17.12.2014

Innovation führt Diplomaten nach Neuweiler

Botschafterbesuch bei mos electronic / Chaverri Sievert informiert sich auf Fuchtels Initiative im Nordschwarzwald

Innovation führt Diplomaten nach NeuweilerInternationale Diplomatie trifft Wirtschaft in Neuweiler (von links): Alexander Schmied (Wirtschaftsförderer) und Andreas Knörle (Abteilungsleiter Zentrale Steuerung) vom Landratsamt Calw, Costa Ricas Botschafter José Joaquín Chaverri Sievert, mos-Firmengründer Horst Schmalstieg und Prokurist Jürgen Bauer sowie der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel.

Neuweiler. Mit 60 Mitarbeitern ist die mos electronic gmbh in Neuweiler zwar ein kleines, mittelständisches Unternehmen. Seine Leiterplattentechnik macht es jedoch zu einem echten Global Player. Da sich innovative Erfolgskonzepte wie das von Firmengründer Horst Schmalstieg auch nach Mittelamerika transferieren lassen, brachte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel die Führungsriege des Unternehmens mit dem Botschafter von Costa Rica, José Joaquín Chaverri Sievert, zusammen.

Der hochrangige Diplomat zeigte sich bei seinem Besuch in Neuweiler begeistert von der modernen Produktionsstätte im Nordschwarzwald und der Aussage des Prokuristen Jürgen Bauer, dass man bei mos electronic schon länger über eine Niederlassung auf dem amerikanischen Markt nachdenke. José Joaquín Chaverri Sievert informierte sich auch ausführlich über das duale Ausbildungssystem in Deutschland, von dem sein wirtschaftlich aufstrebendes Land lernen könne. Wirtschaftsförderer Alexander Schmied und Andreas Knörle, Abteilungsleiter Zentrale Steuerung beim Landratsamt Calw, informierten den Botschafter über die wirtschaftliche Entwicklung des Nordschwarzwaldes.

„Es ist wichtig, dass es zu solchen Begegnungen zwischen unseren Aktivposten in der Wirtschaft und den Repräsentanten interessanter Partnerländer kommt“, sagte der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel. Das Unternehmen sei modern aufgestellt „und über mein Ministerium lasse ich nur Projekte zu, die für die Praxis auch geeignet sind.“ Bei mos electronic mit seiner fast 37-jährigen Geschichte sei das der Fall.

Das innovative Unternehmen, das fest in Familienhand ist, hat sich ausschließlich auf die Herstellung von Leiterplatten fokussiert, erläuterte Jürgen Bauer. mos-Produkte seien in fast jedem elektronischen Gerätetyp auf der Welt zu finden, vom Haushaltshelfer über das Automobil bis zum Flugzeug. „Unsere Produkte verbinden elektronische Komponenten miteinander“, wobei es sehr viele unterschiedliche Typen von Leiterplatten gebe. Auch sind Forschung und Entwicklung ein wichtiges Thema in Neuweiler. Die Großserienproduktion werde zu 85 Prozent über Asien abgewickelt. Der Rest kommt aus Europa und Nordamerika.

„Unser Alleinstellungsmerkmal ist die sehr schnelle Auftragsabwicklung vom Eingang der Bestellung bis zur Auslieferung“, sagte Bauer, „in der Regel sind unsere Produkte in drei Arbeitstagen beim Kunden, während sechs Wochen auf dem Markt die Regel ist.“ Dabei müssten die Entwickler immer ein wachsames Auge auf die sich extrem schnell entwickelnden Technologien haben, ohne zugleich Qualität und Zuverlässigkeit aus dem Auge zu verlieren. Als Beispiel nannte Bauer das Mobiltelefon, das sich mit einer enormen Entwicklungsgeschwindigkeit verändere. Ähnlich sei das momentan vor allem auch in der LED-Technik der Fall. mos electronic liefert weltweit und plant, auch den Handelsumsatz in Asien, der jetzt schon bei 50 Prozent liegt, weiter auszubauen.

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