04.09.2015

Genauere Wetterprognosen mit SMT

Horber Informatiker stellt Fuchtel interessante Entwicklung vor / Energiewende durch neue Systeme unterstützen

 

fuwehleHans-Dieter Wehle aus Horb-Talheim stellt dem Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel das Pilotprojekt SMT vor, das wie ein kleiner Leuchtturm aussieht.

 

Horb / Altensteig. Einen hochinteressanten Hightech-Vorschlag präsentierte der Informatiker Hans-Dieter Wehle aus Horb-Talheim dem hiesigen Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel. Was der IT-Spezialist zum Parlamentarischen Staatssekretär in Altensteig mitgebracht hatte, wurde auf dem amerikanischen Markt bereits erfolgreich gestartet. Die Lösung heißt SMT.

Diese Abkürzung bedeutet „Self-learning weather Model and renewable forecasting Technology“. SMT liefert 48 Stunden im Voraus eine deutlich präzisere Vorhersage zur Nutzung erneuerbarer Energien. Die auf den ersten Blick unscheinbare Säule (SkyCam) beobachtet mit Hilfe einer 360-Grad-Kamera das Wetter und liefert die Daten in ein Cloud Analytik System der IBM, wo anhand der gemessenen Bestrahlungsstärke der Sonne und der Windgeschwindigkeit die zu erwartende Energieausbeute vorhergesagt wird.

Existierende Vorhersagemodelle haben die Möglichkeit, auf unterschiedliche Weise Ereignisse vorherzusagen. Mit der nun verwendeten Methodik werden die unterschiedlichen Modelle verknüpft und optimiert. Die Lösung integriert neuartige mikro-physikalische Wolken/Wind-Modelle und Live-Kameras mit einer Vorhersagefunktionalität, die dann Wolkenbildung und Windentstehung in vorhandene Modelle inkludiert. Von einer 90-prozentigen Vorhersage-Genauigkeit ist die Rede.

Mit dieser Lösung lässt sich nach den Worten des Horber Ingenieurs aus dem Forschungssektor der IBM die Erzeugung, Verfügbarkeit und Verteilung erneuerbarer Energie deutlich besser steuern. Damit können Energieversorger rechtzeitig auf geänderte Witterungsbedingungen reagieren und Überkapazitäten steuern. Mit dem neuen System könnten außerdem flexiblere und günstigere Tarife am Markt angeboten werden, weil früher vorhersehbar sei, wann Einspeisungen anstehen. Daran dürften Strombörsen Interesse haben.

„In Zeiten der Energiewende ist es wichtig, derartige umweltpolitische Innovationen gezielt voranzutreiben“, sagte Hans-Dieter Wehle, „in den USA sparen Unternehmen auf diese Weise schon richtig Geld.“ Er wolle jetzt mithelfen, diese Methoden auch in Deutschland zum Einsatz zu bringen. Wehle, der ebenso Dozent der Dualen Hochschule Horb ist, sucht Kontakte in entsprechende Branchen und auch in die Politik, um die Idee vorzustellen.

Erste Kontakte seien vielversprechend. „Alle sind begeistert, aber passiert ist in Deutschland noch nichts“, wundert sich Wehle, der deshalb die Eigeninitiative ergriffen hat. Das System, mit dessen Entwicklung vor zwei Jahren begonnen wurde, kostet je nach Ausstattung zwischen 4.000 und 10.000 Euro.

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