17.07.2014

Fuchtel beschert volles Haus

Staatssekretär bei VHS in Calw zum Vortrag / Einblick in gelebte deutsch-griechische Partnerschaft / Kein Lehrbuch vorhanden / Kommunen als Schatzkisten sehen / Positive Ergebnisse sichtbar

Fuchtel beschert volles HausEin volles Haus hat die Volkshochschule in Calw, als der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel über seine Arbeit für und in Griechenland berichtet.

Calw. Der Saal der Volkshochschule (VHS) in Calw war bis auf den allerletzten Platz gefüllt. VHS-Leiter Sebastian Plüer sprach von einem außergewöhnlich großen Interesse am Vortrag des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel. Erstmals gab „Merkels Geheimwaffe in Griechenland“ – wie eine große, überregionale Tageszeitung über einem ganzseitigen Artikel titelte – in seinem Wahlkreis einen Bericht über seine Arbeit.

Er finde es bemerkenswert, sagte Plüer, mit welcher Energie von deutscher Seite die Zusammenarbeit erfolge. Der Redner selbst sprach von immer sichtbarer werdenden Fortschritten. Was in der Aufforderung an die reichlich anwesenden Unternehmer gipfelte, es mit den Griechen doch wieder stärker zu versuchen. Fuchtel stellte die Rolle der Bürgermeister und Landräte aus ganz Deutschland als konstante und phantasievolle Begleiter heraus. Sich selbst bezeichnete er als „Glied im immer größer werdenden Netzwerk“. Man habe es weitgehend geschafft, dass Griechenland wieder aus den Negativ-Schlagzeilen verschwunden sei. 

Fuchtel, der inzwischen über 120 Fernsehinterviews in Griechenland gegeben hat und über dessen Wirken in großen Reportagen über Europa hinaus berichtet wird:  „Wir brauchen ein stabiles Europa mit gut funktionierenden Außengrenzen.“ Das sei wichtig für elementare europäische Errungenschaften wie die Freizügigkeit. Über solche Aspekte werde viel zu wenig geredet. Europa müsse im Blick auf die weltweite Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung zusammenstehen.

Der Redner weiter: „Unsere Kommunen sind wahre Schatzkisten. Gemessen am Standard in der Welt sind sie sehr modern aufgestellt und verfügen über Erfahrungen, die mit viel Geld der Steuerzahler erarbeitet wurden. Was hindert uns daran, diese Erfahrungen ein zweites Mal dort einzusetzen, wo Freunde davon etwas haben?“ Man habe Methoden gefunden, wie dies in der Praxis funktionieren könne und eines der positivsten Resümees sei, dass „es in Deutschland so viele Menschen gibt, die daran mitwirken“.

Tatsächlich sei es der Know-how-Transfer von der Mitte Europas in den Süden, der hinsichtlich Zukunftsperspektiven gefragt sei. Mit diesem Wissen von der Basis were der gemeinsame Bau europäischer Zukunft beschleunigt. Fuchtel: „Es müssen doch nicht alle Fehler wiederholt werden, die uns teuer zu stehen kamen. Beschleunigung der Entwicklungsprozesse ist angesagt. Hier liegt der Mehrwert!“ Dadurch wachse die Chance, wieder mehr Arbeitsplätze zu gerieren und wirtschaftliche Verbesserungen zu erreichen.

Das Prinzip der Deutsch-Griechischen Versammlung (DGV) sei, von Mensch zu Mensch unbürokratisch zusammenzuarbeiten und Experten gleich mitzubringen. Über dieses Engagement von Denkern und Machern, darunter viele Unternehmerinnen und Unternehmer, kam Fuchtel fast ins Schwärmen. Denn sie bewiesen hundertfach die Kunst des Zuhörens und zeigten Gesten echter Freundschaft. Fuchtel: „Wir müssen dieses Europa wieder an den Wurzeln zusammenbinden“.  

Das von der DGV entwickelte „Baukastensystem“ biete Lösungsansätze für die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene. Der Inhalt der Schubladen reiche von touristischen Konzepten bis zur Beseitigung von Müllbergen. Selbst Vereine seien aktiv.

Früchte des Erfolges gebe es auch auf deutscher Seite: Junge, griechische Ärzte arbeiten im Freudenstädter Krankenhaus, Arbeitsstellen im Tourismus können wieder besetzt werden und junge Griechen absolvieren ihre Lehre bei einer Nagolder Bank.

„Zuhören, Sehen, Verstehen, Umsetzen!“ Nach dieser Devise werden dutzendfach Menschen und Projekte zusammen gebracht und täglich werden es mehr – mit bescheidenem Etat und immer offen für neue Ideen. So gebe es zwischenzeitlich auch eine äußerst gute Zusammenarbeit mit der orthodoxen Kirche bis hin zu regelmäßigen Treffen mit Erzbischof Hieronymos II in Athen. Persönlichkeiten wie der in Griechenland hoch verehrte Otto Rehhagel seien im Team. Fuchtel: „Für diesen Weg gab es kein Lehrbuch und gibt es auch keine Alternative. In Krisenzeiten müssen Menschen zusammenstehen.  Diese Hilfe zur Selbsthilfe ist nebenbei auch noch günstiger als jede Machbarkeitsstudie“.

[Druckversion]