30.10.2013

Von Sulz am Eck in die weite Welt

Staatssekretär Fuchtel führt hohen Wirtschaftsrepräsentanten Hongkongs zu ABIG / Direktor Lee staunt über Fertigungstiefe

Von Sulz am Eck in die weite WeltDer Direktor des Wirtschafts- und Handelsbüros von Hongkong in Berlin, Dr. Ivan K. B. Lee (vordere Reihe, Dritter von rechts), besuchte die Firma ABIG in Sulz am Eck auf Vermittlung des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel (rechts).

Wildberg-Sulz am Eck. In über 60 Länder der Erde liefert die Firma ABIG ihre Künstler- und Hobbywerkzeuge. Dazu zählt auch die Handelsmetropole Hongkong, von wo aus der chinesische Markt bedient wird. Was lag da näher, als den Direktor des Wirtschafts- und Handelsbüros Hongkong in Berlin, nach Sulz am Eck zu führen. Dr. Ivan K. B. Lee hielt sich auf Vermittlung des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel zu Wirtschaftsgesprächen in der Region auf.

Der hohe Repräsentant Hongkongs staunte nicht schlecht über die Fertigungstiefe in dem mittelständischen Unternehmen, dessen Inhaber Konrad und Birgit Proß die Entstehung der einzelnen Produkte erläuterten. Sehr vieles, insbesondere die Spezialitäten und auch Artikel kleiner Stückzahlen, wird traditionell in Handarbeit produziert. Bei der Herstellung von Linolschnitt-Werkzeugen, Künstlerfarbwalzen und Handdruckpressen gehört ABIG mit zu den Weltmarktführern.

Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel verwies auf die hohe Innovationskraft der Eigentümerfamilie und ihrer Mitarbeiter, die sich in einer Marktnische international einen hervorragenden Ruf erarbeitet hätten. „Solche Unternehmer sind ein Aushängeschild für die Region“, sagte der Bundestagsabgeordnete, „sie geben weltweit durch ihre Leistungen automatisch auch eine Visitenkarte für den Nordschwarzwald ab.

Die Firma wurde 1956 von Werner Abig in Heidenheim gegründet. Den Anfang machten Linoleum-Schneidwerkzeuge für den Kunst- und Werkunterricht, die heute noch die wichtigsten Produkte sind. Über die Jahre wurde das Angebot erweitert, immer jedoch im Segment der Künstler- und Hobbywerkzeuge. Als reiner Hersteller vertreibt ABIG seine Produkte fast ausschließlich über Großhändler, Einzelhändler, Katalog- und Internetversender. Immer mehr Produkte werden im Gesundheitssektor, zum Beispiel in der Beschäftigungstherapie, eingesetzt.

1988 erwarben Diplom-Ingenieur Konrad und Birgit Proß das Unternehmen, um Produktion und Umsatz konsequent auszubauen. Die neuen Besitzer verlegten den Firmensitz nach Sulz am Eck, wo heute die gesamte Produktion und der Vertrieb angesiedelt sind. Seit der Übernahme wuchs die Belegschaft auf inzwischen 20 Personen.

Der Hauptabsatz geht ins europäische Ausland, aber auch Länder wie Südkorea, Australien, Chile, Brasilien, Kolumbien, Kanada, Südafrika, Benin, Burkina Faso, Türkei, Jordanien, Kuwait, Peru, Japan, Azoren-Inseln, USA und viele andere werden regelmäßig beliefert. 75 Prozent seines Umsatzes erzielt das Unternehmen über den Export. Neun von zehn Aufträgen werden innerhalb eines Werktages ausgeliefert, erläuterte Konrad Proß, „Qualität und Zuverlässigkeit made in Germany machen unseren nachhaltigen Erfolg aus.“

Für die Herstellung kommen von der Handstanze bis zu modernen computergesteuerten Maschinen und Vorrichtungen verschiedenste Produktionsmittel  zum Einsatz. Die Rohware bezieht das Unternehmen zu 95 Prozent in Deutschland. Im Jahre 2006 kam mit einem Gebäude im Industriepark Nagold-Gäu (ING) eine zweite Betriebsstätte hinzu. Heute hat die Firma ABIG über 350 eigenständige Produkte im Angebot.

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