10.09.2014

Initiative auf Weinküfer ausdehnen

Önologe Josef Watzl bittet Staatssekretär Fuchtel um Unterstützung / Dualer Ausbildungsberuf darf nicht aussterben

Initiative auf Weinküfer ausdehnen Friederike Watzl aus Calw, Studentin der Weinwirtschaft, im Gespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel in der Hermann-Hesse-Stadt.

Calw. Der Weinküfer ist ein durchaus angesehener Beruf. Und doch leidet diese duale Ausbildung in Deutschland wie so viele unter den rückläufigen Schülerzahlen. Der Calwer Diplom-Önologe Josef Watzl hat sich deshalb an den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel gewandt. Die Ausbildungsinitiative des Bundestagsabgeordneten für junge Menschen in Südeuropa könnte, so Watzl, auf viele andere Berufe ausgedehnt werden, zum Beispiel den des Weinküfers. 

Prompt reagierte der CDU-Politiker mit einem Terminvorschlag. Denn „aus örtlicher Erfahrung konkret auf Entwicklungen aufmerksam zu machen, das“, so Hans-Joachim Fuchtel, „ist die beste Bürgerbeteiligung die ich kenne.“ Sein neues Programm im Wahlkreis werde vor allem darin bestehen, “unter die Leut‘ zu gehen“ und zuzuhören, um die Fragen weiterzutragen und gegebenenfalls im zweiten Schritt die jeweiligen Fachpolitiker vor Ort zu holen. Dazu gehöre auch die schnelle Reaktion auf Bürgeranliegen.

In jüngerer Zeit kämen ohnehin vermehrt Bürgerinnen und Bürger auf ihn zu, die schlichtweg auf Entwicklungen in ihrem Erfahrungsfeld aufmerksam machen wollten. Das sei sehr konstruktiv und müsse aufgegriffen werden, befand der CDU-Politiker. In diesem Fall war das der Calwer Diplom-Önologe Josef Watzl, der zwar wegen einer Auslandsreise dem Staatssekretär zum vereinbarten Zeitpunkt nicht persönlich über den aktuellen Ausbildungsstand berichten konnte. Dafür nahm sich jedoch seine Tochter Friederike Watzl, die Weinwirtschaft studiert, ausführlich Zeit.

Als Fachlehrer für Weinwirtschaft unterrichtet Josef Watzl unter anderem junge Leute in Heilbronn. Da die Ausbildungszahlen stetig zurückgehen, setzte er sich mit der Idee des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel, auseinander, jungen Menschen aus Südeuropa mit einer dualen Ausbildung in Deutschland neue Perspektiven zu geben, berichtete Friederike Watzl. Zugleich können die ausländischen Schülerinnen und Schüler sowie ihre deutschen Ausbildungsbetriebe zum Erhalt der Berufsschulen hierzulande einen Beitrag leisten. Mit seinen Weinküfer-Lehrlingen macht Josef Watzl ohnehin im Ausland regelmäßig Werbung für das duale Ausbildungssystem in Deutschland. 

Was bislang in Tourismus und Gastronomie schon erfolgreich umgesetzt werde, könnte auch auf andere Ausbildungsplätze übertragen werden, sagt Watzl. Immerhin sei der Weinküfer ein Beruf mit Tradition, der in Deutschland nicht aussterben dürfe.

Es sei beachtlich, was Josef Watzl von Calw aus bewege, gab Hans-Joachim Fuchtel dessen Tochter mit auf den Heimweg. Deshalb werde er die Anregungen ihres Vaters in seine Arbeit in Berlin einfließen lassen und ernsthaft Möglichkeiten für weitere Kooperationen prüfen. Im Übrigen seien die Ausbilder in der Weinwirtschaft gut beraten, Kontakte zur Gastronomie aufzubauen und Hotelpartnerschaften anstreben. So ließe sich das Thema auch mit der Tourismusszene nachhaltig verknüpfen. Friederike Watzl und Hans-Joachim Fuchtel vereinbarten, dass das Fachgespräch demnächst eine Fortsetzung erfahren soll. Dann müsse unbedingt auch Diplom-Önologe Josef Watzl mit am Tisch sitzen.

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