21.01.2015

Mongolei-Botschafter trifft Wirtschaft

Tsolmon Bolor führte Gespräche im Nordschwarzwald / Staatssekretär Fuchtel lud hochrangigen Diplomaten ein

Mongolei-Botschafter trifft WirtschaftZu Wirtschaftsgesprächen reiste der Botschafter der Mongolei, Tsolmon Bolor (Mitte), auf Einladung des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel (links) in den Nordschwarzwald. Dabei kam es auch zu einer Begegnung mit IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler.

Calw / Freudenstadt. Einige seiner ersten Wirtschaftsgespräche in Deutschland als neuer Botschafter der Mongolei führten Tsolmon Bolor in den Nordschwarzwald. Der Parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel hatte den hochrangigen Diplomaten in seinen Wahlkreis Calw/Freudenstadt eingeladen. Dabei kam es auch zu einer Begegnung mit dem IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler. 

„Die Mongolei entwickelt sich dank umfangreicher Reformen zu einem interessanten Partnerland in Zentralasien“, sagte Fuchtel, denn immerhin befinde sich das Land, das zwischen Russland und der Volksrepublik China liegt, auf einem deutlichen Wachstumskurs. Nach Kasachstan ist die Mongolei der flächenmäßig zweitgrößte Binnenstaat der Welt. Auf 1,55 Millionen Quadratkilometer wohnen 2,7 Millionen Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von nur 1,7 Einwohner pro Quadratkilometer entspricht. 2014 jährte sich die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Mongolei und Deutschland zum 40. Mal. Das Land, das sich auf dem Weg zur Marktwirtschaft befindet, ist reich an Rohstoffen.

Tsolmon Bolor ist als außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter in Deutschland akkreditiert. Dennoch ist die Bundesrepublik für ihn alles andere als ein politisches und wirtschaftliches Neuland. Der 48-jährige kam nach dem Studium am Institut für Internationale Beziehungen in Potsdam und an der Diplomatischen Akademie in Wien 1995 zum ersten Mal an die Botschaft der Mongolei, die damals noch in Bonn angesiedelt war. Nach dem Umzug nach Berlin amtierte Bolor bis 2007 als Leiter der Konsularabteilung. 2010 kehrte er als Gesandter-Botschaftsrat zurück nach Berlin.

Im Mittelpunkt der Gespräche im Nordschwarzwald standen vornehmlich die Kontaktaufnahme zur hiesigen Wirtschaft und mögliche wirtschaftliche Projekte. Ein starker Impuls für das Wirtschaftswachstum in der Mongolei ist der Außenhandel. Zwischen 2005 und 2008 wuchs das Außenhandelsvolumen im Jahresdurchschnitt um 41 Prozent. Nach der Weltwirtschaftskrise kam es ab 2009 dank steigender Rohstoffpreise rasch zu einer Stabilisierung der Lage. Die mongolische Regierung sieht Deutschland als ihren wichtigsten Partner in der Europäischen Union an, weshalb das Land eine umfassende Partnerschaft mit der Bundesrepublik anstrebt.

Die Wirtschafts- und Handelsabteilung der mongolischen Botschaft hat ihrerseits die Aufgabe, mongolisch-deutsche Wirtschaftsbeziehungen, insbesondere die Investition und den bilateralen Handelsaustausch, zu fördern und zu koordinieren. Dazu informiert der Botschafter Vertreter der Wirtschaft über geschäftliche Rahmenbedingungen in seiner Heimat, wie jetzt auf Initiative von Hans-Joachim Fuchtel geschehen, um wirtschaftliche Kooperationen zu entwickeln.

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