09.06.2015

Prävention stärker machen

Gesundheitspark im Gespräch mit Fuchtel / Konzept der Pflegekonferenzen begrüßt / Netzwerk wird engmaschiger / Walter Beuerle Geschäftsführer

Prävention stärker machenDiskutierten über Pflege und Reha in Freudenstadt und Nagold (von links): Walther Seiler, Carsten Dryden, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Walter Beuerle.

Freudenstadt / Neubulach / Nagold. Das Netzwerk rund um die erste Pflegekonferenz, zu der der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel noch in diesem Jahr einladen wird, wird immer engmaschiger. Jetzt suchten die Verantwortlichen des Martha-Maria Gesundheitsparks Hohenfreudenstadt, zu dem auch das Hotel Teuchelwald gehört, das Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten.

In Freudenstadt traf der Politiker neben dem ihm bekannten Geschäftsführer Carsten Dryden auch auf den Direktor Pastor Walther Seiler sowie auf ein altbekanntes Gesicht aus dem Nachbarkreis. Denn die Martha-Maria Gesundheitspark Hohenfreudenstadt gemeinnützige GmbH hat mit Walter Beuerle, dem früheren Bürgermeister von Neubulach, seit 1. April 2015 einen weiteren Geschäftsführer bestellt.

Die drei verantwortlichen Köpfe des Klinik- und Hotelkomplexes wollten dem Politiker nicht nur ihr Präventionskonzept für Klinik und Hotel vorstellen, sondern vor allem ihr Interesse an einer Mitwirkung der von Hans-Joachim Fuchtel eingeleiteten Aktivitäten auf dem Pflegesektor signalisieren. „Das ist auch für uns ein Kernthema“, sagte Seiler mit Hinweis auf das große Martha-Maria Seniorenzentrum in Nagold. Zugleich zollte der Pfarrer dem Bundestagsabgeordneten Respekt, dass er sich auch für kleinere Betriebe seines Wahlkreises Zeit nehme, was ihm klar vor Augen führe: „Sie sind ein verlässlicher Partner für uns.“

Finanziell ist der Gesundheitspark von der Ausstattung her nicht auf Rosen gebettet, machten die drei verantwortlichen Leiter deutlich. Bei den derzeit aktuellen Tagessätzen für Rehabilitation und Medizin kämpften viele Einrichtungen ums nackte Überleben. Da aber in der Klinik Hohenfreudenstadt und im Hotel Teuchelwald „ein guter Job gemacht wird“, wie Hans-Joachim Fuchtel der Klinik- und Hotelleitung bescheinigte, ist der Ruf der Freudenstädter Häuser gut und die Auslastung entsprechend hoch. „Wir jammern nicht über zu wenig Patienten“, machte Walter Beuerle deutlich.

Auf der anderen Seite würden „Billigheimer“ dem Qualitätsmarkt massiv schaden. Das Diakoniewerk Martha-Maria führt Krankenhäuser, Seniorenzentren und andere soziale Einrichtungen mit insgesamt über 3400 Mitarbeitenden. Das selbstständige Diakoniewerk in der Evangelisch-methodistischen Kirche, die zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen gehört, ist Mitglied im Diakonischen Werk. In Baden-Württemberg ist Martha-Maria eine feste Größe im Bereich diakonischer Anbieter, machte Beuerle deutlich.

Auf großes Interesse stieß der Parlamentarische Staatssekretär außerdem mit seiner Initiative, ein Burnout-Café für die Region zu gründen. Zwischenzeitlich gebe es zunehmende Unterstützung, wobei insbesondere bereits die AOK Nordschwarzwald sich positiv und konkret einbringe. Auch der Standort sei schon klar: das neue Würzbacher Bauerntheater in Calw-Altburg. „Mitten im Leben stehen“, gibt der CDU-Politiker die Richtung vor. „Das Projekt muss dringend angegangen werden“, machte Fuchtel deutlich, denn immer mehr Menschen fühlten sich ausgelaugt oder überfordert.

Auf die erste Pflegekonferenz im Nordschwarzwald in diesem Jahr werden wie angekündigt weitere folgen, betonte Fuchtel. Anschließend wolle man das Gehörte bei Rundfahrten zu entsprechenden sozialen Einrichtungen in den Landkreisen Calw und Freudenstadt in der Praxis weiter vertiefen sowie mit Mitarbeitern wie Patienten ins Gespräch kommen.

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