18.10.2011

Helfende Hände wollen noch wirksamer helfen

Katholischer Bischof von Mauretanien besucht gemeinnützigen Verein/Weißer Vater Martin Happe im Nordschwarzwald/Kooperation mit Caritas


Helfende Hände wollen noch wirksamer helfenKirchliche Unterstützung für die „Helfenden Hände“ bei ihrer gemeinnützigen Arbeit in Mauretanien: Unser Foto zeigt (von links): Christine und Rainer Geppert (Vorstandsberater), Vorsitzender und Bürgermeister Wolfgang Krieg, Schriftführerin Edith Mast, Bischof Martin Happe, Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel, Geschäftsstellenleiterin Monika Siedner, Vorstandsmitglied Albert Goldmann und Schatzmeister Hartmut Ludwig.

Bad Teinach / Nordschwarzwald. Die Arbeit der „Helfenden Hände“ in Mauretanien soll noch effektiver werden. Der Vorstand der gemeinnützigen Hilfsorganisation hat den Heimatbesuch von Martin Happe zu einem intensiven Gedankenaustausch in Bad Teinach genutzt. Der Westfale ist – man höre und staune - katholischer Bischof in der weitestgehend moslemischen Hauptstadt Nouakchott. Mit der Caritas hat er bereits viele Hilfsaktionen im Wüstenstaat angestoßen. Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel hatte die künftige Zusammenarbeit vor Ort angeregt.

Die „Helfenden Hände“ sind aus einer Idee des Bundestagsabgeordneten entstanden, der nicht müde wird, auf die Bedeutung der europäischen Außengrenzen hinzuweisen. Das afrikanische Land ist durch die Kanaren Nachbarland zu Europa. Fuchtel: „Wir brauchen eine gute Nachbarschaft zu den Anrainer-Staaten“.

Die Einsätze der Helfenden Hände haben in Mauretanien einen ganz hervorragenden Ruf, berichtete Manfred Happe, der so gar nicht in das Bild eines Bischofs zu passen scheint. Nach seiner Priesterweihe trat er zunächst den „Weißen Vätern“ bei, die grundsätzlich in den ärmsten Ländern Afrikas Dienst tun. So ist der Deutsche ein ganzes Leben im Dienste an den Armen im Einsatz gewesen – bis zum heutigen Tag. Sein Weg führte ihn schließlich von Mali nach Mauretanien. Genauso wie der Initiator der Helfenden Hände, Hans-Joachim Fuchtel, hält er Verbindung zu Menschen wie Cap Anamur-Gründer Rupert Neudeck sowie anderen uneigennützigen Helferinnen und Helfern Afrikas.

Politische Unruhen und Terrorwarnungen sorgten für Rückschläge in der gemeinnützigen Arbeit, wovon sich die Mitglieder der Helfenden Hände jedoch nie unterkriegen ließen. Gerade deshalb suchte der Vorstand den Kontakt zu Bischof Martin Happe, der sich ein Leben lang auch von solchen Gefahren nicht beeindrucken ließ und zu keiner Stunde daran dachte, Mauretanien den Rücken zu kehren. Zusammen mit 50 Priestern und Ordensfrauen leistet er seinen Dienst in den Weiten der Sahara. Hans-Joachim Fuchtel sagte beim Empfang des Bischofs: „Exzellenz, wir können nur  weit zu Ihnen hinaufschauen und kommen uns dabei sehr klein vor!“ Was dieser aber nicht gelten ließ: “Ich stehe im Dienste unseres Herrn“, war die Antwort, an die die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sicher noch lange denken werden.

Happe gilt als Organisationsgenie in Sachen  gemeinnütziger Arbeit. Das kann man derzeit in Mauretanien brauchen. Nicht nur, dass das Grundwasser in der am Meer liegenden Hauptstadt immer weiter steigt – und bei Regen auf Grund der Klimaerwärmung zu Überschwemmungen in Nouakchott führt, wie Christine und Rainer Geppert berichteten. Geppert leitete fünfeinhalb Jahr die mauretanische Niederlassung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.

Die Arbeit von Hans-Joachim Fuchtel und seinen vielen freiwilligen Helfern dürfe durch die politische Lage nicht versiegen, bat Vorsitzender Wolfgang Krieg den katholischen Würdenträger um Unterstützung, damit die erfolgreichen Projekte weitergeführt werden könnten. Der Nagolder Gynäkologe Dr. Wolfgang Henne plane für Anfang nächsten Jahres erneut eine medizinische Hilfsaktion.

Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel freute sich über die Zusage des Bischofs, die Helfenden Hände zu unterstützen. So sei vor allem gesichert, wohin die finanziellen und materiellen Hilfsgüter vor Ort fließen. Die Ärztekarawanen hätten in den zurückliegenden Jahren schon über 100.000 Patienten in Mauretanien behandelt; diese gemeinnützige Hilfe dürfe nicht abreißen. Auch leiste das akademische Lehrkrankenhaus in Nagold über die Partnerschaft des Klinikverbunds Südwest mit dem Sheikh-Zayed-Krankenhaus in Nouakchott hervorragende Arbeit, die den Menschen in Mauretanien ebenfalls zugute komme.

 

 

ZUR PERSON  

 

Bischof Happe, 1945 in Sendenhorst (Nordrhein-Westfalen) geboren, ist Mitglied der Ordensgemeinschaft der Afrika Missionare, besser bekannt als „Weiße Väter“. Papst Johannes Paul II ernannte den Münsterländer 1995 zum Bischof von Nouakchott. Die katholische Kirche in Mauretanien kümmert sich vor allem um sozial-caritative Zwecke. Bischof Happe hat sich unter anderem die Versorgung afrikanischer Flüchtlinge, die in den Kirchen Mauretaniens Asyl bekommen, und die Bestattung ertrunkener Boatpeople, deren Leichen an Mauretaniens Küsten angeschwemmt werden, zur Aufgabe gemacht. 2009 wurde er mit der Bernhard-Kleinhans-Plakette für sein soziales Engagement, seine unvoreingenommene Haltung zum Islam und sein Wirken für Migranten und deren Hinterbliebenen ausgezeichnet. Die Laudatio hielt Rupert Neudeck, Gründer des gemeinnützigen Vereins Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte, der die „Helfenden Hände“ im letzten Jahr besucht hatte.

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