28.11.2014

Erste Hilfslieferung für Burundi

20 Tonnen medizinische Geräte und Baumaterial verladen / Staatssekretär Fuchtel erinnert an Anfänge der Helfenden Hände / Dr. Henne achtet auf Qualität / Firma Storz unterstützt

Erste Hilfslieferung für Burundi Helfende Hände für Burundi (von links): Avdi Gllogjani, Inge Schuon, Edith Mast, Eberhard Schwarz, Günter Seibold und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel beim Beladen des Schiffscontainers in Haiterbach.

Haiterbach / Baiersbronn / Waldachtal. Ihre erste Hilfslieferung für Burundi haben die Helfenden Hände auf den Weg gebracht. 20 Tonnen medizinische Geräte und Ausrüstungsgegenstände sowie Baumaterial und Kochgeschirr wurden in Haiterbach in einen 12 Meter langen Schiffscontainer verladen. Mit dem Baumaterial werden Mitarbeiter und Freunde der Zimmerei Schleh aus Baiersbronn nächstes Jahr ein Küchenhaus für das Kinderheim Nyabiraba bauen. Dr. Wolfgang Henne: „Bei allem achten wir auf ärztliche Qualität!“ 

Im Frühjahr wird der Container an seinem Zielort ankommen, erwartet der stellvertretende Vorsitzende Günter Seibold aus Waldachtal. Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel ließ es sich nicht nehmen, bei der Verladung dabei zu sein. Er erinnerte bei der Verladung vor Ort an die bescheidenden Anfänge der Helfenden Hände aus dem Nordschwarzwald. Mit Unterstützung von Matthias Kleinert, damals Vorstandsmitglied bei Daimler, wurde erstmals ein Hilfskonvoi in Mauretanien gestartet, an dem sich spontan über 60 Ärzte und Handwerker sowie die Musikkapelle Stammheim beteiligten. Weitere Einsätze in Mauretanien folgten. Das brachte Hans-Joachim Fuchtel, der flugs eine Vereinssatzung für den gemeinnützigen Verein schrieb und ihn mit aus der Taufe hob, später die Ehrenbürgerschaft der Wüstenstadt Chinguetti ein.

Mittlerweile haben die Helfenden Hände ihre Aktivitäten auf Burundi ausgedehnt. Aus diversen Arztpraxen und durch den Umzug des Stuttgarter Olgahospitals in einen Neubau haben die Vereinsmitglieder medizinische Ausrüstungen wie Ultraschall- und Narkosegeräte, Operationstische und OP-Lampen für das Krankenhaus in Kirundo erhalten. Klappbetten und Labormaterial hat die Bundeswehr gespendet. Außerdem wurden ein Zahnarztstuhl, ein Kühlschrank für eine Blutbank und leere Sauerstoffflaschen verladen.

Des Weiteren wurde ein funkelnagelneues Endoskop zur Magenspiegelung im Wert von fast 40.000 Euro auf den Weg nach Burundi geschickt. Die Helfenden Hände haben diese großzügige Spende der Firma Storz aus Tuttlingen den guten Verbindungen ihres Vorsitzenden, des Nagolder Gynäkologen Dr. Wolfgang Henne, zu verdanken. Die Hilfsorganisation achtet nicht nur strikt auf eine qualifizierte Ausbildung der einheimischen Kollegen an den Geräten, sondern auch auf ihre sorgfältige Pflege.

Günter Seibold wird mit weiteren Helfern im März nach Burundi fliegen. Dann wird auch eine 700 Meter lange Wasserleitung von einer Quelle aus zu dem Kinderheim verlegt, das im nächsten Jahr ein 50 Quadratmeter großes Küchenhaus erhält. Bislang werden die Mahlzeiten für die Mädchen und Buben noch in einer einsturzgefährdeten Hütte auf offenem Feuer zubereitet. 

Der Container - 40-Fuß-Highcube - wurde mit einem LKW-Seitenlader in Oberschwandorf aufgenommen und nach Stuttgart zum Bahntransport Richtung Hamburg gebracht. Am 28. November geht er von der Hansestadt aus per Containerschiff nach Daressalam, von wo aus er auf einem Lastwagen nach Kirundo transportiert wird.

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