16.09.2013

Kaufmann auf Rädern

Fuchtel: Nahversorgung sichern / Mit Rüdiger Rudel im FrischeMobil unterwegs / Regionalkonferenz zur weiteren Klärung

Kaufmann auf RädernEng geht's her, aber die Auswahl ist groß: Rüdiger Rudel und Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel bedienen Kundinnen im FrischeMobel.

Region. Nach der Bundestagswahl wird Hans-Joachim Fuchtel eine Regionalkonferenz zur Nahversorgung der Bürger in den kleineren Gemeinden seines Wahlkreises abhalten. Das ist das Ergebnis verschiedenster Besuche auf Kleinmärkten, bei örtlichen Verkaufsstellen für Lebensmittel und jüngst der halbtägigen Begleitung von Rüdiger Rudels "Rollendes Lebensmittelgeschäft" durch die Dörfer seines Wahlkreises. Die Erkenntnis: Der Kaufmann auf Achse ist nicht nur Händler, sondern auch Sozialarbeiter, Seelentröster und wachsamer Mitbürger. Erfreulich für den CDU-Politiker: von über 80 Kunden erkannten ihn bis auf zwei alle sofort.

Nach dieser Tour empfiehlt der Parlamentarische Staatssekretär allen Kommunalpolitikern, eine solche Tour mitzumachen, denn sie bringe wichtige Aspekte zur Nahversorgung zum Vorschein. Kommen eine Stammkundin oder ein Stammkunde mal nicht zum Einkaufen, dann ist Rudel sofort hellwach und fragt, ob etwas passiert ist. Seit rund 25 Jahren tingelt der Kaufmann mit seinen Waren über Land. Doch das Geschäft wird schwieriger, sagt er dem Bundestagsabgeordneten, der ihn auf seiner Verkaufstour zwischen Neuweiler und Wildberg durch die vielen Teilorte begleitet.

Denn die Kunden stimmen mit den Füßen ab, ob das "Rollende Lebensmittelgeschäft" weiter bestehen kann. "Um zu verstehen, wie wichtig dieses Geschäft für die kleinen Orte und die Menschen ist, muss man es vor Ort gesehen haben", sagt Fuchtel.

Rudels Kunden sind Schichtarbeiter, die wenig Gelegenheit zum Einkaufen haben oder Menschen, die kein Auto besitzen. Zudem kaufen viele ältere Menschen und chronisch Kranke bei ihm ein. Sein "Rollendes Lebensmittelgeschäft" ist daher auch Kommunikationsplattform. Er spricht mit den Kunden und hört sich ihre Sorgen und Nöte an.

Für viele ältere Mitbürger ist das FrischeMobel die einzige Möglichkeit, noch selbstbestimmt einkaufen zu können, da sie die Supermärkte oft nicht mehr erreichen können. Rüdiger Rudel  nimmt auch Bestellungen an, wenn eine Kundin oder ein Kunde einen besonderen Wunsch hat. So hat er regelmäßig deutlich über 2000 Artikel im Angebot, die er sogar bis vor die Haustüre und manchmal auch in die Küche trägt. Kleinere Dienstleistungen, wie die Mitnahme von Briefen, erledigt er "ohne viel Tamtam", hat Fuchtel beobachtet.

Im Winter erfordert seine Arbeit noch mehr persönlichen Einsatz. Oft beginnt sein Arbeitstag bereits um 2 Uhr in der Früh auf dem Großmarkt in Karlsruhe, da er immer frische Ware anbieten möchte. Während er auf Tour ist, muss das Büro die Logistik für den kommenden Tag erledigen, um für Nachschub zu sorgen.

Rüdiger Rudel wünscht sich, dass mehr jüngere Menschen seinen Service annehmen. Dies wäre ein echtes Zeichen der Solidarität mit den älteren, sagt er. Denn der Umsatz geht stetig zurück, da viele ältere Kunden bereits verstorben sind und wenig neue nachrücken.

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