24.04.2014

Der Wahlkreis als Vorzeigeobjekt

Staatssekretär Fuchtel wirbt bei Bundestagskollegen für den Fairen Handel / Freudenstadt, Horb und Bad Herrenalb dabei

Der Wahlkreis als VorzeigeobjektBeim Fairen Frühstück in Berlin lobte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (rechts) auch die Initiativen der Weltläden, vertreten durch Anna Hirt (links) und von Naturland, vertreten durch Agnes Bergmeister (Mitte), die ihm 45.000 Unterschriften für eine globale Ernährungswende aus der Kampagne „Öko + Fair ernährt mehr!“ überreichten. Foto: Forum Fairer Handel/V. Vasileva

Freudenstadt / Horb / Bad Herrenalb / Berlin. Zeichen für den Fairen Handel in Deutschland zu setzen, das ist das erklärte Ziel des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel. Deshalb hat der CDU-Bundestagsabgeordnete seine Kolleginnen und Kollegen im Bundestag zu einem fairen Frühstück eingeladen. Als Musterbeispiel dafür, wie sich die faire Idee auf regionaler Ebene engagiert umsetzen lässt, diente ihm in Berlin vor allem eine Stadt aus seinem Wahlkreis: „Ich freue mich, dass sich in Freudenstadt so viele Bürger für den Fairen Handel begeistern“, sagte Fuchtel.

Doch nicht erst seit seiner Berufung zum Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist für den Politiker aus dem Nordschwarzwald der Faire Handel ein wichtiges Anliegen. „Fairer Handel trägt direkt dazu bei, Produzenten aus häufig extremer Armut zu befreien“, sagte der Abgeordnete des Wahlkreises Calw/Freudenstadt. Deshalb werde er sich in Zukunft noch mehr dafür engagieren. Der Faire Handel unterscheide sich wesentlich von anderen Nachhaltigkeitssystemen, sei doch durch ihn garantiert, dass tatsächlich der sogenannte faire Preis bezahlt werde, der über den üblichen Weltmarktpreisen liege.

Das biete Planungssicherheit für die Kleinbauern und ermögliche zusammen mit einer Prämie Investitionen. Dadurch könnten zum Beispiel die Weiterqualifizierung, die Umstellung auf Biolandbau und Entwicklungsprojekte finanziert werden. „Somit profitieren ganze Dörfer in sozialer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht“. 2012 betrug der Absatz von fair gehandelten Produkten in Deutschland 650 Millionen Euro. „Das entspricht erfreulicherweise einem Wachstum von 36 Prozent“, betonte Fuchtel.

Das Faire Frühstück ist eine Veranstaltung des Forums Fairer Handel, dem bundesweiten Netzwerk des Fairen Handels. Damit seine Kolleginnen und Kollegen im Bundestag in ihren Wahlkreisen für den fairen Handel werben, führte der Abgeordnete gleich drei Beispiele aus dem Nordschwarzwald an. Denn neben Freudenstadt sind auch Horb und Bad Herrenalb Fair Trade-Städte geworden. Sie sind drei von 120 anerkannten Städten in Deutschland. „Ich wünsche mir und Ihnen, dass noch mehr Kommunen dazu kommen“, sagte der Parlamentarier, damit der Faire Handel vor Ort intensiver gefördert werde.

Das BMZ habe begleitend zur Kampagne von TransFair e. V. den Wettbewerb „Hauptstadt des fairen Handels“ ausgeschrieben. Freudenstadt habe als erste Stadt im Schwarzwald 2011 die Auszeichnung „Fairtrade-Town“ erhalten. Das breite Aktionsbündnis aus engagierten Bürgern und Stadtverwaltung trage die Idee bis in die Schulen, was dazu führe, dass sich junge Menschen mit Projekten für die gemeinsame Sache engagierten. Die Stadt Freudenstadt verwende bei der öffentlichen Beschaffung keine Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit mehr. Im Rathaus und bei öffentlichen Sitzungen würden ausschließlich fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt.

Auch im BMZ, sagte Fuchtel, trinke man fair gehandelten Kaffee. So leiste auch das Ministerium seinen Beitrag, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern. Der Faire Handel mit dem Fairtrade-Siegel unterstützt weltweit bereits rund 1000 Organisationen von Kleinbauern und Plantagen in mehr als 60 Ländern. Damit würden weltweit mehr als 1,4 Millionen Bauern und Arbeiter unterstützt und ihre Menschenrechte in internationalen Zulieferketten gestärkt. Vom 12. bis 16. September habe das BMZ wieder die Faire Woche mit mehr als 5000 Veranstaltungen von Weltläden, Aktionsgruppen, Supermärkten, Kantinen und Einzelpersonen unter dem Motto „Fair vor Ort“ ausgerufen.[Druckversion]