20.10.2011

Im Diplomatenunterricht wird viel gelacht

Hongkongs Repräsentant gestaltet Gemeinschaftskunde-Stunde am OHG / Initiative von Staatssekretär Fuchtel

Im Diplomatenunterricht  wird viel gelachtKleine Geschenke erhalten die Freundschaft: Schulleiter Walter Kinkelin und Direktor Stephen Kai Wong mit Schülern des Otto-Hahn-Gymnasiums in Nagold.

Nagold. Diplomatenbesuche gelten zuweilen als steif und unnahbar. Wenn Stephen Kai-yi Wong, Direktor des Berliner Wirtschafts- und Handelsbüros von Hongkong, den Nordschwarzwald bereist, ist alles anders. Vor allem, wenn Seine Exzellenz nach einer Idee des Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel auf Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums in Nagold trifft. Die Jugendlichen erlebten einen humorvollen und volksnahen Repräsentanten seiner Heimatstadt, der auch vor kritischen Fragen nicht auswich.

 

Eine Brücke zu den Jugendlichen hatte der Diplomat gleich zu Beginn seiner Gemeinschaftskunde-Stunde geschlagen, als er in den Fragerunden zu den Kurzvideos über Hongkong kleine Preise für kluge Antworten an die Gymnasiasten verteilte. „Die Geschenke sind aus Paris, nicht aus China!“ forderte er schmunzelnd eine Stunde lang die Englischkenntnisse seiner Zuhörer heraus, denn Stephen Wong spricht kaum Deutsch. Außerdem erzählte der Diplomat immer wieder von seinen beiden Söhnen, die selber erst ihr Abitur absolviert hätten und nun in Europa studieren. Sein Fazit: „Wir haben ein wundervolles Wochenende auf Initiative von Herrn Staatssekretär Fuchtel im Schwarzwald erlebt, weil hier die Menschen so zuvorkommend sind.“

Es gab viel zu lachen an diesem Morgen, denn Stephen Kai-yi Wong beschrieb das Leben und Arbeiten in Hongkong sehr lebendig. Wie es um wirklich freie Wahlen in der Metropole bestellt ist, die heute zu China gehört? „Bis in acht Jahren haben wir ein voll demokratisches System“, ist der Geschäftsträger von Hongkong überzeugt.

Mit der südchinesischen Handelsmetropole verbindet man gemeinhin eine atemberaubende Skyline, ohrenbetäubenden Großstadtlärm und Trubel ohne Ende. So hat es auch noch ein Schüler in Erinnerung, der Stephen Kai-yi Wong von einer Reise nach Hongkong in jungen Jahren berichtete. Der Diplomat zeigte den Jugendlichen in Bildern und mit eigenen Worten jedoch ebenso die wahren Gesichter Hongkong abseits der Touristen- und Geschäftsrouten. Diese „Stadt, die niemals schläft“ verzaubert täglich über sieben Millionen Menschen, die in ihr wohnen. Sie ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Asiens, wo sich die internationale Geschäftswelt trifft. „Deshalb ist Hongkong so interessant für die Region rund um Stuttgart“, ist der Diplomat überzeugt, der sich nach seinen Wirtschaftsgesprächen im Nordschwarzwald am Nachmittag noch mit Daimler-Managern in Sindelfingen traf.

Erfrischend unkompliziert gab sich der hochrangige Repräsentant Hongkongs im Übrigen während seines gesamten Nordschwarzwald-Aufenthalts. So stieg er in Nagold nach der Diskussion mit den Schülern der Leistungskurse Gemeinschaftskunde mal eben aus dem offiziellen Programm aus, um Hand in Hand mit seiner Frau die Stadt auf eigene Faust zu erkunden.[Druckversion]