30.06.2014

Inklusion in der Wirtschaft voranbringen

Fuchtel schlägt Sonderpreis für engagierte Unternehmen vor / Einsatz für Menschen mit Behinderung verdient Anerkennung / Arbeitskräftepotenzial einbeziehen

Inklusion in der Wirtschaft voranbringenEinen Sonderpreis Inklusion in der Wirtschaft möchten (von links) IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel ausloben.

Pforzheim /  Calw / Freudenstadt. Der allgemeine Arbeitsmarkt darf nach Ansicht des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel Menschen mit Behinderung nicht verschlossen sein. Deshalb setzt er sich seit Jahren für die Inklusion am Arbeitsplatz ein. Mit dem Vorschlag, einen Sonderpreis Inklusion in der Wirtschaft auszuloben, macht der CDU-Bundestagsabgeordnete im Nordschwarzwald erneut einen Vorstoß, die Integration behinderter Menschen in das Erwerbsleben voranzubringen. 

Seine Idee machte Fuchtel erstmals bei einem Arbeitsgespräch mit dem Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), Martin Keppler, zum Thema. Die Selbstverwaltung der regionalen Wirtschaft habe großes Interesse daran, diesen Themenkomplex weiter zu entwickeln, machte der IHK-Chef deutlich. Auch stimmte er mit Fuchtel darin überein, dass es nicht nur darum gehe, Menschen mit Behinderung dabei zu helfen, ihr Recht auf Arbeit laut Artikel 23 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, einzufordern. Es sei auch an der Zeit vor dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel endlich zu erkennen, dass bislang ignorierte Potenziale stärker in die Wirtschaftswelt einbezogen werden müssen.

Im Nordschwarzwald gebe es erfreulicherweise genügend gute Beispiele dafür, wie Inklusion gelinge könne, wenn man sie richtig angehe, hat Fuchtel nach eigenen Worten bei seinen zahlreichen Firmenbesuchen in der Region erfahren. Er empfahl in die neue Publikationsreihe der IHK ein Projekt aufzunehmen, das aufzeige, wie sich Unternehmen in der Region für die Inklusion auf dem Arbeitsmarkt bereits jetzt engagieren. Das könne mit der Auslobung eines Sonderpreises verbunden werden.  

Martin Keppler zeigte sich sehr aufgeschlossen gegenüber der Idee des Bundestagsabgeordneten. „Mit der Auslobung eines solchen Sonderpreises könnte man verstärkt bei den Unternehmen in der Region für die Inklusion werben“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Vorzeigeunternehmen auf diesem Gebiet wie die Firma Prontor in Bad Wildbad, die gemeinsam mit den Gemeinnützigen Werkstätten und Wohnstätten (GWW) ein Pilotprojekt gestartet habe, würde es ja bereits im Nordschwarzwald geben. Solche „Leuchttürme der Inklusion“ könnten damit ausgezeichnet werden.

Artikel 27 der UN-Konvention aus dem Jahr 2008 bekräftige den Anspruch von Menschen mit Behinderung auf ein gleichberechtigtes Recht auf Arbeit, mit der sie auch ihren Lebensunterhalt verdienen könnten, so Fuchtel. Dazu gehöre ein offener, integrativer und für Menschen mit Behinderung zugänglicher Arbeitsmarkt. Viele behinderte Menschen müssten jedoch noch immer für zu geringe Löhne arbeiten oder seien arbeitslos. „Arbeit zu haben, bedeutet auch, einen Platz in der Gesellschaft zu haben, soziale Anerkennung zu erfahren und gebraucht zu werden“, sagte der CDU-Abgeordnete. Das gelte gerade auch für Menschen mit Behinderung.

Ganz abgesehen davon, so Fuchtel dass die Gesellschaft aus volkswirtschaftlicher Sicht froh sein müsse, wenn sich Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz suchen. Denn dann würden sie eigenständig für ihren Lebensunterhalt sorgen und seien nicht auf staatliche Leistungen angewiesen.

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