22.12.2014

Politprominenz dankt Basis

CDU-Kreisverbände feiern mit Sketchen, Blasmusik und guten Gesprächen / Beck und Blenke loben Engagement der Wahlhelfer / Fuchtel bringt äOriginaleô mit

Politprominenz dankt Basis Fünf CDU-Abgeordnete auf einen Streich begrüßte Hausherr Wolfgang Pfrommer im Würzbacher Bauerntheater in Calw-Altburg: Landtagsabgeordneter Norbert Beck, die Bundestagsabgeordneten Charles M. Huber, Kees de Vries und Hans-Joachim Fuchtel sowie den Landtagsabgeordneten Thomas Blenke (von links).

Freudenstadt / Calw. So viel Politprominenz erlebt die CDU-Basis selten auf einmal. Doch um schlichtweg „Danke“ für einen herausragenden Wahlsieg zu sagen, waren sie alle ins Würzbacher Bauerntheater gekommen: ein EU-Abgeordneter, zwei Mitglieder des Landesparlaments und sogar drei Bundestagsabgeordnete feierten mit den Parteifreunden aus dem Wahlkreis Calw/Freudenstadt den Sieg von 2013 noch einmal zünftig bei Sketchen, Blasmusik und guten Gesprächen. 

Dazu hatten die Christdemokraten allen Grund, wie die CDU-Kreisvorsitzenden Norbert Beck (Freudenstadt) und Thomas Blenke (Calw) in Altburg betonten. Denn immerhin hatte der Wahlkreis von Hans-Joachim Fuchtel mit 51,5 Prozent für Kanzlerin Angela Merkel votiert. „Das haben viele fast schon wieder vergessen“, sagte der Landtagsabgeordnete Blenke. Hans-Joachim Fuchtel habe dieses „bayerische Ergebnis“ mit 58,5 Prozent beim Erststimmenergebnis sogar noch gewaltig getoppt.

„Es ist das drittbeste Ergebnis in Baden-Württemberg und das siebtbeste in ganz Deutschland“, ergänzte sein Kollege Beck. Das wiederum könne man nur mit sehr hohem persönlichem Ansehen und mit Hilfe von vielen Weggefährten schaffen, waren sich beide einig: „Wir haben halt die besten Wahlhelfer!“

Doch das allein reiche heutzutage immer noch nicht aus, um eine Wahl zu gewinnen, lehrt die Erfahrung Hans-Joachim Fuchtel. Also sei die CDU im Nordschwarzwald diesmal mit einer völlig neuen Strategie ins Rennen um das Mandat gegangen: Raus aus den Hinterzimmern und direkt auf die Straße, wo man mit Wahlkampf-Theater überzeugte. Dadurch habe man die neuen Medien voll erreicht. Viel gewagt und gewonnen habe man mit dem erstmals eingesetzten Veranstaltungsformat „Rock am Stock“, bei dem sogar EU-Kommissar Günter Oettinger das Tanzbein schwang. „Wir haben mit Ideen gewirtschaftet und keine Materialschlacht betrieben“, zog Fuchtel Bilanz, „und dafür die Parteibasis von der Jungen Union bis zur Senioren-Union gewinnen können.“ Der Besuch der Kanzlerin im Nordschwarzwald war dann das i-Tüpfelchen: Angela Merkel habe nur eine Abendveranstaltung in Baden-Württemberg gehabt, und die fand ausgerechnet in Calw statt.

Lob für diesen ungewöhnlichen Wahlkampf von einem, der selber schon vor der Fernsehkamera stand: Der Bundestagsabgeordnete Charles M. Huber hob die Kreativität der Parteifreunde hervor und sprach ein „großes Kompliment für das schauspielerisches Talent“ aus, nachdem er sich die Videos vom Wahlkampf angesehen hatte. In Fuchtels Wahlkreis sei er gerne gekommen, „weil i di mag!“, sagte er in bayrischem Dialekt. Der Schwabe sei ein Mann des Volkes, der auch nach seiner Berufung zum Staatssekretär bodenständig geblieben sei, charakterisierte der Münchener Ex-Schauspieler seinen Parlamentskollegen. Die ständige Nörgelei an der Politik stört Huber seit Beginn seiner Politkarriere: „Da wird oft die Verhältnismäßigkeit nicht mehr gewahrt!“

Kees de Vries brach derweil eine Lanze für seine Wahlheimat: „Ich bin stolz darauf, als Holländer in Deutschland Verantwortung im Bundestag übernehmen zu dürfen!“ sagte der Landwirt aus Anhalt, der „froh ist, hier leben und arbeiten zu dürfen.“ Wirtschaftskooperationen seien ein wichtiger Baustein für nachhaltige Entwicklungspolitik, steht de Vries hinter der Arbeit des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und seiner Staatssekretäre. Er komme gerne an die Basis, um den Menschen das Gefühl zu geben, „dass da oben nicht ohne sie entschieden wird.“

Einig waren sich schließlich alle, wie wichtig es sei, den 70 Jahre andauernden Frieden in Europa und den Wohlstand zu erhalten. Das werde angesichts einer heranwachsenden Generation, die im Konsum aufwachse und Konfliktpotenzial oft gar nicht eindeutig einschätzen könne, freilich immer schwieriger. Gerade deshalb sei es immens wichtig, sich politisch zu positionieren und zu engagieren.

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