12.11.2014

Perrot Markenzeichen für Calw

Firmenplädoyer für duales Ausbildungssystem / Fuchtel ägeht unter die Leutô: diesmal Besuch bei Perrot

Perrot Markenzeichen für CalwStaunen über das 16 Meter hohe, schwingende Pendel: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Zweiter von links) im Gespräch mit Christoph, Andreas und Johannes Perrot.

Calw. Dieser Besuch sei ihm besonders angenehm, sagte der hiesige Wahlkreisabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel: Perrot trage mit seinen Produkten den Namen Calw hinaus in die ganze Welt. Für alle drei Perrot-Brüder die wichtigste Botschaft an den Politiker: Nicht aussterben darf das duale Ausbildungssystem, um das die Deutschen im Ausland oft beneidet werden. 

Deshalb gaben die Geschäftsführer der Firma Perrot Turmuhren und Läuteanlagen in Calw dem Politiker mit auf den Weg nach Berlin: „Kämpfen Sie weiter für uns und das Handwerk.“ Der CDU-Politiker hatte das mittelständische Unternehmen mit langer Handwerkstradition im Rahmen seines neuen Veranstaltungsformats „Unter die Leut‘ gehen“ besucht. Themen des zweistündigen Gesprächs, dem ein Firmenrundgang durch den im letzten Jahr bezogenen Neubau vorausging, waren auch die Export- und die Entwicklungspolitik. Gerade im ländlichen Raum, betonten die drei Perrot-Brüder, die sich die Aufgaben der Geschäftsleitung teilen, sei ein „unheimliches, handwerkliches Know-how vorhanden“, das es zu erhalten gelte. Deshalb begrüßten die Unternehmer die Bemühungen des Griechenland-Beauftragten der Bundesregierung, über Ausbildungsinitiativen die Berufsschulklassen mit jungen Menschen aus Südeuropa zu erhalten. Immerhin werden im Schnitt drei Auszubildende als Maschinenbaumechaniker bei Perrot in Calw ausgebildet.

Der 1860 gegründete Familienbetrieb wird heute erfolgreich von der fünften Generation geführt. „Wir brauchen den hohen Exportanteil“, sagte Christoph Perrot, der für den Vertrieb im In- und Ausland sowie die Entwicklung verantwortlich zeichnet. „Weil wir hohe Lohnkosten haben, benötigen wir eine sehr gute Auslastung unserer Produktion“, pflichtete ihm Andreas Perrot, zuständig für Konstruktion und Fertigung, bei. Allerdings identifiziere sich der ausländische Kunde im Regelfall auch stärker mit dem deutschen Handwerk und seinen Leistungen. Perrot hat weltweit 40 Handelsvertretungen und liefert auch in die arabische Welt, nach China, Russland und Südamerika.

Kopfstehendes Pendel als Kunstobjekt

Calw. Das kopfstehende Pendel bei Perrot, das seit wenigen Monaten auf dem Perrot-Firmengelände im Gewerbegebiet Stammheimer Feld II für erstaunte Gesichter sorgt, wird es später nur zweimal auf der Welt geben. Zum einen bleibt das Pilotprojekt in Calw stehen und zum zweiten wird es in San Diego, der zweitgrößten Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien, für Aufsehen sorgen. Das mit dem Wind schwingende, 16 Meter lange Kunstobjekt neigt sich maximal um bis zu 15 Grad und ist die Erfindung eines australischen Künstlers mit deutschen Wurzeln. Er war über das Internet auf die deutschen Turmuhrenbauer im Land seiner Vorfahren gestoßen.

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