12.01.2015

In Pflege kommt Bewegung

Beifall für Staatssekretär Laumann in voll besetzter Festhalle / Lob beim Pflegeempfang der CDU-Kreisverbände / Ideengeber Fuchtel kündigt fünf weitere Umsetzungsforen an

In Pflege kommt BewegungWertschätzung für die Pflegekräfte beim Empfang der beiden CDU-Kreisverbände Calw und Freudenstadt in Pfalzgrafenweiler mit (von links): Landtagsabgeordneter Thomas Blenke (Calw), Staatssekretär Karl-Josef Laumann, Landtagsabgeordneter Norbert Beck (Freudenstadt), Parlamentarischer Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel sowie Landrat Klaus Michael Rückert am Rednerpult.

Pfalzgrafenweiler / Region. In den Bereich des Pflegewesens in Deutschland kommt Bewegung. Diesen Eindruck nahmen die weit über 100 Besucher des zentralen „Pflegeempfangs“ der CDU-Kreisverbände Calw und Freudenstadt in Pfalzgrafenweiler mit nach Hause. Maßgeblichen Anteil daran hatten Staatssekretär Karl-Josef Laumann mit seinen klaren Worten und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, der bereits nächste Schritte des Vorgehens der CDU vor Ort ankündigte. 

Die Ausführungen des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigen für Pflege wurden mehrfach von den überwiegend aus der Fachwelt stammenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Beifall bedacht. Überhaupt hatten die Christdemokraten in der voll besetzten Festhalle voll ins Schwarze getroffen, als sie das Gespräch mit einem Berufsstand suchten, der nach den Worten des hiesigen Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel sowie der CDU-Kreisvorsitzenden Norbert Beck (Freudenstadt) und Thomas Blenke (Calw) „allerhöchsten Respekt“ verdient. Landrat Klaus Michael Rückert unterstrich, dass die Pflege „die wichtigste Brücke zwischen Medizin und Patienten“ sei, während Bürgermeister Dieter Bischoff daran erinnerte, dass der Berufsstand angesichts des demografischen Wandels noch an Bedeutung zulegen werde.

Ein solches Forum habe es in der Region noch nie gegeben, betonten Diskussionsredner. Ein Experiment also, „bei dem ich nicht mal ansatzweise zu hoffen gewagt habe, dass so viele von Ihnen unserer Einladung folgen“, sagte Fuchtel. Das sei für ihn Ansporn, „am Ball zu bleiben“. Er wie auch die Organisatoren der CDU-Kreisverbände ernteten unisono Lob für eine Veranstaltung, „in der die Menschen zusammengeführt wurden, die in der Verantwortung stehen und wissen, wie es in der Praxis aussieht“, so Fuchtel.

„Ich finde es großartig, dass die Pflege auf diesem Weg den Stellenwert bekommt, der ihr zusteht“, sagte Dekan Werner Trick, „denn genau das entspricht dem christlichen Menschenbild.“ Von einer „tollen Initiative“ des Ideengebers Hans-Joachim Fuchtel sprach Patienten-Fürsprecherin Waltraud Lumpp. Der Abgeordnete seinerseits berichtete von Erfahrungen, die er bei der Begleitung von Pflegekräften in seinem Wahlkreis gesammelt habe. Fuchtels Fazit: „Wir brauchen im ländlichen Raum mehr Dialog, damit Gesamtkonzeptionen gelingen.“ Bei allen Diskussionen über die Ausgestaltung der Pflege dürfe man auf keinen Fall vergessen, dass „diejenigen, die heute gepflegt werden, diesen Staat aufgebaut und die Grundlage für unseren Wohlstand geschaffen haben.“

„Geld pflegt nicht“, rief Karl-Josef Laumann den Anwesenden ins Gedächtnis, dass nicht allein die Finanzierung die größte Herausforderung der Pflege ist, sondern: „Wir brauchen auch ganz konkret jemanden, der es tun will.“ Wobei die häusliche Pflege bereits für spürbare Entlastung sorge. Laumann fordert eine generalistische, attraktivere und gebührenfreie Ausbildung, die nicht mehr zwischen Alten- und Krankenpflege unterscheidet. „Die duale Berufsausbildung muss auch für die Pflegeberufe gelten“, argumentierte der Staatssekretär weiter. Dem Ruf nach dem Abitur als Voraussetzung für den Pflegeberuf erteilte er eine klare Absage. In der Öffentlichkeit werde ohnehin ein völlig falsches Bild von der Pflege gezeichnet. In Laumanns Augen muss Schluss sein mit Misstrauenskultur, Bürokratie und einem seiner Ansicht nach falschen Benotungssystem.

Die neue Bundesgesetzgebung zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf bringe mehr Flexibilität und berücksichtige verstärkt das Krankheitsbild Demenz. Als Grundlage künftiger Tarifverhandlungen nannte Laumann Transparenz: „Ich will den Nachweis, dass Tarif bezahlt wird und Zusatzleistungen bei denen ankommen, die die Arbeit leisten.“ Die Ausgaben für die Leistungen werden um vier Prozent erhöht, Vereinfachungen bei den Dokumentationspflichten ermöglicht sowie im häuslichen Bereich Kostenübernahme pflegegerechter Umrüstungen fast verdoppelt. Der Abschluss der Arbeiten an einem neuen Pflegebegriff werde in diesem Jahr erfolgen.

Wertschätzung für die Pflegenden schaffen: Das ist nach den Worten des Landtagsabgeordneten Thomas Blenke mit dem Pflegeempfang gelungen. Damit sich alle in die CDU-Veranstaltungsreihe einbringen können, haben die Organisatoren Fragebogen verteilt.

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