03.02.2014

Philipp erlebt USA im Doppelpack

Mit 16 Jahren lernt Nagolder Schüler beide Seiten Amerikas kennen / Staatssekretär Fuchtel als Pate

Philipp erlebt USA im Doppelpack Philipp Deniz Liebscher und sein Pate, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, in dessen Berliner Abgeordnetenbüro.

Nagold. Philipp Deniz Liebscher ist gerade einmal 16 Jahre alt und hat doch schon beide Seiten der Vereinigten Staaten von Amerika kennenlernen dürfen. Möglich gemacht hat dies der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel. Der CDU-Bundestagsabgeordnete hat den jungen Nagolder nämlich für das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages vorgeschlagen. 

Der Juniorbotschafter der deutschen Politik, der auf Einladung des US-Kongresses für ein Jahr nach Amerika ausgewandert ist, hat bereits zwei Stationen erlebt. „Ein riesiges Dankeschön geht an dieser Stelle an Sie, Herr Fuchtel“, schreibt Philipp Liebscher deshalb seinem Paten im Bundestag, „ohne Ihre Unterstützung wäre mein Traum, ein Jahr in den Vereinigten Staaten zu leben, nie wahr geworden!“

Anfangs wohnte Philipp Liebscher in dem kleinen Ort Waynoka im Bundesstaat Oklahoma, „in the middle of nowhere“, wie die Amerika zu sagen pflegen. Der Wilde Westen pur eben. In einem Dorf mit 900 Einwohnern, zwei Tankstellen, einem Farmershop, einem Allzweck- und einem Lebensmittelladen sowie einer Bank geht nicht gerade die Post ab, musste Philip Liebscher bald schon erkennen. Eine komplett neue Erfahrung für den jungen Nagolder.

Denn immerhin ist man von Waynoka bis zur nächsten, 20.000 Einwohner zählenden Stadt satte zwei Stunden unterwegs! Die Waynoka Public School besuchen gerade einmal 279 Mädchen und Jungen. Doch das, sagt Philip Liebscher, der auch diesen Part der USA erleben durfte, sei eigentlich „die wahre Seite“ dieses schönen Landes, denn „so lebt der Großteil der Amerikaner“.

Dann der Umzug in einen Vorort von Dallas in Texas. McKinney McKinney mit seinen 140.000 Bürgern liegt im Dallas-Fort-Worth-Metroplex mit insgesamt zehn Millionen Einwohnern. Hier pulsiert das städtische Leben. Philipp Liebschers Schuldistrikt hat 28 Schulen mit mehr als 50.000 Schülern. Davon drei High School-Campus mit 10.000 Schülern. Der Nagolder gehört zu den „McKinney Lions“, jener High School, die von 2200 Jugendlichen seines Vorortes besucht wird.

Leben ist auch in seiner großen Gastfamilie, musste Philipp Liebscher gleich feststellen. Denn auf einen Schlag hat er acht neue Geschwister bekommen, während seine Familie in Nagold mit den Schwestern Tamara und Mia doch eher überschaubar ist. In Nagold besucht der junge Mann übrigens das Otto-Hahn-Gymnasium, wo er aktuell die Schulbank der zehnten Klasse drücken würde.

Auf das Parlamentarische Patenschafts-Programm war er durch das Internet aufmerksam geworden. Seine Cousine, die als Au-pair in den Vereinigten Staaten gelebt hatte, konnte ihm viel Positives berichten. Also bewarb er sich, wodurch sich sein Traum erfüllte. Denn „ich bin sehr interessiert am Leben der amerikanischen Menschen und an ihrem typischen ‚way of life‘. Um den Zuschlag zu erhalten, brachte er ideale Voraussetzungen mit. Denn Philipp Liebscher bringt sich außerhalb seiner Schulzeit ehrenamtlich in viele kirchliche Projekte ein, so beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM), bei der Kinderbibelwoche in Iselshausen, beim Evangelischen Jugendwerk und als Praktikant beim Arbeitsprojekt „Möbelladen“ der Erlacher Höhe in Nagold.

„Das hat mir sehr imponiert“, sagt der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel. Menschen, die sich schon in jungen Jahren für die Gesellschaft engagieren, haben eine besondere Förderung verdient. Auch in den USA engagiert sich der junge Austauschschüler für soziale Projekte.

Im Sommer wird Philipp Liebscher nach Hause zurückkehren. Doch bevor er wieder in der Heimat mit jeder Menge neuer Erfahrungen im Gepäck landen wird, feiert er noch am 24. Juni seinen 17. Geburtstag – in den USA und hoch über den Wolken auf seinem Heimflug. 

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