12.11.2015

Verstärkter Blick nach außen

Runder Tisch: Fuchtel eröffnet breit angelegte Initiative zur Entwicklungszusammenarbeit / Mit Informationsaustausch noch mehr bewegen

Calw / Freudenstadt. Vor über einem Jahr begann der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel für seine Idee eines Runden Tisches zur Entwicklungszusammenarbeit im Nordschwarzwald zu werben. Damals war für viele noch nicht absehbar, welche Dimension das eng damit verknüpfte Thema Flüchtlingsbewegung in Deutschland annehmen würde.

Umso dringender sind nach Ansicht des Bundestagsabgeordneten die Vernetzung der Akteure in der Entwicklungszusammenarbeit und der gegenseitige Informationsaustausch geworden. Neben der Arbeit an den großen Herausforderungen in den hiesigen Städten und Gemeinden in Bezug auf die Flüchtlingsbewegung sei der „verstärkte Blick nach außen“ wichtig.

Deshalb lädt der CDU-Politiker gemeinsam mit dem Koordinator der Initiative, Hans Peter Teufel aus Eutingen, zur ersten Gesprächsrunde ins Christliche Jugenddorf (CJD) Altensteig ein. Im Speisesaal des Hauses Moltke sollen am Samstag, 28. November, die zu Wort kommen, die bereits ehren- oder hauptamtlich in der Entwicklungszusammenarbeit engagiert sind, aber auch diejenigen, die sich gerne einbringen möchten. Dazu zählen natürlich Vertreter aus Wirtschaft und Politik, von Kirchengemeinden, Anlaufstellen, Vereinen oder sonstigen Institutionen.

Zweieinhalb Stunden möchte man sich Zeit lassen, über die aktuellen Problemlagen in der globalen Welt zu sprechen und über Lösungsansätze nachzudenken. Vor allem aber sollen die aktiven Helferinnen und Helfer von ihren Erfahrungen berichten. Bei der ersten Sitzung werden Ideen gesammelt. Außerdem soll ein Fahrplan entstehen, wie durch die Einladung von kompetenten Referenten einzelne Fördermöglichkeiten und Ausbauchancen von Initiativen gestaltet werden können.

Die Herausforderungen der aktuellen Flüchtlingssituation seien riesengroß, betont Fuchtel. Sie erstrecke sich über die nationale und internationale Politik bis runter auf die Gemeindeebene. Beim Ringen um Lösungen zeige sich, „dass es keine einfachen Wege gibt und sehr unterschiedlich mit den Herausforderungen umgegangen wird.“ Es sei noch gar nicht so lange her, dass der Bundesrechnungshof Personalreduzierungen bei jenen staatlichen Institutionen gefordert habe, die sich mit der Flüchtlingsfrage auseinandersetzen. Den Landräten und Rathauschefs in seinem Wahlkreis Calw/Freudenstadt sei er außerordentlich dankbar, dass sie „mit großer Besonnenheit agieren“.

Ende November stehe zunächst das aktuelle Engagement im Vordergrund, so Fuchtel, „aber wir müssen weiterdenken und auch die stärker unterstützen, die bereits etwas tun!“ Entwicklungszusammenarbeit müsse mehr in den Blickpunkt aller gesellschaftlichen Kräfte kommen, fordert Fuchtel. Dabei verweist der Abgeordnete darauf, dass auch die Wirtschaft eine große Rolle spiele. Es gebe viele Firmen, die in den Entwicklungsländern aktiv seien. Das sei viel zu wenig bekannt. Auch hier gebe es noch großes Potenzial. Oftmals seien die „Wege in diese Länder“ wenig bekannt, vor allem die Förderinstrumente und Kooperationsmechanismen. Deswegen richte sich die Initiative auch explizit an die Wirtschaft.

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