24.02.2014

Den Weltmarkt nachhaltig erschließen

Auch die Politik engagiert sich für Internationalisierung der Region / Fuchtel und Engeser im Dialog mit IHK-Spitze

Den Weltmarkt nachhaltig erschließenDie Internationalisierung der Wirtschaft war Thema einer Gesprächsrunde in der Industrie- und Handelskammer in Pforzheim, an der unter anderem (von links) IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler, Landtagsabgeordnete Dr. Marianne Engeser und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel teilnahmen.

Pforzheim /  Calw / Freudenstadt. Zukunft und Arbeitsplätze der Firmen im Nordschwarzwald sind eng mit der Entwicklung des Weltmarktes verknüpft. Das wurde bei einem Arbeitsgespräch des CDU-Bundestagsabgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel sowie der Landtagsabgeordneten Dr. Marianne Engeser mit der Geschäftsführung der Industrie- und Handelskammer in Pforzheim umso deutlicher. Gerne nahm die IHK-Spitze das Angebot des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an, der Wirtschaft in der Region wertvolle Hilfestellung auf ihrem Weg in die Internationalisierung zu geben. 

Als Folge des hohen Exportanteils bedarf es zusätzlicher Anstrengungen für die Auslandsgeschäfte der Kammerbetriebe, waren sich die Gesprächspartner einig. Das BMZ habe dafür unterschiedlichste Instrumente entwickelt, betonte Staatssekretär Fuchtel. Ohnehin interessiere ihn schwerpunktmäßig die Anknüpfung der Unternehmen seines Wahlkreises Calw/Freudenstadt an internationale Projekte.

Vor diesem Hintergrund thematisiere die IHK die Internationalisierung verstärkt, erläuterte Wexel, der für die Außenwirtschaft zuständig ist. Kleinere Unternehmen seien nicht immer in der Lage, sich aus eigener Kraft den Weltmarkt zu erschließen. „Also schalten wir oft das starke Netz unserer Außenhandelskammern ein“, betonte Keppler. Das geschehe zum Beispiel am 20. Mai bei einer internationalen Konferenz in Dubai, bei der Unternehmen aus dem Nordschwarzwald Kontakte knüpfen sollen. Auf ihre Auftritte in der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate werden die Firmen der Region gezielt vorbereitet. Dankend nahm die IHK-Spitze Fuchtels Anregungen und auch das Angebot an, sich in die Zusammenführung mit wichtigen Wirtschaftsvertretern und die Organisation eines lukrativen Rahmenprogramms einzubringen.

Als weiteren Aufgabenschwerpunkt nannten Hauptgeschäftsführer Martin Keppler sowie die beiden Geschäftsführer Markus Wexel und Jens Mühleisen den Einsatz für eine neue Willkommenskultur im Blick auf das Anwerben von Fachkräften. Keppler verkündete dabei die neue Nachricht, wonach die IHK aktuell den Zuschlag für ein Wellcome-Center aus europäischen Fördergeldern erhalten habe. Damit ließen sich gezielt Facharbeiter und Nachwuchskräfte aus dem Ausland mobilisieren. Die neue Willkommenskultur werde auch von Vereinen nachhaltig unterstützt, so Fuchtel, der beispielhaft die Horber Kulturbrücke nannte.

IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler denkt über die Gründung eines internationalen Clubs in der Region nach, in der junge Arbeitskräfte und Auszubildende aus dem Ausland mit der deutschen Kultur in Berührung kommen. Auch könnten politische Stiftungen im Land wertvolle Beiträge leisten, lautete Fuchtels Vorschlag. „Wer heute einen ausländischen Mitarbeiter einstellt, sollte sich unbedingt Zeit für ihn nehmen“, machte der Abgeordnete darüber hinaus deutlich, wie wichtig die Identifikation der Unternehmer mit der Willkommenskultur ist.  

Im Landkreis Freudenstadt und im Enzkreis liegt der Exportanteil in einigen Firmen bei über 60 Prozent. Der Raum Horb sei durchaus mit Stuttgarter Verhältnissen vergleichbar, stellte Keppler klar. Von dieser Exportlastigkeit hänge der Arbeitsmarkt unmittelbar ab. Den Zulieferern in der Automobilindustrie werde häufig sogar abverlangt, ihren Auftraggebern an deren Standorte zu folgen.

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