13.08.2014

Respekt vor mutigen Einzelhändlern

Staatssekretär Fuchtel bei Horber Buchhändlerin / äUnter die LeutĹ gehenô: diesmal Situation des innerstädtischen Handels

Respekt vor mutigen Einzelhändlern Die Zukunft des Einzelhandels im Blick: Buchhändlerin Imelda Kohler und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel.

Horb. Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel zieht vor Einzelhändlern nach eigenem Bekunden „den Hut“. Es sei heutzutage ungleich schwerer, sich mit einem eigenen Laden in der Innenstadt zu halten oder gar einen neuen zu etablieren. So besuchte er im Rahmen seines neuen Veranstaltungsformats „Unter die Leut‘ gehen“ die Horber Buchhändlerin Imelda Kohler, um mit ihr über die Situation des Handels zu sprechen. 

Die Unternehmerin, die seit vielen Jahren in der Neckarstadt ansässig ist, konzentriert sich mit ihrem Sortiment nach dem Umzug von den Christophorusbrücken in die Fußgängerzone Hirschgasse wieder verstärkt auf den Buchhandel. Schreibwaren gehören jetzt zwar nicht mehr zum Sortiment, können aber auf Wunsch in der Buchhandlung bestellt werden. Die Verbrauchermärkte seien mit Preisen in diesem Segment am Markt aktiv, zu denen sie als Einzelhändlerin nicht mal einkaufen könne.

Aber auch der Buchhandel tue sich schwer, gegen die Konkurrenz im Internet zu bestehen. „Oft kommen Kunden zu uns und sind dann total erstaunt, wenn wir ihnen erläutern, dass ein bestelltes Buch für sie am anderen Tag schon auf der Ladentheke bereit liegt“, sagte Imelda Kohler dem CDU-Politiker, „da hat der Einzelhandel natürlich oft auch ein Darstellungsproblem. Denn bei den Lieferzeiten können wir durchaus mithalten.“

Fuchtel zeigte sich beeindruckt, dass die Buchhändlerin trotz rückläufiger Verkaufszahlen an ihrem vorherigen Standort nicht aufgegeben habe, sondern in der Hirschgasse nun auf die Spezialisierung setze. An die Bürger in der Region appellierte er, „dem Einzelhandel in ihren Kommunen Chancen zu geben, seine Leistungskraft unter Beweis stellen zu können“. Nur so lasse sich das Geschäftssterben in den Innenstädten verhindern. „Ohne Einzelhandel keine lebendige Innenstadt“, sagte der Parlamentarier, „so einfach und schwierig zugleich ist die Situation.“

Einzelhandel brauche im Blick auf die älter werdende Gesellschaft Zukunft, ist die Devise des Bundespolitikers, der immerhin auch auf 30 Jahre kommunale Erfahrung verweisen kann.

Mit seinem neuen Veranstaltungsformat „Unter die Leut‘ gehen“ möchte der Bundestagsabgeordnete für seine Arbeit in Berlin gezielt dazu lernen und die Erkenntnisse des Alltags der Menschen in seinem Wahlkreis stärker nach Berlin tragen. „Man lernt immer noch dazu“, lautet seine Devise. In jüngerer Zeit kämen vermehrt Bürgerinnen und Bürger auf ihn zu, die auf Entwicklungen in ihrem Umfeld aufmerksam machten. Die konstruktiven Ideen, die sich daraus ableiten ließen, müssten aufgegriffen und umgesetzt werden. „Das ist die beste Bürgerbeteiligung, die ich kenne“, sagte der Bundestagsabgeordnete, der die parlamentarische Sommerpause gezielt dazu nutzt, den Kontakt mit den Menschen in seinem Wahlkreis zu pflegen. 

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