20.09.2011

Teilhabe wo immer möglich

Behindertenbeauftragter besucht Haus Tannenburg / Hüppe auf Einladung von Staatssekretär Fuchtel in Simmersfeld

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Simmersfeld. Dass selbst Menschen mit schwersten Behinderungen Teilhabe erleben können, wenn sie in die dörfliche Gemeinschaft integriert sind, beeindruckte den Behindertenbeauftragten der Bundesregierung in Simmersfeld. Auf Einladung des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel besuchte Hubert Hüppe in Begleitung von Bürgermeister Jochen Stoll das Haus Tannenburg.

Dank seines engagierten Teams könnten die Bewohner regelmäßig an Gottesdiensten und Veranstaltungen im Ort teilnehmen, betonte Heimleiter Werner Volz. Im Wohn-Pflege-Heim der Johannes-Anstalten Mosbach leben die schwerst- und mehrfach Behinderten teilweise seit über 30 Jahren, erläuterte Pflegedienstleiter Nils-Peter Fischer. Viele Bewohner seien schon als Kinder nach Simmersfeld gezogen, wo sie rund um die Uhr betreut werden, wenn diese Arbeit im häuslichen Umfeld nicht geleistet werden könne.

Die meisten von ihnen könnten sich nicht mal artikulieren, geschweige denn sprechen. Sie sind beispielsweise nicht in der Lage, ihre Lebensaufgabe in einer Werkstatt zu finden. Das Haus Tannenburg hat 50 Langzeit- und zwei Kurzzeit-Pflegeplätze.

Die anfängliche Skepsis der Umgebung habe mit der Zeit einer großen Offenheit Platz gemacht, erläuterte Volz, das Haus Tannenburg werde von vielen Bürgern unterstützt. Die Besuche im Dorf zeigten immer wieder: „Auch wir gehören zur Gemeinde!“ Dass junge Menschen aus dem Ort als Ferienhelfer im Haus Tannenburg arbeiten, freue ihn stets ganz besonders. Das zeige die hohe Akzeptanz der Arbeit dieser Einrichtung. Auch stammten einige Mitarbeiter direkt aus Simmersfeld oder näherer Umgebung. Angesichts der Schwere der Behinderungen sei an Inklusion im Sinne der Konvention der Vereinten Nationen in dem Heim freilich nicht zu denken.

Teilhabe sei ein Menschenrecht, sagte Hüppe, insofern begrüße er die offene Heimarbeit in Simmersfeld sehr. Besonders wichtig aber sei, dass sich die Menschen mit Behinderung da wohl fühlten, wo sie leben. In Simmersfeld werde vorbildliche Arbeit geleistet, betonte der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, der den Mitarbeitern viel Kraft bei ihrer Arbeit wünschte. Hüppe hatte das Wichtigste mitgebracht, was man schwerstbehinderten Menschen geben kann: Für den Rundgang und die Nähe zu den Heimbewohnern nahm er sich viel Zeit.

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