05.08.2014

Von Schopfloch an die Pazifikküste

Lukas Hornberger ist zu seinem Austauschjahr in Tacoma gestartet / Staatssekretär Fuchtel drückt ihm als Pate die Daumen

Von Schopfloch an die PazifikküsteLukas Hornberger ist in Frankfurt zu seinem einjährigen Austauschjahr in den USA gestartet. Sein Pate im Deutschen Bundestag, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, freut sich für ihn.

Schopfloch. Den Schwarzwald hat Lukas Hornberger für ein Jahr mit dem Leben an der Pazifikküste eingetauscht. Ein bisschen Wehmut, gesteht sich der 21-jährige ein, ist schon dabei, als er am Dienstag den Flieger in Frankfurt besteigt. Doch letztendlich überwiegt die Freude über die Möglichkeiten, die sich dem jungen Schopflocher jenseits des Atlantiks bieten. Sein Pate ist der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel. 

Lukas Hornberger ist einer von deutschlandweit 75 Berufstätigen, die als Jugendbotschafter in die USA fliegen. Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) landet er zunächst in New York, wo er auf sein Austauschjahr im Bundesstaat Washington vorbereitet wird. Seit wenigen Tagen weiß er auch, wo er künftig wohnen wird: bei Mary, einer 67-jährigen Rentnerin in Spanaway. Und er wird ab Herbst am Clover Park Technical College in Lakewood studieren. Seinen 22. Geburtstag feiert Lukas Hornberger am 11. April 2015 in den USA.

Doch zunächst stehen ihm vier ereignisreiche Tage an der Ostküste und in der bevölkerungsreichsten Stadt der Vereinigten Staaten bevor. Erst in der zweiten August-Hälfte wird Lukas Hornberger in Seattle im Nordwesten der Vereinigten Staaten ankommen. Was dazwischen passiert? „Ich lasse mich einfach überraschen, wo es mich hin verschlägt“, sagte Lukas Hornberger kurz vor seinem Abflug, „ich bin offen für alles“.

Mary, so viel wisse er schon, sei eine erfahrene Gastgeberin, bei der schon einige Austauschschüler leben durften. Offenheit ist ohnehin eine der wichtigsten Voraussetzungen, um sich auf das Abenteuer einzulassen, weiß der Schopflocher aus Gesprächen mit einigen jungen Menschen, die schon dabei waren.

Lakewood und Spanaway sind Vorstadtgebiete von Tacoma, einer Hafenstadt, die eine Stunde südlich von Seattle liegt. Ihr Hafen hat eine sehr große Bedeutung, sowohl für die Region als auch für die gesamten USA und den pazifischen Raum. Mit 17 Millionen Tonnen Umschlag ist er der sechstgrößte Containerhafen Nordamerikas und damit einer der Hauptarbeitgeber der Region, in der Lukas Hornberger studieren und im nächsten Jahr auch arbeiten wird. Die Narrows-Brücke von Tacoma ist übrigens eine der längsten Hängebrücken der Welt. Tacoma liegen am sogenannten Puget Sound, einer weit verzweigen Meeresbucht. Das Gebiet gilt als das dicht besiedeltste im Bundesstaat Washington.

In Geisa an der früheren Grenze zur DDR waren Lukas Hornberger und die anderen 74 Jugendbotschafter bestens auf ihren USA-Aufenthalt vorbereitet worden, sagt der junge Schopflocher. Das Team verstand sich auf Anhieb so gut, dass man sich schon einen Tag vor dem Abflug in einem Frankfurter Hotel verabredete, um noch gemeinsam etwas zu erleben. Doch schon in New York werden sich ihre Wege trennen. Denn von dort werden die Jugendbotschafter in alle Ecken der Vereinigten Staaten reisen, wo sie dann auf ihre Gastgeber treffen.

Für die Freunde und die Familie gab es in Schopfloch extra noch ein kleines Abschiedsfest und auch mit den Kolleginnen und Kollegen von seinem bisherigen Arbeitgeber in Bildechingen hat er sich auf Amerikanisch mit einer Runde Hamburger verabschiedet. Zuvor hatte der junge Mann zielstrebig noch seine Abschlussprüfung für die Fachhochschulreife absolviert. Ab 2016 wird sie die Grundlage für sein Studium in Deutschland sein.

„Ich wollte schon immer gerne im Ausland meinen Wissenshorizont erweitern!“, sagt Lukas Hornberger. Für ihn freut sich auch sein Pate, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, dass dieser Traum nun in Erfüllung geht: „Ich drücke Lukas ganz herzlich die Daumen“, sagt der Bundestagsabgeordnete, „damit er möglichst viele Eindrücke mit nachhause nehmen kann.“ 

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