10.09.2015

Mut zu neuen Ideen gemacht

Fuchtel im Gespräch mit Egenhausens neuem Rathauschef / Gute Basis für weitere Entwicklung

Mut zu neuen Ideen gemacht Eine prominente Unterschrift mehr ziert das kleine, goldene Buch von Egenhausen (von links): Bürgermeister Sven Holder, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Kämmerin Stefanie Frank.

Egenhausen. Von seinem Amtsvorgänger habe er viel Positives über den Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel gehört, sagte Bürgermeister Sven Holder. In gutem Einvernehmen, habe ihm Frank Buob mit auf den Weg gegeben, sei für Egenhausen eine solide Basis geschaffen worden. Umso mehr freue er sich, dass der Parlamentarische Staatssekretär sich auch unter der neuen Rathausführung die Zeit für ein ausführliches Gespräch nehme und Tipps für die Entwicklung der Kommune gebe.

Bürgermeister zu sein ist in Sven Holders Augen „eine gesellschaftliche Aufgabe“. Daher werde er die Beziehungen bis in das intakte Vereinsleben hinein genauso pflegen wie die Kontakte zu den Rathäusern der Nachbarkommunen oder eben in die Politik auf Kreis-, Landes- und Bundesebene. „Das ist aus meiner Sicht sehr wichtig“, sagte der neue Bürgermeister, in dessen Augen es ein gutes Zeichen ist, wenn der direkt gewählte Abgeordnete so früh bei ihm vorspricht.

Sogleich stellte sich heraus, was Fuchtel und Holder verbindet: Beide setzen auf regelmäßige Bürgersprechstunden, um „frühzeitig zu hören, was die Menschen bewegt“. Und auch Besuche bei den Mittelständlern zählen sie zu ihren selbst auferlegten Pflichtaufgaben.

Egenhausen, kristallisierte sich heraus, hat manch positiven Standortfaktor. So verlangt die „kinder- und familienfreundliche Kommune“ zum Beispiel seit sechs Jahren keine Kindergartenbeiträge mehr. Eben erst habe sich der Gemeinderat für eine Fortsetzung dieser Regelung bis 2017 ausgesprochen. Die Grundschülerzahlen von Egenhausen sind mit 80 „in einem soliden Bereich“ und auf die Dorfgemeinschaft könne ein Bürgermeister richtig stolz sein, so Holder. Denn nicht jede Kommune mit knapp 2000 Einwohnern hat fünf musikalische Vereine, jedes Wochenende ein Veranstaltungs- oder Kulturangebot und solidarische Mitbürger, die die Sportler nach dem Brand ihres Sportheims nicht im Regen stehen lassen.

Mit zwei Metzgern, Arzt, Zahnarzt, einem Lebensmittelladen und dem geplanten Wohn- und Geschäftshaus mit Bäckerfiliale sei Egenhausen auch von der Grundversorgung gut aufgestellt. Eben erst habe der kleine Markt sein Sortiment aufgestockt. Auch die Rufbusse würden angenommen. 45 neue Bauplätze für junge Familien wurden ausgewiesen. Auf dem ehemaligen Wolf-Areal sei der Bebauungsplan für eine Wohn- und Geschäftszone in Bearbeitung. Weitere Flächen würden gemeinsam mit Altensteig im Industrie- und Gewerbepark Turmfeld erschlossen. „Egenhausen ist eine Perle, bei der es allen Grund gibt, optimistisch zu sein, was die weitere Entwicklung anbelangt“, schloss Hans-Joachim Fuchtel daraus.

Veränderungen stünden allerdings bei der Landwirtschaft an, sagte Holder, denn die Zahl der Nebenerwerbsbetriebe nehme ab. Umso richtiger sei die Entscheidung der Auspendlergemeinde gewesen, sich am interkommunalen Gewerbegebiet „Turmfeld“ mit Altensteig auf Gemarkung Egenhausen zu beteiligen. Was Sven Holder bedauert ist, dass es zu wenig Gastronomie in Egenhausen gibt. Ausdrücklich begrüßte der Rathauschef die Pläne der de‘ignis-Klinik, ein Café einzurichten.

„Wir müssen mehr unternehmen, dass wir das Tourismusgebiet zurückerobern“, gab der Bundestagsabgeordnete zu bedenken. „Ich werbe überall dafür, sich darüber Gedanken zu machen, wie man die Tourismusarea wieder an die Autobahn heranführen kann.“ Deshalb ermutige er die Gemeinde, Marktnischen zu nutzen und in den Bemühungen um einen guten Gastronomiebetrieb, der Arbeitsplätze generiere, nicht nachzulassen. Vielleicht müsse Egenhausen auch über Kooperationen im Tagestouristengeschäft mit anderen Kommunen nachdenken. Fuchtel: „Wir müssen im Nordschwarzwald neue Ideen entwickeln und dazu will ich Mut machen.“ Die Basis dafür sei in Egenhausen vorhanden, wo ein junges Team mit Sven Holder als Bürgermeister und Stefanie Frank als Kämmerin an den Start gegangen sei.

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