07.08.2014

Aufgabe für Menschen mit Feingefühl

Staatssekretär Fuchtel auf Einzelhandelstour / Gespräch mit neuem Citymanager / Vorschläge für Entwicklung der Stadt

Staatssekretär Fuchtel auf Einzelhandelstour Beginn seines neuen Dialogformats „Unter die Leut gehen“ in Horb. Hier startete Hans-Joachim Fuchtel auf Einzelhandelstour (von links): Stadtmarketing-Chef Martin Scherer, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Weinhändler Martin Dörr und Citymanager Bernd Mathieu.

Horb. Eine „Aufgabe für Menschen mit Feingefühl“ ist nach Ansicht des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel die Belebung der Einkaufsstadt Horb. Der CDU-Bundestagsabgeordnete traf sich auf Anregung von CDU-Chef Thomas Kreidler mit dem neuen Citymanager Bernd Mathieu und Stadtmarketing-Chef Martin Scherer, um anschließend zu kommentieren: „Wegen der vor ihnen liegenden Arbeit beneide ich sie nicht!“  

Gleich zu Beginn der parlamentarischen Sommerpause ist der Politiker mit seinem neuen Veranstaltungsformat „Unter die Leut‘ gehen“ gestartet (siehe auch: „Fuchtel geht unter die Leut‘“). Demgemäß begab sich der Abgeordnete jetzt in Horb auf Einzelhandelstour zu Ladenbesitzern, um mit ihnen über ihre Situation zu sprechen. Horb kennt der Politiker noch wie seine Westentasche - ist er in der Unterstadt doch einige Jahre aufs Gymnasium gegangen, als seine Familie noch in Eutingen wohnte.

Während der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Kreidler die Umsetzung eines Zukunftskonzepts eng mit der Lösung des Horber Verkehrsproblems verknüpft sah, mangelt es in der Neckarstadt aus Sicht des Marketing-Chefs auch daran, dass manche Branchen nicht mehr abgedeckt werden. Gleichwohl habe die Gartenschau die Aufenthaltsqualität in der Neckarstadt nachhaltig verbessert sowie Schwung in Gastronomie und Einzelhandel gebracht.

Rasche Erfolge könnte man aus Scherers Sicht mit der Weiterentwicklung der Fußgängerzone Hirschgasse erzielen. Außerdem liegen aktuell die Ergebnisse des Planungswettbewerbs zur Zukunft der Innenstadt vor. Bernd Mathieu setzt zunächst auf die Stärkung des Wir-Gefühls, das neue Gutscheinsystem für den Einzelhandel und einen neuen optischen Auftritt, der Autoaufkleber, Druckerzeugnisse und Internetauftritt einschließt.

Staatssekretär Fuchtel riet, intensiver nach Alleinstellungsmerkmalen zu suchen. Das könnte mit dem „Horber Paket“ für Motorradfahrer, die kurzfristig in der Stadt am Neckar übernachten wollen, ebenso erreicht werden wie mit Aktivitäten, die bis zur Einbindung von Gastronomie, Kulturszene und Kulturbrücke reichen.

Dass in den letzten Jahrzehnten zurückgewichene Tourismusgebiet sollte wieder bis an die Autobahn herangeführt werden, so Fuchtel. Eine von ihm organisierte Tagesfahrt mit 50 baden-württembergischen Busunternehmern im Kreis Calw habe ihm deutlich vor Augen geführt, dass die Szene offen für ansprechende Angebote sei, die neben kulturellen und gastronomischen auch Shopping-Ziele einbinden.

Deshalb stelle sich die Frage, wie man die Wirtschaft stärker in das touristische Geschehen einbinden könne. Dabei müssten die anzusteuernden Outlets nicht unbedingt direkt in der Stadt sein. Auch würden Hausmessen örtlicher Firmen meistens zu wenig Beachtung in der touristischen Nacharbeit finden. Der Trend zurück zur Natur, was sich beispielsweise in Ferien auf dem Bauernhof widerspiegle, biete noch erhebliches Potenzial. Eine intensivere Vernetzung tue gut. Fuchtel regt zum Beispiel einen Outlet-Führer für den Nordschwarzwald an. Der Politiker ist der Meinung, dass mancher Tagestourist, wenn er erst mal das richtige Paket an die Hand bekomme, als Feriengast wiederkommen würde. Mit mehr Tourismus werde den Einzelhändlern und Gastronomen geholfen. 

 

Aufgabe für Menschen mit Feingefühl Vorzeigebetrieb mit pfiffigem Sortiment (von links): der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Heiderose Raible, Stadtmarketing-Chef Martin Scherer und Citymanager Bernd Mathieu bei Raible Wohnideen in Horb.

 

An den täglichen Mühen der Einzelhändler fehle es nicht, fasste Fuchtel das in Horb vor Ort Angetroffene zusammen. So habe ihn bei Weinhändler Martin Dörr beeindruckt, wie groß dessen Sortiment an der Mühlener Straße ist. Am oberen Markt gebe es mit Raible Wohnideen geradezu einen Vorzeigebetrieb, der mit seinem pfiffigen Sortiment ein „echter Hingucker“ ist. Mit dem besten Biergarten Deutschlands, dem Rauschbart hoch über dem Neckartal, verfüge Horb über ein Flaggschiff, aus dessen Vorhandensein man noch mehr touristische Aufmerksamkeit schöpfen könne.

 


 

Fuchtel geht unter die Leut‘

Horb. Ohne große öffentliche Ankündigung begann der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel gleich zu Beginn der parlamentarischen Sommerpause mit seinem neuen Veranstaltungsformat „Unter die Leut‘ gehen“. Man lerne immer noch dazu, so Hans-Joachim Fuchtel. In jüngerer Zeit kämen vermehrt Bürgerinnen und Bürger auf ihn zu, die schlichtweg auf Entwicklungen in ihrem Erfahrungsfeld aufmerksam machen wollten. Das sei sehr konstruktiv und müsse aufgegriffen werden, befand der CDU-Politiker. Flugs erfand er für seine Wahlkreisarbeit das neue Format und begann unverzüglich mit der Umsetzung.

Aus örtlicher Erfahrung konkret auf Entwicklungen aufmerksam zu machen, das – so Hans-Joachim Fuchtel – „ist die beste Bürgerbeteiligung die ich kenne.“ Sein Sommerprogramm im Wahlkreis werde vor allem darin bestehen, “unter die Leut‘ zu gehen“ und zuzuhören, um die Fragen weiterzutragen und gegebenenfalls im zweiten Schritt die jeweiligen Fachpolitiker vor Ort zu holen. Fuchtel: “Dieser zweite Schritt ist das neue am Vor-Ort-Dialog, was dann auch den Einsatz aller Beteiligter lohnt.“

[Druckversion]