29.10.2014

Not auf der Welt treibt Christen um

Staatssekretär im Gespräch mit der Kirche / Besuch beim katholischen Dekan Markus Ziegler / Fuchtel dankt den kirchlichen Gruppen / Sorge um Urchristen im Irak

Not auf der Welt treibt Christen um Kirche und Bundesregierung im Freudenstädter Dialog: Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel traf sich mit dem katholischen Dekan Markus Ziegler zum Gedankenaustausch.

Freudenstadt. Das Schicksal tausender Flüchtlinge, der Hunger auf der Welt, aber auch die Sorge um die Familien hierzulande treiben die Verantwortlichen im katholischen Dekanat Freudenstadt um. Bei einem mehrstündigen Arbeitsgespräch mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel interessierte den katholischen Seelsorger Markus Ziegler vor allem die Arbeit des CDU-Politikers an seiner neuen Wirkungsstätte im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Besonderen Respekt zollte der Dekan dem internationalen Einsatz des CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder. 

Nach dem Motto des Caritas-Wohlfahrtsverbandes „Not sehen und handeln“ macht man sich in den Gemeinden intensiv Gedanken darüber, wie man den Flüchtlingen in den Krisengebieten unbürokratisch und sinnvoll helfen kann. „Als Christen belastet uns die Flüchtlingssituation“, sagte Markus Ziegler. Aus den Arbeitskreisen in den Kirchengemeinden gebe es jedoch viele positive Rückmeldungen, die Hilfsbereitschaft signalisierten. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, mehr Unterstützung zu leisten“, vor allem im Kriegsgebiet rund um Mossul im Norden des Irak, wo Christen reihenweise bedroht, getötet, vertreiben und zwangskonvertiert würden. Schließlich handle es sich hier um christliche Religionsgemeinschaften, die seit über 1.900 Jahren existierten und heute noch Aramäisch, also die Sprache Jesu, sprechen würden.

Der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel teilt die Sorge um die Flüchtlinge. Er betonte, dass die Bundesregierung, allen voran das BMZ, Unterstützung in den Krisengebieten leiste, wenngleich die Flüchtlingsaufnahme hierzulande über die Länder und Kreise geregelt sei. „Uns ist sehr daran gelegen, den Menschen bereits in ihren Herkunftsregionen zu helfen“, erläuterte der Parlamentarische Staatssekretär die Aktivitäten seines Ministeriums. Besonders beschäftige man sich unter der neuen Leitung mit Flucht-Ursachenbekämpfung. Hans-Joachim Fuchtel: „Wir wollen einen noch stärkeren Beitrag für eine Welt ohne Hunger schaffen“. Dazu habe man im neuen Haushalt eine Sonderinitiative ergriffen.

Fuchtel nahm die Zusammenkunft zum Anlass, um den Kirchen für ihr Engagement in der Entwicklungspolitik zu danken. Das erfolge in seinem Wahlkreis durch eine ganze Reihe von örtlichen Initiativen. Er verfolge mit Interesse den Weg des Dekanats, dem Ehrenamt Gewicht zu geben und zum Beispiel einen Abend für Ehrenamtliche auszurichten, um deren Arbeit in der Öffentlichkeit mehr zu würdigen. „Mir imponiert das menschennahe Wirken und das rege Gemeindeleben in ihrem Dekanat“, betonte Fuchtel, der sich als regelmäßiger Leser der Dekanatsschriften outete.

Dekan Markus Ziegler ging abschließend noch auf die Kirchengemeinderatswahlen im nächsten Jahr ein. Es ließen sich immer schwerer Kandidaten für die Kirchengemeindesratswahlen finden. Die Kirchen bräuchten aber Kandidatinnen und Kandidaten aus allen gesellschaftlichen Schichten, um gute Arbeit zu leisten. Auch im ländlichen Raum sei man zunehmend von diesem Problem tangiert. Deshalb wolle er bereits jetzt seine Stimme erheben. 

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