01.12.2014

16 Forderungen für das Handwerk

Fuchtel: gesicherte handwerkliche Qualität / Koalition greift Anliegen aus Kreis der Selbstständigen auf

16 Forderungen für das Handwerk Basis für handwerkliche Qualität ist nach Ansicht des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel der deutsche Meisterbrief.

Calw / Freudenstadt. „Erhaltet den deutschen Meisterbrief!“ Diese Forderung aus der Kreishandwerkerschaft hörte man zuletzt sowohl bei der diesjährigen Lossprechungsfeier in Calw als auch in Freudenstadt. Jetzt soll dem Ruf nach einer Stärkung des deutschen Handwerks im Bundestag eine klare Positionierung folgen, teilt der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel aktuell Kreishandwerksmeisterin Roswitha Keppler (Calw) und Kreishandwerksmeister Alexander Wälde (Freudenstadt) mit. 

Denn Abgeordnete der beiden Regierungsparteien haben einen gemeinsamen Antrag auf Erhalt des deutschen Meisterbriefs gestellt, weil sie darin die „Basis für handwerkliche Qualität“ sehen und die besondere Bedeutung für die duale Ausbildung unterstreichen wollen. „Mit diesem Antrag wird der Deutsche Bundestag die berechtigten Forderungen aus der Handwerkerschaft unterstützen“, schreibt der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel (CDU) an Keppler und Wälde, um die Vertreter des Handwerks zugleich aufzufordern, sich aktiv in den Meinungsbildungsprozess einzumischen.

Das deutsche Handwerk, heißt es im Antrag, bilde mit rund einer Million Betriebe und mehr als 5,3 Millionen Erwerbstätigen eine tragende Säule des deutschen Mittelstands. Seine regionale Verankerung zeige sich in ländlichen Regionen wie dem Nordschwarzwald, so Fuchtel, wo das Handwerk für ein gutes Arbeitsplatzangebot sorge. Handwerker seien höchst innovativ und würden sogar auf internationaler Ebene erfolgreich neue Märkte erobern. Ihre Betriebe würden doppelt so viele junge Leute ausbilden wie die gewerbliche Wirtschaft. Der Meisterbrief sei Garant für die Qualität der jährlich 120.000 neuen Ausbildungsverträge.  

„Damit leisten unsere Handwerksbetriebe einen erheblichen Beitrag zur Fachkräftesicherung“, betont Hans-Joachim Fuchtel, nicht umsonst habe Deutschland die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa. Grundlage für die Leistungsfähigkeit der Betriebe sei allerdings der Meisterbrief, der unter anderem eine solide Basis für eine erfolgreiche Unternehmensführung bilde. Und auch für die internationale Wettbewerbsfähigkeit spiele er eine entscheidende Rolle, heißt es im Antrag. Mit dem Meisterbrief werde eine hohe Produkt- und Dienstleistungsqualität gewährleistet, stimmt Fuchtel zu. Die Qualifizierung des deutschen Handwerks sei zudem eng mit wichtigen Zukunftsaufgaben wie Energiewende und Digitalisierung verknüpft.

Mit ihren 16 Forderungen für das Handwerk wenden sich die Antragsteller unter anderem auch gegen Bestrebungen aus der Europäischen Union, die Meisterqualifikation überhaupt zu lockern. Im Gegenteil: Es sei sinnvoll, andere Mitgliedsstaaten in ihren Anstrengungen zu unterstützen, Strukturen der dualen Ausbildung in ihren Bildungssystemen einzuführen und zu stärken.

Ein Anliegen, dass der Parlamentarische Staatssekretär seit langem unterstützt, unter anderem durch die Ausbildung junger Südeuropäer in den Betrieben und Berufsschulen seines Wahlkreises. Eine solide berufliche Aus- und Weiterbildung sei zur Sicherung des Fachkräfte- und Unternehmernachwuchses unabdingbar. Darin sollten vor allem Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung sowie Frauen unterstützt werden. Außerdem müsse die Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit von beruflicher und akademischer Bildung gefördert, das Meister-BAföG weiterentwickelt, die Selbstverwaltung in den Handwerkskammern gestärkt und das Ehrenamt im Interesse der beruflichen Bildung besser unterstützt werden.

Eine wichtige Forderung der Antragssteller steht auch bei Hans-Joachim Fuchtel ganz oben auf der Agenda: Es sollen weitere Impulse für regionale Konzepte zur Stärkung der Wirtschaftskraft und örtlichen Wertschöpfung gegeben werden.

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