05.02.2015

Forum für das Gastgewerbe

Fuchtel: Arbeitskreis soll Ideen für Branche entwickeln / Hoteliers und Gastronomen sagen spontan zu / Kein Bürokratieaufbau wegen Mindestlohn

Forum für das GastgewerbeEin Forum für das Gastgewerbe soll der neue Arbeitskreis mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Mitte) sein.

Bad Teinach-Zavelstein. Zuhören, diskutieren, anstoßen: Das wird ein Arbeitskreis im Nordschwarzwald leisten, der sich vorrangig aus Vertretern des Hotel- und Gaststättengewerbes zusammensetzt. Mit im Boot: der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, der mit seinem Vorschlag zum regelmäßigen Meinungsaustausch innerhalb der Branche offene Türen einrannte.  

„Mit fehlt ein Forum, bei dem man gute Ideen für Tourismus, Hotellerie und Gastronomie entwickeln kann“, hatte der Bundestagsabgeordnete Gastronomen und Hoteliers bei einem Treffen in Zavelstein ans Herz gelegt, sich Gedanken über einen Arbeitskreis zu machen. Die Vertreter des Hotel- und Gaststättengewerbes indes fackelten nicht lange. Sie griffen den Ball sofort auf. „Das ist eine prima Sache“, urteilte Rolf Berlin, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) im Kreis Calw, „wir sind dabei!“ Er freue sich über Fuchtels Engagement. Als Mitglied der Bundesregierung könne er viel Erfahrung in den Arbeitskreis einbringen, für den außerdem Partner aus der Wirtschaft gewonnen werden sollen.

Der Tourismus habe als Wirtschaftszweig große Bedeutung, unterstrich Berlin. Dank Mehrwertsteuer-Reduzierung hätten die Betriebe größtenteils kräftig investiert, was sich wiederum für alle Seiten auszahle. Jetzt dürfe das zarte Pflänzchen des Aufschwungs durch neue Gesetze nicht wieder vom SPD-geführten Arbeitsministerium zerstört werden. „Wir haben kein Problem mit dem Mindestlohn“, machte Berlin deutlich, „sehr wohl aber damit, dass man uns die Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung nehmen will.“ Wer das versuche, habe nicht begriffen, was den Servicegeist ausmache. „Was wären die Region und unser Land ohne uns als Leistungsträger Nummer eins?“ fragte Berlin, der mehr Planungssicherheit einforderte.

Die Bundeskanzlerin „ist ein Glücksfall für uns“, sagte Berlin. Sie habe die Zeichen der Zeit erkannt und Nachbesserungen angemahnt. Denn betroffen seien die Geringverdiener und die Arbeitgeber, die deutlich mehr Verwaltungsaufwand betreiben müssten. In Hans-Joachim Fuchtel fanden die Gastronomen einen Verbündeten, wenn es um eine schnelle Überprüfung möglicher bürokratischer Probleme beim Mindestlohn geht.

Der Bundestagsabgeordnete erneuerte seinen Vorschlag, Jobbörsen auf regionaler Ebene im Internet einzurichten, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Der Tourismus müsse wieder konsequent bis an die Außengrenzen des Nordschwarzwaldes herangeführt sowie Unternehmen mit entsprechenden Angeboten als touristische Ziele wahrgenommen werden. „Wir brauchen mehr Erlebniseffekte“, ist sich der Abgeordnete sicher, der intelligente Konzepte einfordert, um für Tagestouristen attraktiver zu werden. Dazu werde auch das neue Würzbacher Theaterhaus seinen Beitrag leisten.

„Das ist genau der richtige Weg“, pflichtete Rolf Berlin bei, der ländliche Raum werde nur mit guter Gastronomie eine Zukunft haben. Die Gesprächsteilnehmer forderten mehr Qualitätsbewusstsein bei neuen Gastronomiebetrieben, Mut zu Veränderungen und eine Aufwertung des Branchenimages, was zu mehr Wertigkeit führe. „Wir müssen uns von manchen Konzepten verabschieden“, machte Herbert Reinelt, Vorsitzender der Fachgruppe Berufsbildung, deutlich, „die Jugend zeigt uns, was sie haben will.“ Deshalb müssten Jungunternehmer nicht nur ideell, sondern auch finanziell unterstützt werden.

„Junge Leute wollen mehr Erlebnis“, pflichtete Fuchtel bei, „wir müssen uns also für neue Konzepte öffnen.“ Eine Aufgabe des Forums werde daher sein, Alternativen für diese Zielgruppen zu entwickeln. „Ich bin bereit, dafür meine Ideen und Netzwerke einzubringen“, sagte der Politiker, „denn ich bin ein großer Fan von denen, die etwas bewegen wollen.“

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