13.01.2015

Für den Erhalt der Berufsschulen

Fuchtel geht unter die Leut: Ofzky warnt vor Verlust im ländlichen Raum / Ausbildung hilft jungen Menschen, Betrieben und Region

Für den Erhalt der Berufsschulen Sprechen sich für den Erhalt der Berufsschulen im ländlichen Raum aus: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und der Freudenstädter Unternehmer Klaus-Dieter Ofzky.

Freudenstadt. Der Kampf um den Erhalt der Berufsschulen im ländlichen Raum ist für Klaus-Dieter Ofzky von großer Bedeutung. Das Land erkläre großzügig, dass sich ein Klassenteiler unter 12 Schüler nicht mehr lohne, ärgert sich der Freudenstädter Unternehmer, doch „welcher Handwerksbetrieb soll ohne Nachwuchs noch Projekte wie zum Beispiel das Kreiskrankenhaus betreuen?“ 

Wenn der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel wissen will, wo den Mittelstand der Schuh drückt, dann mischt sich der Bundestagsabgeordnete gerne „unter die Leut“, wie er seine Erkundungstouren durch den Wahlkreis nennt. In diesem Fall besuchte er den Elektrobetrieb Ofzky, um sich unter anderem nach der Auftragslage im Handwerk zu erkundigen. Die war, gibt Klaus-Dieter Ofzky unumwunden zu, im letzten Jahr ausgesprochen gut.

Allerdings mache den Handwerksbetrieben eine sprunghafte Wirtschaftspolitik auf Landesebene zu schaffen. Erst werde die Installation von LED-Installationen zur Einsparung von Energie gefördert. Nach relativ kurzer Zeit werde die Subvention allerdings auch gleich wieder eingestellt. Das sei zu kurz, um ein Förderprogramm in den Köpfen der Investoren zu verankern. Die Folge: „Erst können wir die Auftragslage schier nicht bewältigen und danach ist ab einer Reichweite von 80 Kilometer rund um Freudenstadt schon wieder Sendepause“. Und das, obwohl es noch genügend Projekte geben würde, die eine Förderung dringend gebrauchen könnten.

Elekto Ozky widmet sich anspruchsvollen Elektro-, EIB-, Beleuchtungs- und Datentechnikinstallationen über einen Aktionskreis von etwa 100 Kilometer rund um seinen Standort. Schon seit Gründung im Jahr 1960 hat der Handwerksbetrieb junge Leute ausgebildet. Auch in diesem Jahr, sagte Klaus-Dieter Ozky, sei es sein Bestreben, alle jungen Leute zu übernehmen. Von den aktuell 32 Mitarbeitern befinden sich vier Jugendliche in Ausbildung, was einer Ausbildungsquote von über 12 Prozent entspricht. Damit liegt das Freudenstädter Unternehmen deutlich über dem deutschen Mittelwert von 4,8 Prozent.

Allerdings macht sich Ofzky um die Zukunft des Handwerks ernsthafte Sorgen, weil die Heinrich-Schickhardt-Schule in Freudenstadt über sinkende Schülerzahlen klage. Das Land freilich rede offen darüber, dass sich Klassen ab 12 Schülern nicht mehr lohnen und werde mit dieser Einstellung den ländlichen Raum abhängen. Dabei tue sich das Handwerk ohnehin schon schwer genug, ausreichend Fachkräfte zu finden.

Mit seinem Vorstoß, für den Erhalt der Berufsschulen zu kämpfen, rennt Ofzky beim CDU-Bundestagsabgeordneten indes offene Türen ein. „Ich finde es gut, dass Sie dieses Thema offen ansprechen“, sagte Fuchtel, der nicht nur einmal vor einem Verlust ganzer Klassenzüge gewarnt hat. Nicht umsonst hat er Ausbildungsbetriebe im Nordschwarzwald mit ausbildungswilligen Jugendlichen aus Südeuropa zusammengeführt, um die Zahl der Berufsschüler wieder steigen zu lassen.

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