16.12.2014

Für Heimweh hat er keine Zeit

Lukas Hornberger schickt Hans-Joachim Fuchtel äLageberichtô aus den USA / Der junge Schopflocher dankt seinem Paten

Für Heimweh hat er keine ZeitIn New York startete Lukas Hornberger seinen USA-Aufenthalt.

Lukas Hornberger schickt Hans-Joachim Fuchtel „Lagebericht“ aus den USA / Der junge Schopflocher dankt seinem Paten

Schopfloch. Einige Monate lebt Lukas Hornberger schon in den USA. Heimweh? Dafür hat der 21-jährige Austauschschüler nach eigenen Worten gar keine Zeit! Und doch meldet sich der junge Mann aus Schopfloch mit einem „Lagebericht“ bei seinem Paten, dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, denn: „Ich möchte mich noch einmal dafür bedanken, dass Sie mir diese einzigartige Erfahrung ermöglicht haben.“ Lukas Hornberger ist einer von 75 jungen Deutschen ist, die für das Parlamentarische Patenschafts-Programms (PPP) auserwählt wurden.

Kaum im hitzeplagten New York City gelandet, erwarteten ihn vier Tage, vollgepackt mit Seminaren über Versicherungen, Autokauf und Jobsuche. Jede freie Minute wurde für „Sightseeing“ genutzt, selbst das sehr spannende, aber teure New Yorker Nachtleben haben die Austauschschüler erkundet.

Zweite Station war die Wohnung eines New Yorker Arztes, der vor 20 Jahren mit demselben Programm als Amerikaner in Deutschland war. Gastgeber Mike zeigte ihm und drei weiteren Austauschschülern neben vielen Sehenswürdigkeiten, wie vielseitig man in der Metropole essen kann, von brasilianischen über indische und chinesische Spezialitäten bis zu leckeren Desserts. In der amerikanischen Hauptstadt Washington begrüßte ihn ein paar Tage später sein zweiter Gastgeber Jon, mit dem er das Kapitol, das Weiße Haus, die ehemalige Marinewerft der Navy sowie die Städte Baltimore und Anápolis besuchte. Er war vor drei Jahren in Deutschland und hat in Hannover studiert.

In Seattle erwarteten ihn schließlich seine College-Koordinatorin Yuko und Gastmutter Mary. Die 67-jährige ist wie ihr Schützling sehr an anderen Ländern und Kulturen interessiert. Spezialitäten aus aller Welt kocht sie auf ihre eigene Weise nach. Mary half dem 21-jährigen auch bei den Formalitäten, wie Beantragen einer Sozialnummer oder Eröffnung eines Bankkontos. Nachbar Robbie, von Haus aus Mechaniker, berät ihn beim Autokauf. Schließlich fällt die Wahl auf einen 2000 Ford Focus, der verhältnismäßig wenig Sprit verbraucht. Damit fällt Lukas Hornberger eher auf, denn die Hälfte aller Verkehrsteilnehmer schwört auf Trucks und Geländewagen. „Das Fahren auf den sehr breiten Straßen ist sehr einfach“, sagt der junge Mann, „solange man nicht versucht, zur Rushhour in Richtung Seattle zu kommen.“  

Die Landschaft in der Region Puget Sound ähnelt dem Schwarzwald, denn sie ist voll von Nadelbäumen. Die Stadt Tacoma liegt am Fuß des Vulkans Mount Rainier, der bei schönem Wetter von fast überall zu sehen ist. „Das erste Geschenk, das ich hier bekommen habe, war ein T-Shirt vom amtierenden American Football Champion, den Seattle Seahawks“, berichtet der Schopflocher, „denn hier wird Football geatmet.“ Jede Firma werbe mit dem Team. An Spieltagen wird navy-blau und neon-grün getragen, sogar bei McDonalds.

Nachdem er noch einen Ausflug nach Texas unternehmen konnte, begann der Unterricht am Clover Park Technical College, wo er Kurse in Architektur und Ingenieurwesen belegt hat. „Wie ich erwartet habe wird wenig Rücksicht auf meine Englischkenntnisse genommen“, macht der 21-jährige seine ersten Lernerfahrungen, „doch inzwischen hat sich mein Vokabular schon deutlich verbessert.“ Das College sei eine Art Berufsschule. Viele Studenten seien älter als er und hätten allerlei Nebenjobs, weshalb er die meisten seiner Freunde nach Feierabend oder beim Sport kennen gelernt hat.

Ab Januar möchte Lukas Hornberger in einem Ingenieurbüro arbeiten. Derzeit hat er einen Aushilfsjob im College-Büro, der ihm zwischen den Vorlesungen zusätzliche Erfahrungen und ein bisschen Geld einbringt. Bald schon plant er einen „Roadtrip“ nach Portland, um ein Basketballspiel mit Dirk Nowitzki zu erleben.

Wer sich für ein Austauschjahr im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) als Schüler oder junger Handwerker bewerben möchte, kann sich an das Abgeordnetenbüro des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel in Berlin wenden unter Telefon 030/22779077 oder schriftlich per E-Mail an:hans-joachim.fuchtel@bundestag.de.

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