13.09.2013

Neue Strukturen im ländlichen Raum

Fuchtel nimmt vom Rathausbesuch in Glatten Anregungen für seinen Wahlkreis mit / Gespräch mit Bürgermeister Pfeifer

Neue Strukturen im ländlichen Raum In Glatten dazu gelernt: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (rechts) im Gespräch mit Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer.

Glatten . Wahlzeit ist Lernzeit, sagt der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel. Gelernt hat der Bundestagsabgeordnete bei seinem Besuch im Rathaus Glatten vor allem eines: Wer als Kommune das richtige Konzept für die Nahversorgung hat, ist für die Zukunft gut aufgestellt und bietet Alt wie Jung ein Wohnumfeld, das angenommen wird.

Da gibt es auf der einen Seite den Supermarkt am Ortsrand, der alle wichtigen Waren für den täglichen Bedarf in seinem Sortiment hat und auch angenommen wird, erläuterte Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer, und auf der anderen Seite den Bringservice für ältere Menschen. In Glatten denkt man sogar noch einen Schritt weiter: Der Rathauschef erläuterte dem CDU-Politiker auch gleich die Ideen für ein Seniorenheim mitten im Ort, das sich durch die Nähe zur Grundschule zu einer Art Mehrgenerationenhaus entwickeln könnte.

Das Grundstück dafür gehört bereits der Gemeinde. Nun werden Investoren gesucht. Die richtige Form der Finanzierung könnte auch über ein genossenschaftliches Modell erfolgen, brachte Fuchtel in die Diskussion ein. Auf jeden Fall soll das Seniorenheim einen Multifunktionsraum erhalten, in dem Begegnungen zwischen Alt und Jung möglich sind. Ein Anfang könnte zum Beispiel mit Lesepatenschaften gemacht werden, so Pfeifer.

Fuchtel plant ohnehin ein Forum für die Innerortsentwicklung der Kommunen in seinem Wahlkreis, bei dem ihm das Beispiel Glatten sehr gelegen kommt. "Wir müssen über neue Strukturen im ländlichen Raum diskutieren", sagte der Staatssekretär, "und voneinander lernen". Zum Erfolg gehören nachhaltige Strukturen, ist sich auch der Bürgermeister sicher. Dazu gehört in Fuchtels Augen das Nachdenken darüber, ob es nicht sinnvoll für alle Seiten ist, die Senioren, die noch in ihren eigenen vier Wänden wohnen, zum gemeinsamen Mittagessen einzuladen, anstatt sie allein zu lassen.

In Glatten ist nach wie vor die Breitbandversorgung ein wichtiges Thema, in das sich Fuchtel nach der Wahl mit einer dritten Breitbandkabel-Konferenz nochmals für alle Gemeinden in seinem Wahlkreis einschalten möchte, die noch nicht ausreichend an die Datenautobahn angebunden sind. Die ersten beiden Konferenzen in Haiterbach haben für einige Kommunen bereits Verbesserungen gebracht. Das sei aber noch nicht flächendeckend geschehen.

Eine der größten Vorhaben in den nächsten Jahren wird in Glatten das Gemeindeentwicklungskonzept sein. Er werde sich gerne mit Ideen und Hilfestellung einbringen. Glatten sei ohnehin bereits auf einem guten Weg, lobte Fuchtel. Ihm gefalle vor allem, dass Bürgerinnen und Bürger nach Absprache mit einem dringenden Anliegen auch mal nach Feierabend oder am Samstag ins Rathaus kommen können. "Das ist echte Bürgernähe", sagte der Bundestagsabgeordnete.

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