24.02.2015

Urkunde für gute Schulnoten in USA

Simone Hayer hat schon viel erlebt / Ihrem Bundestagspaten Hans-Joachim Fuchtel berichtet sie vom Leben in Connecticut

Urkunde für gute Schulnoten in USAEine Urkunde für ihre guten schulischen Leistungen hat Simone Hayer von ihrer Lehrerin überreicht bekommen.

Freudenstadt. Kaum drückt sie die Schulbank in den USA, bekommt Simone Hayer schon eine Urkunde für gute, schulische Leistungen von ihrer Lehrerin überreicht. Denn die Teilnehmerin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) aus Freudenstadt schreibt nach ihrer Eingewöhnungsphase nun Bestnoten jenseits des großen Teichs.

 An ihrem Alltag lässt die 15-jährige den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel teilhaben, denn der ist ihr Pate im Deutschen Bundestag. Fuchtel hatte sie wegen ihrer guten schulischen Leistungen und ihrem sozialen Engagement auserwählt.

Die guten Noten hätten sicher auch damit zu tun, gibt sich die gebürtige Klosterreichenbacherin bescheiden, „dass die Lehrer hier sehr engagiert sind.“ So habe ihre Schulleiterin erreicht, dass Austauschschüler aus der ganzen Welt an die Connecticut IB Academy (CIBA) in East Hartford gehen können. Also trifft Simone Hayer zum Beispiel auf Jugendliche aus Brasilien, Italien, China, Mexico und auch Deutschland.

Ein gutes Beispiel für die ethnische Vielfältigkeit Amerikas ist ihr Schulfreund Changhun, der in Südkorea geboren wurde und im Alter von fünf Jahren mit seiner Familie in die USA umgezogen ist. „Viele meiner Klassenkameraden haben einen ähnlichen Hintergrund, und ich finde ihre Geschichten sehr interessant“, sagt sie. Die CIBA ist eine öffentliche Schule mit einem speziellen Abschluss, der international anerkannt wird. Die Bildungseinrichtung hat weniger als 200 Schüler. Jedoch befindet sich direkt nebenan die East Hartford High School mit 2.500 Schülern.

 

Simone Hayer hat schon viel erlebtSimone Hayer und ihr Schulfreund Changhun.

 

In South Windsor im Bundesstaat Connecticut wohnt Simone Hayer bei Candida und Robert McKay, deren 17-jähriger Tochter Natalie und dem 14-jährigen Sohn Benjamin. In dieser Gastfamilie fühlt sie sich sehr wohl. Bei ihrem Aufenthalt hat sie schon viel erlebt. So besuchte sie die Niagarafälle, die sie sehr beeindruckten. Außerdem hat sie die pulsierende Millionenstadt New York besucht: „Das war wirklich ein unvergesslicher Ausflug!“ Auf dem Campus der Universität von Connecticut (UCONN) staunte sie über die Größe des Geländes und die Vielfältigkeit der angebotenen Studiengänge.

„Aber am eindrucksvollsten finde ich das alltägliche Leben“, schreibt die Freudenstädterin, „jeden Tag lernt man etwas Neues über sich selbst, die Menschen um einen herum und wie man von der eigenen Kultur geprägt wird.“ Sie engagiert sich in einigen Jugendclubs, und sie hat eine Scout-Gruppe gefunden, wo sie sich einbringen kann. „So kann ich etwas direkt an das Gemeinwesen zurückgeben“, meint die Schülerin.

In der Kirchengemeinde hat sie Freunde in der Jugendgruppe gefunden, um auch Kontakte außerhalb der Schule zu knüpfen. „Auf diese Weise kann ich so viel wie möglich von der amerikanischen Kultur entdecken und mitnehmen“, so die 15-jährige. Gerne diskutiert sie mit ihren Gasteltern, Jugendlichen, Erwachsenen und ihren Lehrern über Politik, das Schulsystem und Themen, die in den USA sehr brisant sind. „In den vielen Gesprächen erlebt man, dass auch hier jeder seine eigene Meinung hat. So lernt man viel über die Geschichte.“

Simone Hayer ist nachdenklicher geworden. „Natürlich hinterfragt man seine eigene Meinung zu bestimmten Themen, da man eine komplett neue Sichtweise auf manche Dinge vermittelt bekommt.“ Einige ihrer Standpunkte hätten sich allerdings eher noch verstärkt. Die Geschichte von dem kleinen Jungen mit der Spielzeugpistole, der von der Polizei erschossen wurde, hat sie betroffen gemacht. „Da dachte ich daran, dass ein strenges Waffengesetz einen eindeutigen Unterschied macht und mehr zivile Sicherheit garantiert.“

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