31.07.2015

Afrika-Politik auf Augenhöhe

Julia Reich absolviert Praktikum im BMZ / Empfingerin Tür an Tür mit Minister und Staatssekretären

Afrika-Politik auf Augenhöhe Julia Reich und Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Empfingen. Die Afrika-Politik der Bundesregierung erlebte Julia Reich aus Empfingen hautnah. Denn der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel ermöglichte der Studentin aus seinem Wahlkreis ein Praktikum im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ihre wichtigste Erkenntnis: „Nun, da ich die Arbeitsweise des BMZ direkt kennengelernt habe, kann ich vor allem kritischen Stimmen an meinem Institut argumentativ entgegentreten.“ 

Durch ihren entwicklungspolitischen, einjährigen Freiwilligendienst unter dem Programm “weltwärts” hatte die 22-jährige nach dem Abitur am Sulzer Albeck-Gymnasium bereits praktische Einblicke in die Entwicklungszusammenarbeit bekommen. Sie war im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kamerun im Einsatz. „Um dieses Wissen weiter zu verfestigen und alles aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, habe ich mein Studium der Politikwissenschaften in Berlin aufgenommen“, betont Julia Reich.  

Am Otto-Suhr-Institut würden allerdings viele Studierende der Entwicklungszusammenarbeit kritisch gegenüber stehen. „Ich glaube, dass ich viele Dinge nicht kritisieren kann und sollte, bevor ich mir nicht einen umfassenden Blick über die Realität und Vorgehensweise verschafft habe“, so die Studentin.

„Glücklicherweise wurde im Ministerium auch noch mein Interessensschwerpunkt Afrika berücksichtigt“, freut sich Julia Reich im Nachhinein über die Möglichkeit, sechs Wochen im Referat 200 zu landen, das für Grundsatzfragen der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Afrika und der Afrikanischen Union zuständig ist. Hier werden Projekte der regionalen, finanziellen und technischen Zusammenarbeit mit Afrika sowie entwicklungspolitische Aufgaben und Fragestellungen im afrikanischen Raum vorbereitet, ausgeführt und kontrolliert. „Von Anfang an war ich angenehm überrascht über die offene und freundliche Arbeitsatmosphäre im ganzen BMZ-Umfeld“, zieht die 22-jährige Bilanz.

Während ihres mehrwöchigen Praktikums habe sie die Möglichkeit erhalten, sich in verschiedene Gebiete einzuarbeiten und an unterschiedlichen Projekten und Aufgaben mitzuwirken. So sei sie vor allem auf die Umsetzung der neuen Afrika-Politik des BMZ gespannt gewesen. „Es hat sich schnell gezeigt, wie ernsthaft der Wille ist, die festgelegten Strategien zu realisieren, Ziele zu erreichen und dabei den Partnerländern auf Augenhöhe zu begegnen“, so Reich. Sie habe deutlich gespürt, dass diese Umsetzung vor allem dem Bundesminister Dr. Gerd Müller und seinen Staatssekretären am Herzen liege.

Das Praktikum habe ihr großen Spaß bereitet. Neben ihren alltäglichen Aufgaben durfte sie an Telefon- und Videokonferenzen, Fachgesprächen, Präsentationen, Konferenzen oder Exkursionen zu entwicklungspolitischen Organisationen und Institutionen teilnehmen. Das gab ihr die Chance, einen umfassenden Einblick in die Verwaltungsabläufe und politische Arbeit des Ministeriums zu nehmen. „Vor allem meine bisherigen Kenntnisse und Erfahrungen zur Entwicklungszusammenarbeit konnte ich gut anwenden und vertiefen“, betont Julia Reich.

Da sie die Arbeitsweise des BMZ direkt kennenlernen durfte, ist Julia Reich entschlossen: „Ich bin davon überzeugt, dass es besser ist, die Entwicklungszusammenarbeit in der von mir beobachteten Art und Weise weiter zu betreiben, anstatt sie komplett abzulehnen. Für meine eigene Zukunft kann ich mir nun umso mehr vorstellen, selbst in diesem Bereich aktiv zu bleiben und später vielleicht sogar im BMZ zu arbeiten.“

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