06.02.2015

Narren mischen rheinischen Karneval auf

Grenzweg Sinfoniker und Maskenträger aus Freudenstadt bei Weiberfastnacht in Bonn / Einladung von Staatssekretär Fuchtel

Narren mischen rheinischen Karneval aufIn die Weiberfastnacht am Rhein stürzen sich die „Kniebiser Grenzweg Sinfoniker“ gemeinsam mit Maskenträgern aus Freudenstadt. Ihre Bonner Auftritte im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie in der GIZ-Zentrale bereiteten sie im Horber Gasthaus „Schiff“ vor (von links): Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Yannik Müller (musikalischer Leiter), Carola Klumpp, Maileen Dettling, Gründer Jochen Klumpp und Marcel Müller (Zunftmeister und Tourmanger).

Freudenstadt. Weiberfastnacht im Bonner Ministerium und die „Grenzweg Sinfoniker“ vom Kniebis mischen sich mitten unter die Jecken! Zu überhören werden die Guggamusiker am "Schmotzigen" wohl kaum sein und zu übersehen auch nicht. Denn im Schlepptau hat die Musikertruppe um ihren Gründer Jochen Klumpp eine bunte Abordnung von Freudenstädter Narren.

„Rheinischer Karneval trifft schwäbisch-alemannische Fastnacht“ hat der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel dieses muntere Treiben überschrieben, zu dem er bereits zum zweiten Mal Narren aus seinem Wahlkreis Calw/Freudenstadt ins frühere Kanzleramt einlädt. Denn in diesem historischen Haus am Rhein hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) seinen ersten Dienstsitz. 75 Prozent der insgesamt 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in Bonn ihren Arbeitsplatz. Da kann man sich natürlich vorstellen, was an diesem Tag am früheren Wohnsitz von Helmut Kohl so alles los ist.

Der Bonner Karneval ist ohnehin für das ausgelassene Treiben seiner Jecken bekannt. Davon bleiben alljährlich auch das Ministerium sowie die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), die gleich um die Ecke in der Friedrich-Ebert-Allee residiert, nicht verschont. Die Kniebiser Grenzweg Sinfoniker sind für ihre Auftritte bestens gewappnet, verraten Gründer Jochen Klumpp, der musikalische Leiter Yannic Müller sowie sein Bruder Marcel Müller (Zunftmeister und Tourmanger) dem Staatssekretär bei der Vorbereitung dieses ungewöhnlichen Ausflugs vom Schwarzwald an den Rhein. Alle 25 Musikerinnen und Musiker haben für den Fasnetstrip zugesagt. Mit dabei außerdem eine 20-köpfige Abordnung aus dem närrischen Freudenstadt mit Schneeberghexen, Stockerbach-Gerbern, Bergmännle, Keaberg-Hexen, Belzebua und Bärenfängern.

Schon um 5 Uhr in der Früh werden die Narren starten, um sich rechtzeitig ins närrische Treiben stürzen zu können, das sich nach den musikalischen Auftritten in BMZ und GIZ noch in der Bonner Szene fortsetzen wird. Vorab werden die Narren aus dem Schwarzwald sogar eine exklusive Führung durch das frühere Kanzleramt erhalten, wo deutsche Nachkriegsgeschichte geschrieben wurde.

„In diesem Haus“, sagt Hans-Joachim Fuchtel, „wurde ab 1964 die ganze Welt empfangen. Insofern hat dieses historische Gebäude die deutsche Nachkriegsgeschichte geprägt.“ Hier residierten die Kanzler von Ludwig Erhard bis Helmut Kohl. Das ehemalige Kanzleramt ist von einer großräumigen Kubatur geprägt. In der Vergangenheit waren die Bonner Jecken bei der Prunksitzung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jedoch stets unter sich. Das hat sich im letzten Jahr schlagartig geändert, als zum ersten Mal Narren aus dem Nordschwarzwald den rheinischen Karneval mit großem Erfolg aufmischten.

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