17.11.2014

Auch der Minister nahm sich Zeit

Ehrenamtliche in Berlin / Hans-Joachim Fuchtel sorgte für ideenreiches Programm / Teilnehmer von 14 bis 84 Jahre

Auch der Minister nahm sich Zeit Bundesminister Dr. Gerd Müller fand sich eigens zur Begrüßung der Gäste aus dem Nordschwarzwald ein. Hier gemeinsam mit seinem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (beide Bildmitte) im 11. Stock des BMZ. Foto: BMZ

Calw / Freudenstadt. Nicht schlecht staunten die 50 Ehrenamtlichen aus den Kreisen Calw und Freudenstadt bei ihrem Eintreffen im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): Statt des angekündigten Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel, der sie nach Berlin eingeladen hatte, erschien Bundesminister Dr. Gerd Müller persönlich. 

Er wolle seinen Staatssekretär kurzfristig vertreten, der noch auf der Regierungsbank zu tun habe, sagte der Hausherr. Anschließend bedankte sich Müller für das vielfältige Engagement, das durch die Gruppe repräsentiert werde: Lebenshilfe, THW, Schwarzwaldverein, Elternvertreter und viele mehr.

In seiner Wirkungsstätte übernahm Fuchtel dann seine Gäste vom Bundesminister und führte sie in den schönsten Saal des Hauses im elften Stock, von wo sich ein faszinierender Blick über die Stadtsilhouette bietet. “Der nächste Gast nach Euch ist Bill Gates“, gewährte er den Besuchern einen Einblick in das Besucherspektrum, und als sie das Ministerium verließen, begegneten sie der Schauspielerin Maria Furtwängler, die die Entwicklungspolitik in der großen Impfkampagne unterstützt.

Sehr neugierig zeigten sich die Besucher, was „ihr Mann in Berlin so den Tag lang schaffe“, wie es ein Fragesteller formulierte. Fuchtel berichtete von seinen Aufgaben als Staatssekretär und Beauftragter der Bundeskanzlerin für die Deutsch-Griechische Versammlung. Besonders hob er die Arbeit für seinen Wahlkreis hervor, die für ihn „ganz hohe Priorität hat“. Denn das Wahlergebnis mit 58,5 Prozent sei für ihn ein ganz besonderer Auftrag.

„Ehrenamtliche sind die Hauptzielgruppe meiner Einladungen nach Berlin“, ließ der CDU-Abgeordnete wissen, „denn wie sonst kann ich zum Ausdruck bringen, dass die Wertschätzung nicht nur bei Sonntagsreden stattfindet“. Die Reise könne nur eine Geste des Dankes sein. Fuchtel: „Was Sie im Einzelnen leisten, bringt für die Gemeinschaft den Gesamterfolg.“

Die Reisenden erlebten informative Tage und nicht zuletzt die besondere Atmosphäre der Hauptstadt. Der Parlamentarische Staatssekretär hatte sich um ein dem Anlass entsprechendes, außergewöhnliches Programm bemüht, damit seine Gäste aus dem Wahlkreis sowohl das politische Geschehen hautnah erleben, als auch die facettenreiche Geschichte und das Flair Berlins kennenlernen konnten. Die Teilnehmer im Alter von 14 bis 84 Jahren waren begeistert.

Highlights gab es am laufenden Band: das Bürgerfest der Bundesregierung mit Begleitung durch den Wahlkreisabgeordneten zum Checkpoint Charlie, Besuch im ZDF-Hauptstadtstudio mit Teilnahme am „Morgenmagazin“ und anschließender Studioführung. Zum Schluss noch ein Besuch beim „Alten Fritz“ im Schloss Sanssouci in Potsdam.

Geradezu fasziniert waren die Schwarzwälder von einem speziell arrangierten Zeitzeugengespräch über die deutsch-deutsche Vergangenheit. Die Schilderungen Hartmut Richters beeindruckten die Besucher nachhaltig. Es gab eine rege Diskussion mit dem Mann, der als 13-jähriger den Bau der Mauer miterlebte, bei einem Fluchtversuch verhaftet und Jahre später als Fluchthelfer zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Richter mahnte, dass das große Unrecht, das die DDR-Führung so vielen Menschen angetan hat, niemals in Vergessenheit geraten dürfe. Was Haft in der DDR bedeutete, konnten die Reisenden auf bedrückende Weise in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen erleben.

Der Brückenschlag zur aktuellen Politik erfolgte im Reichstagsgebäude, beim Gang auf die Glaskuppel und einer Führung durch das Kanzleramt. Eine Stadtrundfahrt und die Einkehr in der Landesvertretung Baden-Württemberg rundeten das Programm ab. Wohl kaum jemand wird das Jubiläum „25 Jahre Mauerfall“ je vergessen, sagte Hansjörg Hummel aus Wildberg, Vorsitzender des Kreisseniorenrates, beim Abschied.

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