28.05.2015

Nachhaltigkeit im Blick

Staatssekretär Fuchtel im Dialog mit Pfarrer Keil / Mehr Gewicht in der Politik für christliche Botschaften

Nachhaltigkeit im Blick Begegnung zwischen Politik und Seelsorge: Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (rechts) im Gespräch mit Helge Keil, dem theologischen Leiter des Wörnersberger Ankers.

Wörnersberg. Wenn sich die Welt zum Guten wenden soll, dann müssen Nächstenliebe und christliche Botschaften wieder mehr Gewicht in der Politik bekommen. Darin sind sich Pfarrer Helge Keil und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel einig. Der Bundestagsabgeordnete betonte im Gespräch mit dem theologischen Leiter, dass die christliche Lebensgemeinschaft wertvolle Arbeit für die Gesellschaft leiste.

Der Politiker steht im ständigen Dialog mit kirchlichen Einrichtungen, um christliche Meinungen in seine Arbeit und die Politik einfließen zu lassen. Durch seine Auslandsreisen für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wird der Staatssekretär häufig mit Flüchtlingsnot und Armut konfrontiert. „Ich nutze mein Amt durchaus, um christliche Werte und Nächstenliebe in den Vordergrund der politischen Begegnungen zu rücken“, sagte Fuchtel.

Der Wörnersberger Anker widme sich als „Lebensschule für junge Erwachsene“ intensiv der jungen Generation und lege großen Wert auf die Begegnungen mit anderen christlichen Konfessionen, wie zum Beispiel in Osteuropa. „Ich bewundere Ihre Taten“, betonte Fuchtel. Bundeskanzlerin Angela Merkel verweise wo immer möglich auf die Menschenrechte. Fuchtels Grundsatz: „Globale Wirtschaft braucht etwas mehr globale Menschenliebe!“ Dieser Aspekt müsse weltweit noch viel stärker ins Bewusstsein gerückt werden. „Wenn wir was im Sinne der Menschen bewirken wollen, müssen wir alle zusammenhalten“, so der Abgeordnete. Das fange bei fairer Produktion an. Deswegen arbeite sein Ministerium am „Textilbündnis“, konkretisierte Fuchtel.

Auf Pfarrer Keils Frage, welche Anliegen die 28 Mitarbeiter und FSJ-ler in ihr Dienstagsgebet einschließen sollten, denkt Fuchtel zunächst an die 51 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind. Es sei eine „Riesenherausforderung, heimatnahe Lösungen zu finden“, sagte der Staatssekretär, anstatt sie skrupellosen Schlepperbanden zu überlassen. Auch stehe auf seiner Wunschliste ganz obenan, dass wieder mehr Vernunft in die internationale Politik einfließe und christliches Gedankengut mehr Bedeutung gewinne.

Es sei wünschenswert, dass die Menschheit wieder zu Maß und Ziel zurückfinde, sagte der Pfarrer. Projekte des Wörnersberger Ankers wie die Unterstützung für Straßenkinder auf den Philippinen öffneten ihm persönlich immer wieder die Augen dafür, dass der Mensch hierzulande viele Gründe habe, dankbar zu sein.

Der Bundestagsabgeordnete bat die Verantwortlichen des Wörnersberger Ankers, sich in den von ihm initiierten runden Tisch zum Thema Entwicklungszusammenarbeit einzubringen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten bereits einen reichen Erfahrungsschatz beisteuern.

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