsor einbinden. Dazu ließe sich das alte Gasthaus nutzen. Auf diese Weise verbinde man Tradition und Moderne.

An die Kinder hat Hans-Joachim Fuchtel gleich mitgedacht: Attraktiv könnte eine Art moderne Flaschenpost sein. Bürgermeister Ruf will die Ideen jetzt weiterverfolgen. Der Rathauschef: „Ein Gespräch mit Hans-Joachim Fuchtel hat schon oft interessante Anregungen gebracht“.

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