13.09.2013

Pflege stärker in Fokus rücken

Staatssekretär Fuchtel auf Tour zu den Patienten / Gespräch mit Schopflocher Diakoniestation

Pflege stärker in Fokus rücken Pflege braucht eine Lobby (von links): der Parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel, Pflegedienstleiterin Bärbel Leiser, Pfarrer Cornelius Kuttler, Geschäftsführerin Carmen Maier und Bürgermeister Klaas Klaassen bei der Schopflocher Diakoniestation.

Schopfloch . Die Pflege älterer und kranker Menschen soll noch stärker in den Fokus der Politik gerückt werden. Das ist das erklärte Ziel der CDU, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel bei einer Gesprächsrunde mit der Leitung der Diakoniestation Schopfloch sowie Vertretern des kirchlichen Trägers und des Krankenpflegevereins. Auch die Bundeskanzlerin habe bei ihrem Besuch in Calw sowie im Kanzlerduell nochmals deutlich betont, "dass wir im Pflegebereich noch mehr tun müssen."

Über finanzielle Forderungen allein komme man allerdings nicht weiter, sagte der Bundestagsabgeordnete, der sich vor dem Termin zur Überraschung des Teams in aller Herrgottsfrühe zunächst mit Pflegedienstleiterin Bärbel Leiser auf Patiententour gemacht hatte. "Ich möchte sehen, worüber wir sprechen", gab sich der Christdemokrat, der Pflege im eigenen Familienkreis aktuell persönlich miterlebt hat, pragmatisch. In der Vergangenheit sei die Pflegeproblematik, die wegen der Alterspyramide zunehme, stets verdrängt worden. Die CDU sei die einzige Partei in Deutschland, so Fuchtel, die sich der Thematik während ihrer Regierungszeit konkret angenommen und sie auch in ihrem aktuellen Parteiprogramm verankert habe.

Pflege habe zu wenig Lobby, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. Die Wertigkeit der Arbeit der vielen amtlichen und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer komme noch zu kurz. In diesem Zusammenhang kam auch zur Sprache, dass eine Pflege nach christlich geprägten Grundsätzen zeitlich aufwändiger sei, weil die Patienten viel Zuneigung erfahren. "Die Arbeit unserer Pflegekräfte wird immer wichtiger", betonte Geschäftsführerin Carmen Maier, weil die Patienten mehr Zuneigung bräuchten. Für die Finanzierung der Pflege leisteten bereits die Krankenpflegevereine im Hintergrund wertvolle Unterstützung.

Derzeit betreut die Schopflocher Diakoniestation 115 Patienten, Tendenz steigend, informierte Pflegedienstleiterin Bärbel Leiser. "Dabei ist uns als kirchliche Einrichtung wichtig, dass der Mensch bei dieser Arbeit wahrgenommen wird", betonte Pfarrer Cornelius Kuttler als Vorsitzender der Diakoniestation.  Die Verhandlungen mit den Kassen für eine bessere finanzielle Beteiligung an den Pflegedienstleistungen seien leider ins Stocken geraten, was auf Unverständnis stoße. Die Diakoniestation sei in den Gemeinden des Einzugsbereichs bestens verortet, erläuterte Bürgermeister Klaas Klaassen, Vorsitzender des örtlichen Krankenpflegevereins.

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