21.10.2011

Kommunikation auf Augenhöhe

Staatssekretär Fuchtel führt CDU-Energieexperten zur Schmid Group / MdB Jung von innovativem Unternehmer begeistert

Kommunikation auf Augenhöhe Politik und Wirtschaft im Energie-Dialog: Bei der Firma Schmid in Freudenstadt diskutierten (von links): Oberbürgermeister Julian Osswald, IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler, Geschäftsführer Christian Schmid, die Bundestagsabgeordneten Andreas Jung und Hans-Joachim Fuchtel sowie die CDU-Stadträte Carola Broermann und Andreas Bombel.  

Freudenstadt. Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung ist ein noch junges Gremium des Deutschen Bundestages. Was dessen Vorsitzender Andreas Jung in Freudenstadt erfuhr, ließ den Bundestagsabgeordneten aufhorchen. Auf Initiative seines Fraktionskollegen Hans-Joachim Fuchtel traf er dort auf den Geschäftsführer der Schmid Group. Große Konzerne klopfen bei Christian Schmid an, weil die Unternehmensgruppe ihrem Ziel, neben ihrem Kerngeschäft ein Stromspeichermedium für Privathaushalte auf den Markt zu bringen, ein deutliches Stück näher gekommen ist.

 

Der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel schätzt die Arbeit des jungen Bundestagskollegen, der auch Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit ist. Auf seiner Energietour durch den Nordschwarzwald mache er die Erfahrung, dass noch viele Themen aufgearbeitet werden müssten. Die Schmid Group habe mit 2.800 Mitarbeitern weltweit eine Größenordnung, in der man kompetente Ansprechpartner auf Bundesebene brauche. Deshalb habe er gezielt die beiden Energieexperten aus Politik und Wirtschaft zusammengeführt, die auf Augenhöhe miteinander kommunizieren können.

Andreas Jung ging bei seinem Besuch in Freudenstadt sogar noch einen Schritt weiter. Der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Konstanz eröffnete Christian Schmid die Möglichkeit, mit Norbert Röttgen, dem Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, ins Gespräch zu kommen. Gar nichts halte er davon, „wenn Politiker so tun, als wüssten sie alles besser“. Deshalb bringe er Persönlichkeiten aus der Politik gezielt mit innovativen Unternehmern zusammen. Eine Kooperation könne er sich außerdem in der Öko-Schiffsregion Bodensee vorstellen, wo ein batteriebetriebener Fährbetrieb  getestet wird.

„Rein in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln: Das muss ein Ende haben“, betonte Jung. Die Photovoltaik-Branche brauche wieder überschaubare Rahmenbedingungen, denn „wir wollen keine Verunsicherung.“ Die Elektromobilität benötige stärkere Anreize, so der Abgeordnete, Parkflächen in Städten könnten beispielsweise mit Photovoltaikzellen gedeckt werden. Privathaushalte seien als Stromproduzent „superinteressant, weil wir dezentrale Lösungen brauchen“. Entscheidend für die Elektromobilität sei die Speicherfrage, weshalb er den Entwicklungen der Schmid Group große Bedeutung beimesse. Unternehmern im Nordschwarzwald riet der Unionspolitiker, ihre Erwartungen an die Politik klar zu formulieren und den direkten Zugang zur Bundesregierung über den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel zu nutzen.

Christian Schmid sieht in der Photovoltaik ein enormes Entwicklungspotenzial in den nächsten 15 Jahren. Die Zellen würden effektiver. Allerdings werde der Stromverkauf weit lukrativer sein als das Modulgeschäft. Hier dürften die deutschen Stromkonzerne nicht den Anschluss verpassen. „Wir müssen aufpassen, nicht von der Ölabhängigkeit in die Photovoltaik-Abhängigkeit der Chinesen zu geraten.“ Schmid: „Wenn wir in Deutschland vorankommen wollen, brauchen wir einen Innovationsvorsprung und dürfen den Entwicklungen anderer nicht hinterher laufen.“

Für den Aufbau eines Energie-Netzwerkes sprach sich der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald aus. „Wir versuchen, diese Region als innovativ auf dem Gebiet regenerativer Energien zu etablieren“, sagte Martin Keppler. CDU-Stadträtin Carola Broermann betonte, dass sich die Politik noch enger mit der Industrie verzahnen müsse, damit die Synergieeffekte größer werden. Dazu trage der Besuch von Andreas Jung bei.

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