12.02.2014

Burnout-CafÚ für den Nordschwarzwald

Fuchtel ergreift Initiative / Voraussichtlich im neuen Theaterhaus / AOK sieht Bedarf und unterstützt Projekt

Burn-out-Café für den NordschwarzwaldDas Hinweisschild für das erste Burn-out-Café im Nordschwarzwald im Theaterhaus bei Calw ist schon fertig (von links): Ideengeber Hans-Joachim Fuchtel, AOK-Geschäftsführer Hartmut Keller und Theaterchef Wolfgang Pfrommer.

Calw-Altburg / Freudenstadt. Im gerade entstehenden Würzbacher Bauerntheater im Gewerbegebiet von Calw-Altburg wird voraussichtlich das erste Burn-out-Café im Nordschwarzwald entstehen. Die Initiative dazu hat der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel ergriffen. Dem CDU-Politiker ist es gelungen, für dieses Projekt Interesse bei verschiedenen Institutionen zu wecken. 

So zeigt die AOK Nordschwarzwald Interesse wie auch das Mehrgenerationenhaus in Freudenstadt. AOK-Geschäftsführer Hartmut Keller: „Wir haben eine steigende Zahl von betroffenen Mitgliedern unserer Krankenkasse. Daher sind wir an der Weiterentwicklung der Initiative interessiert. Der Vorschlag für den Ort klingt interessant“.

Derzeit wird noch gehämmert und gewerkelt auf der Baustelle beim Würzbacher Kreuz: Im Herbst nächsten Jahres empfängt das neue Theaterhaus die ersten Besucher. Schon einige Monate früher  könnten hier Menschen ein- und ausgehen, die spüren, dass sie ihr Leben neu ordnen sollten. Theaterchef Wolfgang Pfrommer: “Die Initiative kam frühzeitig genug, um sie in dem Gesamtkonzept zu berücksichtigen. Es wäre eine sehr unkonventionelle Ergänzung des gesamten Geschehens." Die Besucher würden automatisch auf das Angebot aufmerksam.

"Man muss sich dieser Menschen dringend annehmen", sagt Hartmut Keller, "wir können nicht tatenlos zusehen, dass diese Probleme immer stärker um sich greifen und müssen eine Antwort darauf haben." Die Gesundheitskasse hat als Präventionsmaßnahme das Programm "Leben in Balance" entwickelt, das im neuen Gesundheitscafé als erstes angeboten werden könnte. Mit Vorträgen, Workshops, Gesprächsrunden und Netzwerken soll vorgebeugt werden; die Besucher des Gesundheitscafés werden lernen, selbst aktiv gegen gesundheitliche Gefährdungen anzugehen.

Auf die Idee, ein Burn-out-Café im Nordschwarzwald zu etablieren, war Fuchtel durch die Begegnung mit dem Lachyogisten Thomas Kaiser gekommen, der ihn bei seinen sieben Jedermann-Partys "Rock-am-Stock“ im Wahlkampf begleitet hat. Bei mehreren Veranstaltungen hatten sich Burn-out-Betroffene eingefunden und sich ihm anvertraut. Einmal habe ein Betroffener seine Situation vor allen Teilnehmern geschildert. Der Gedanke, das erste Burn-out-Café im Altburger Gewerbegebiet im neuen Theaterbau zu realisieren, sei unter dem Gesichtspunkt gereift, dass es an einem Ort mit weiteren Angeboten stattfinden kann. 

 „Burn-out hat viele Facetten bezüglich seines Entstehens und seiner Überwindung", sagt Hans-Joachim Fuchtel. Deswegen müsse auch auf verschiedensten Ebenen den Gründen dafür begegnet werden. In der Politik, der Wirtschaft, aber auch mit der Schaffung von Infrastruktur vor Ort. "Ich möchte, dass im Nordschwarzwald frühzeitig etwas geschieht", so Fuchtel, "im Interesse der betroffenen Menschen."

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