26.06.2014

Handwerk und Politik auf Augenhöhe

Unternehmerrunde mit Abgeordneten in Berlin / Präsident Möhrle lobt Staatssekretär Fuchtels Ausbildungsbrücke

Handwerk und Politik auf AugenhöheHandwerk und Politik im Berliner Dialog (von links): Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle aus Freudenstadt, Hauptgeschäftsführer Gerd Lutz (Handwerkskammer Karlsruhe), der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Präsident Joachim Wohlfeil (Handwerkskammer Karlsruhe).

Freudenstadt / Calw / Karlsruhe / Reutlingen / Berlin. Die Gespräche mit den Abgeordneten der CDU-Landesgruppe in Berlin hatten für die Vertreter des baden-württembergischen Handwerks in diesem Jahr besondere Bedeutung. „Wir wollten vor allem hören, wie die Politiker im Zuge der großen Koalition ticken“, sagt Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle aus Freudenstadt. Der Präsident der Handwerkskammer Reutlingen begrüßt wie sein Kollege Joachim Wohlfeil aus Karlsruhe, dass der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel die Sorgen des Mittelstands um die Entwicklung des ländlichen Raumes teilt. 

Vor allem mache sich der Bundestagsabgeordnete aus dem Nordschwarzwald um die Bekämpfung des Fachkräftemangels verdient, so die beiden Kammerpräsidenten. Denn der Politiker bringe sich durch innovative Ideen in die Diskussion ein, bemühe sich verstärkt darum, hiesige Berufsschulklassen, die mangels Schülerzahlen vom Aussterben bedroht sind, durch junge, ausbildungswillige Leute aus Süd- und Osteuropa zu füllen. Dadurch entstehe eine Win-win-Situation innerhalb Europas, ist Joachim Möhrle wie der Ideengeber Hans-Joachim Fuchtel selber überzeugt.

Denn auf der einen Seite könnten so auch Fachkräfte für den deutschen Markt gewonnen werden; andere würden mit ihrer guten, deutschen Ausbildung in die Heimat zurückkehren, um dort Aufbauhilfe für die Wirtschaft zu leisten. Ganz abgesehen davon, dass man mit dieser Initiative den jungen Menschen in Süd- und Osteuropa angesichts dortiger, gravierender Jugendarbeitslosigkeit neue Perspektiven geben könne.

Die jährlichen Gespräche mit der CDU-Landesgruppe sind derweil für Joachim Möhrle vor allem deshalb wichtig, „weil wir als Partner ernst genommen werden und wir unsere Vorstellungen einbringen können.“ Die Handwerker wurden von den Unternehmerfrauen sowie dem Sparkassenverband und dem Verband der Genossenschaftsbanken begleitet.

Zur Energiepolitik trugen die Unternehmer die Bitte vor, dass die kleinen und mittelständischen Betriebe durch die Energiewende nicht noch stärker belastet werden dürften, sonst entstünden im Vergleich zu den Konzernen Ungerechtigkeiten am Markt. Eine steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung gehöre nach wie vor auf die politische Agenda.

Auch trugen die Handwerker ihre klaren Positionen zur Alters- und Mütterrente vor, die die Beitrags- und Steuerzahler belasten würden. Sie appellierten an die Politiker, dass denjenigen, die einer geregelten Arbeit nachgingen, ein ausreichendes Einkommen für ihren Lebensunterhalt zur Verfügung stehen müsse. Die Unternehmer begrüßten, dass laut Koalitionsvertrag eine Gesetzesänderung vorgesehen sei, die Handwerker nicht pauschal auf den Folgekosten von Produktmängeln sitzen zu lassen. Außerdem habe der Bund einen aus Sicht des Handwerks deutlich verbesserten Vorschlag zur Umsetzung der Zahlungsverzugs-Richtlinie vorgelegt.  

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