20.09.2011

Inklusion beim Wandern möglich

Behindertenbeauftragter der Bundesregierung lobt fortschrittlichen Tourismus / Barrierefreiheit im Freudenstädter Forst

20.09.2011: fuforst.jpgFreudenstadt. Wandern kann auch Menschen mit Handikap großen Spaß
machen. Das erlebte der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung beim
Marsch durch den Freudenstädter Forst. Schwarzwald-Guide Margot Laufer
lehrte Hubert Hüppe und die große Gruppe, die sich aus Behinderten und
Nichtbehinderten zusammensetzte, dabei so manches Wissenswerte über Tannen, Tannenzäpfle und wie man beim Waldspaziergang selbst mit dem Rollstuhl sicher von A nach B kommt.

Hüppe hatte auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten und
Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel das Wichtigste
mitgebracht, was man behinderten Menschen geben kann: Zeit und ein offenes
Ohr für ihre Belange. Dabei wurde ihnen schnell klar, dass er ihre Anliegen
ernst nimmt. Die Mitarbeiter der Schwarzwald-Werkstatt Dornstetten stimmten dem Behindertenbeauftragten zu, als dieser darauf hinwies, wie wichtig die Inklusion in Anlehnung an die Konvention der Vereinten Nationen auf
nationaler wie internationaler Ebene ist.

Oberbürgermeister Julian Osswald begleitete die Gruppe ein Stück ihres Weges, und Sozialamtsleiter Robert Bornhauser sorgte für Applaus, als er betonte, dass das Landratsamt Freudenstadt die Kosten des barrierefreien
Waldbegangs übernehme.

Dass die Freudenstädter schon vor 100 Jahren fortschrittlich an Barrierefreiheit dachten, erfuhren die staunenden Wanderer von Margot Laufer während ihrer „stufenlos vergnüglichen Tour“. Das geschah in der Zeit der aufstrebenden Kur natürlich nicht ganz uneigennützig. Ihr Angebot, Behindertengruppen barrierefrei durch den Wald zu führen, wird vor allem von gemeinnützigen Organisationen regelmäßig genutzt. Die Wanderroute ab Lauterbad umfasst 1,5 Kilometer; ab Teuchelwald gibt es sogar eine sechs Kilometer lange Strecke.


„Ich freue mich, dass mich Ihr Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Fuchtel hierher geführt hat“, sagte Hüppe zum Abschluss der Tour, die sich von seinen hektischen Alltagsterminen spürbar abhob. Er wolle einen möglichst
engen Kontakt zu den Behinderten halten, sagte der Christdemokrat, weshalb er die herzlichen Gespräche mit Behinderten und Nichtbehinderten in Freudenstadt sehr genossen habe. Bis zum nächsten Mal, versprach Hüppe,
werde er übrigens seine Hausaufgaben gründlich gemacht haben, um dann die Schwarzwaldtanne anhand der Stellung ihrer Zapfen von der Fichte unterscheiden zu können.

[Druckversion]