26.09.2014

Sabine Bergmann-Pohl spricht zur Deutschen Einheit

Letztes Staatsoberhaupt der DDR / Am 3. Oktober in Neubulach / CDU feiert mit den Bürgern

Sabine Bergmann-Pohl spricht zur Deutschen Einheit Sabine Bergmann-Pohl, das erste und letzte frei gewählte Staatsoberhaupt der DDR, spricht auf Einladung der CDU am 3. Oktober in Neubulach zum Tag der Deutschen Einheit.

Neubulach / Calw / Freudenstadt. Eigentlich wollte sie nicht in die Politik gehen und schon gar nicht Staatsoberhaupt der DDR werden. Dr. Sabine Bergmann-Pohl war Ärztin aus Leidenschaft. Doch dann kam mit der Wende alles anders. Die CDU-Politikerin, die die letzte Präsidentin der DDR-Volkskammer und gleichzeitig auch Staatsoberhaupt war, spricht am Freitag, 3. Oktober 2014, in Neubulach. Die öffentliche Feier zum Tag der deutschen Einheit für den Nordschwarzwald findet in diesem Jahr ab 11 Uhr in der Bergvogtei am Marktplatz statt. 

Sie hat schon Tradition, diese Veranstaltung zum Nationalfeiertag, die der CDU-Kreisverband Calw alljährlich am 3. Oktober auf Initiative des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel ausrichtet. Der Bundestagsabgeordnete hat in diesem Jahr die prominente Politikerin aus Berlin für seinen Wahlkreis Calw/Freudenstadt eingeladen, damit auch sie mit ihrer Rede einen Beitrag dazu leistet, dass dieser Tag nie in Vergessenheit gerät.

Die heute 68-jährige Eisenacherin wollte den Einheitsprozess damals unbedingt mitgestalten, weshalb sie die Herausforderung, erste Präsidentin einer frei gewählten DDR-Volkskammer zu werden, annahm. Sie hatte erlebt, wie es ist, in Unfreiheit zu leben.

Ihren Wunsch, Medizin zu studieren, konnte sie sich nach dem Abitur im ostdeutschen Unrechtsstaat zunächst gar nicht erfüllen. Daher absolvierte sie zwangsläufig ein zweijähriges Praktikum im Institut für Gerichtsmedizin in Berlin, um dann doch noch ab 1966 ein Medizinstudium beginnen zu können.

Sie promovierte und machte als erfolgreiche Lungenfachärztin Karriere. Sie war Ärztliche Leiterin einer Poliklinischen Abteilung für Lungenkrankheiten und Tuberkulose sowie Ärztliche Direktorin in der Bezirksstelle für Lungenkrankheiten und Tuberkulose in Ost-Berlin. Und das, obwohl sie bereits ab 1981 der CDU und nicht der Sozialistischen Einheitspartei angehörte.

Im Zuge der ersten freien Parlamentswahl zog sie am 18. März 1990 für die Christdemokraten in die Volkskammer ein und wurde zu deren Präsidentin gewählt. Zugleich übte sie die Befugnisse des Staatsratsvorsitzenden aus und war daher bis zum 2. Oktober 1990 das letzte Staatsoberhaupt der DDR.

Kanzler Helmut Kohl holte Sabine Bergmann-Pohl, die von 1990 bis 2002 auch ein Bundestagsmandat inne hatte, nach der Wiedervereinigung als Bundesministerin für besondere Aufgaben in sein Kabinett und im Zuge der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl wurde die Ärztin und Mutter zweier Kinder zur Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit berufen.

Seit der Wende engagiert sich Bergmann-Pohl auch sozial. Sie ist Schirmherrin des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland, Ehrenpräsidentin des Berliner Roten Kreuzes und Vizepräsidentin des Internationalen Bundes. 2007 wurde sie als Stadtälteste für ihre besonderen Verdienste um Berlin ausgezeichnet.

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