22.07.2015

Gemeinsam für Straßenkinder

Haists einzigartige Fußball-Sammlung soll Leuchtturm-Projekt werden / Fuchtels Netzwerk gefragt

Gemeinsam für Straßenkinder Gemeinsames Engagement für die Straßenkinder in aller Welt: Hans-Martin Haist (rechts) und der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel.

Freudenstadt. Seine Sammlung ist jetzt schon einzigartig, aber sie soll mit Hilfe des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel noch größer und bekannter werden. Die Rede ist von Hans-Martin Haists Fußbällen, mit denen Straßenkinder in aller Welt gespielt haben und die noch bis 2. August im Deutschen Sport- und Olympia-Museum in Köln zu sehen sind.

Als 300 „Momente des Glücks“ beschreibt sie der Geschäftsführer der Kinder- und Jugendwerkstatt Eigen-Sinn selbst. Im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 begann der Freudenstädter damit, die runden Kunstwerke zusammenzutragen. Jeder Ball ist ein handgemachtes Unikat. Mal besteht es vornehmlich aus Lehm, ein andermal aus Bananenblättern, Kokosnüssen oder verrosteten Dosenresten. Haists sehnlichster Wunsch: „Aus jedem Land, in dem es Straßenkinder gibt, einen Ball, damit meine Sammlung ein Leuchtturm-Projekt wird.“

Dabei liegt es ihm fern, persönliche Berühmtheit zu erlangen. Dem Sozialmanager und Familientherapeuten geht es vielmehr darum, dass die Kultur des „Ballmacher-Handwerks“ und ihre Schöpfer im Zuge moderner Plastikbälle nicht in Vergessenheit geraten. Vor allem die Situation der Straßenkinder in aller Welt liegt dem Fußballtrainer, der neben seinem Kinderheim die gemeinnützige Stiftung Eigen-Sinn leitet, am Herzen.

In der Kinder- und Jugendwerkstatt finden derzeit 140 Kinder und Jugendliche in 19 verschiedenen Gruppen ein Zuhause. 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern in Freudenstadt, Horb und Loßburg die Sozialkompetenz junger Menschen, die weitgehend auf sich allein gestellt sind. Ein persönliches Erlebnis am Freudenstädter Stadtbahnhof brachte Haist schon 1999 auf die Idee einer Art Begegnungsstätte, die größtenteils durch Spendengelder finanziert wird.

Haist dankte dem Bundestagsabgeordneten bei dessen Besuch in seiner Kinder- und Jugendwerkstatt ausdrücklich für die bereits in der Vergangenheit geleistete Unterstützung. „Sie waren für mich der Türöffner für die gesamte Schulsozial- und Jugendarbeit in Altensteig“, unterstrich Hans-Martin Haist, „heute können wir dort unwahrscheinlich viel gestalten.“ Deshalb habe er Vertrauen in die Kreativität des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), wenn es darum geht, seiner Sammlung noch mehr Gewicht zu verleihen.

Der Politiker wird seinerseits Kontakt zu den Botschaftern in Berlin aufnehmen, das Projekt beim Tag der offenen Tür im BMZ am 30. August vorstellen und eine Ausstellung im Besucherzentrum des Ministeriums vorschlagen. Beispielhaft möchte Fuchtel dabei auch Organisationen vorstellen, die für Straßenkinder in aller Welt sorgen. Partnerschaften und ein Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde könnten weitere Mosaiksteine sein, um auf Hans-Martin Haists Sammlung und die Situation der jungen Menschen aufmerksam zu machen. „Ich helfe gerne, weil ich weiß, welch wertvolle Arbeit in der Region für Kinder und Jugendliche geleistet wird, die unter schwierigen Verhältnissen aufwachsen“, betonte der Politiker.

Der Initiator zeigte sich begeistert von der Ideenfülle: „Ich wusste, dass ich bei Ihnen an der richtigen Adresse bin“, sagte Hans-Martin Haist nach der über einstündigen Beratung. Wichtig sei, „dass diese Aktivitäten den jungen Menschen zugutekommen“.

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