24.10.2014

Weiterbildung für fast 600 Teilnehmer

Vizepräsidentin beim Internationalen Bund / Fuchtel organisiert Treffen mit Sabine Bergmann-Pohl / Lob für Nordschwarzwald-Team

Weiterbildung für fast 600 TeilnehmerDie Vizepräsidentin beim Internationalen Bund Nordschwarzwald (von links): Susanna Loewe-Schlaich, Dr. Sabine Bergmann-Pohl, Lilly Kafke, Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Uwe Bliestle und Bernhard Grossmann im Calwer IB-Bildungszentrum.

Calw / Freudenstadt. Breit aufgestellt ist der Internationale Bund (IB) in den Landkreisen Calw und Freudenstadt. Davon hat sich jetzt Vizepräsidentin Dr. Sabine-Bergmann-Pohl aus Berlin persönlich überzeugt. Eine riesige Herausforderung für den gemeinnützigen Freien Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit ist nach den Worten von Susanna Loewe-Schlaich vom Bildungszentrum Nordschwarzwald die steigende Zahl Jugendlicher aus unterschiedlichen Kulturen. Jedoch: „Uns geht es gut, wir sind bestens aufgestellt!“ 

„Die Asylbewerber-Problematik bringt uns an unsere Grenzen“, unterstrich auch Lilly Kafke vom IB-Jugendmigrationsdienst beim Arbeitsgespräch im Calwer Bildungszentrum, das der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel vermittelt hatte. Allerdings sei es enorm wichtig, die jungen Menschen aufzufangen. „Die Jugendlichen haben so viel Energie und wollen aktiv werden“, sagte Lilly Kafke, also müsse diese Energie in geordnete Bahnen gelenkt werden. In Flächenlandkreisen sei diese Arbeit besonders schwierig. Dennoch verfüge der Internationale Bund in der Region über ein gutes Netzwerk und beste Kontakte bis in die Schulen, betonte Susanna Loewe-Schlaich. Der IB betreut aktuell mit seinen Bildungsmaßnahmen rund 140 Teilnehmer von Calw und rund 450 von Freudenstadt aus.

Für ihre berufliche Zukunft profitierten junge Leute in besonderer Weise von der Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsjunioren, die ihre Schützlinge sogar mit in die Betriebe nehmen. Unterm Strich komme diese Nähe zum Arbeitsplatz wiederum der deutschen Wirtschaft zugute, die nach Fachkräften suche.

Eng mit der Integration verknüpft ist die sprachliche Bildung, betonte Dr. Sabine Bergmann-Pohl. Deshalb müsse man starre Regelungen, wer ab wann einen Sprachkurs belegen dürfe, entbürokratisieren. Mit Bergmann-Pohl als Vizepräsidentin habe der Internationale Bund eine hervorragende Fürsprecherin, betonte Fuchtel.

Der IB hat ein breites Angebot an Freiwilligendiensten, das noch nicht voll ausgeschöpft ist, betonte Geschäftsführerin Susanna Loewe-Schlaich. Die Möglichkeiten müssten, so Fuchtel, insbesondere auch zur schnelleren Integration von jungen Leuten mit Migrationshintergrund genutzt werden.

Bergmann-Pohl begrüßte den „mutigen Vorstoß“ des IB Nordschwarzwald, Frauen mit Migrationshintergrund stärker an die Sprachförderung heranzuführen und PC-Weiterbildungskurse anzubieten. „Frauen sind in Deutschland gleichberechtigt“, sagte die Vizepräsidentin, solche Aktivitäten leisteten dazu einen ganz wichtigen Beitrag.

Erste Erfahrungen hat der Internationale Bund auch mit der Inklusion gemacht. „Die Begleiter werden in den Schulen akzeptiert“, sagte Loewe-Schlaich. Es gebe bereits einige positive Beispiele, dass Inklusion im Nordschwarzwald funktioniere, pflichtete ihr Hans-Joachim Fuchtel bei. Zur Inklusion in den Betrieben sagte der CDU-Politiker: „Die Akteure kennen sich oft noch nicht gut genug. Das muss verbessert werden.“

„Viele wissen zu wenig über uns, deshalb werden wir häufig zu Unrecht in die linke Ecke gestellt“, sagte die Vizepräsidentin als CDU-Mitglied. „Ich schätze die Arbeit des Internationalen Bundes“, betonte Fuchtel, „und mir gefällt, dass er oft ein Thema aufgreift, vor dem andere die Augen verschließen.“  

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