24.03.2015

KAFA überzeugt asiatische Unternehmer

Delegation aus Bangladesh besucht Wäscherei / Fuchtels Gäste interessieren sich auch für modernes Energiekonzept

KAFA überzeugt asiatische UnternehmerDie Textilunternehmer aus Bangladesh führten Geschäftsführer Uwe Kallfaß (Vierter von links) und Firmengründer Karl Kallfaß (links) durch die Produktionsräume der Firma KAFA in Klosterreichenbach.

Baiersbronn-Klosterreichenbach. Dass man in einem deutschen Vorzeigebetrieb aus Abwasser auch noch Energie gewinnt, beeindruckte die beiden Geschäftsleute Mohammed Jabbar und Miran Ali in Klosterreichenbach ungemein. Die Textilunternehmer aus Bangladesh waren eigentlich zu KAFA gereist, um von Uwe und Karl Kallfaß zu erfahren, wie man gebrauchte Wäsche regelmäßig duftend rein bekommt.

Doch als die Mitglieder der Wirtschaftsdelegation aus Dhaka live erlebten, wie sich schwäbische Tüftler neben ihrem Alltagsgeschäft auch noch für Energieeinsparung und Umweltschutz einsetzen, spitzten sie beim Rundgang durch die Produktion umso intensiver ihre Ohren. Jabbar und Ali hielten sich zu Wirtschaftsgesprächen in Berlin und Baden-Württemberg auf. Für den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel lag deshalb nahe, den Kontakt zwischen den Textilreinigern und den Textilfabrikanten zu knüpfen. 

„Sie haben einen sehr schönen und interessanten Betrieb“, dankte Mohammed Jabbar, Direktor der DBL Group, die in Bangladesh 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, für den Einblick in den Produktionsalltag. Sein Kollege Miran Ali, Chef der Bitopi Group mit 10.000 Beschäftigten, war ebenfalls hellauf begeistert. „Wir nutzen in Bangladesh bislang nur Dieselaggregate“, betonte der Großunternehmer, „was wir hier zu sehen bekommen haben, hat mich sehr überzeugt.“

Mit knapp 160 Millionen Einwohnern ist Bangladesh bei einer Fläche von 147.570 Quadratkilometer einer der am dichtesten besiedelten Flächenstaaten der Welt. Kein Wunder also, wenn Energie knapp ist, wie die Wirtschaftsvertreter ihr ausgeprägtes Interesse an modernen Energiekonzepten begründeten.

Bei KAFA werden täglich 15 Tonnen Wäsche gewaschen. Für die Erweiterung der Produktionsfläche und in Maschinen investiert das Unternehmen aktuell 1,3 Millionen Euro. „Wir brauchen für unser Kundenwachstum, aber auch für unseren modernen Maschinenpark vor allem mehr Raumhöhe“, informierte Geschäftsführer Uwe Kallfaß die südasiatischen Gäste. Den Prozessdampf erzeugt das Unternehmen Kohlendioxid-neutral durch eine neue, vollautomatische Holzpellets-Dampfkesselanlage, über die sich die beiden Großunternehmer ebenfalls bis ins Detail informierten. Alle sechs Tage werden automatisch 25 Tonnen Pellets nach Klosterreichenbach geliefert. Geordert wird diese Bioenergiemasse automatisch über das Internet.

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