04.08.2014

Unter die LeutĹ gehen

Neues Format für Bürgerkontakt / Staatssekretär Fuchtel startete bei Dirk Vialkowitsch / Hier: Praxisbeispiele zu Schwierigkeiten mit dem Entsendegesetz / Konkrete Themen gefragt

Unter die Leut‘ gehenKompetenz einbeziehen in politische Entscheidungsfindungen - dem möchte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (links) durch sein neues Format “Unter die Leut gehen“ mehr Bedeutung verschaffen. Hier der Start mit dem Nagolder Unternehmer Dirk Vialkowitsch.

Nagold. Ohne große öffentliche Ankündigung begann der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel gleich zu Beginn der parlamentarischen Sommerpause mit seinem neuen Veranstaltungsformat „Unter die Leut‘ gehen“. Der Start erfolgte in Nagold bei der Firma von Dirk Vialkowitsch. Es ging um das Entsendegesetz, von dem der stark wachsende Betrieb unmittelbar betroffen ist. 

Man lerne immer noch dazu, so Hans-Joachim Fuchtel. Das gelte auch für die Dialogstruktur. In jüngerer Zeit kämen vermehrt Bürgerinnen und Bürger auf ihn zu, die schlichtweg auf Entwicklungen in ihrem Erfahrungsfeld aufmerksam machen wollten. Das sei sehr konstruktiv und müsse aufgegriffen werden, befand der CDU Politiker. Flugs erfand er für seine Wahlkreisarbeit das neue Format und begann unverzüglich mit der Umsetzung.

Aus örtlicher Erfahrung auf Auswirkungen der Gesetzgebung ganz konkret aufmerksam zu machen, das – so Hans Joachim Fuchtel – „ist die beste Bürgerbeteiligung die ich kenne.“ Sein Sommerprogramm im Wahlkreis werde vor allem darin bestehen, “unter die Leut‘ zu gehen“ und zuzuhören, um die Fragen weiterzutragen und im zweiten Schritt die jeweiligen Fachpolitiker vor Ort zu holen. Fuchtel: “Dieser zweite Schritt ist das neue am Vor-Ort-Dialog, was dann auch den Einsatz aller Beteiligter lohnt.“

Der Nagolder Dirk Vialkowitsch ist so ein Unternehmer, den er auf Grund seines beruflichen Engagements gerne mit bekannten CDU-Politikern an einen Tisch bringen würde. Dazu zählen der arbeitsmarkt- und sozialpolitische Sprecher der Union, Karl Schiewerling, zugleich Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Arbeit und Soziales“, ebenso wie Vorsitzender Carsten Linnemann von der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) und der CDU-Abgeordnete Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion im Bundestag.

Vialkowitsch hat vor über 13 Jahren, zunächst als Einzelkämpfer, den Grundstein für die äußerst erfolgreiche vacos GmbH gelegt. Der geschäftsführende Alleingesellschafter unterstützt mit seinem 50-köpfigen, jungen Team Großkunden mit schneller IT-Kompetenz für Diagnose und Steuersysteme, um ihnen visionäre Lösungen zu liefern. Das Leistungsspektrum erstreckt sich von der Beratung über Softwareentwicklung bis hin zum Personalmanagement.

„Es ist höchst respektabel, mit welch überdurchschnittlichem Erfolg sie ihre Firma aufgebaut haben“, sagte der CDU-Abgeordnete, den der Diplom-Ingenieur in den Industriepark Nagold Gäu eingeladen hatte. Konkret warb der Unternehmer um eine differenziertere Betrachtung der Entsendung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Unternehmen. Es gebe verschiedene Fallgestaltungen, die man differenzierte sehen müsse, ist seine Praxiserfahrung. Kleine und mittelständischen Unternehmen dürften durch Gesetzgebung und deren Handhabung nicht zum Spielball der großen Konzerne werden.

Gerade für Mittelständler sei die frühzeitige Teilnahme am Dialog noch aus anderem Grund wichtig: Je nachdem wie die Politik damit umgebe, müsse er sein Unternehmen entsprechend ausrichten, um langfristig zu bestehen. Er begrüße daher den von Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel eingeschlagenen Weg. Dieser sagte abschließend dazu: “Ich weiß, dass dieses Vorgehen mehr Arbeit macht, aber wir brauchen solche neuen Formate, damit die Vorteile von Demokratie zur ganz konkreten Anwendung kommen und Frustration abgebaut wird.“ 

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