07.12.2015

Gelungener Auftakt für Runden Tisch

Initiative zur Entwicklungszusammenarbeit soll keine Eintagsfliege bleiben / Teilnehmer wollen regelmäßigen Austausch

Gelungener Auftakt für Runden Tisch Der erste Runde Tisch zur Entwicklungszusammenarbeit im Nordschwarzwald traf sich auf Initiative des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel (rechts) und Hans Peter Teufel aus Eutingen (links neben Dr. Joy Alemazung, Projektleiter bei Engagement Global) in Altensteig.

Horb / Eutingen / Freudenstadt / Altensteig. Service-Angebote verbinden, Sorgen teilen und voneinander lernen: Für all das steht eine neue Initiative des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel zur Entwicklungszusammenarbeit im Nordschwarzwald. Gemeinsam mit Hans-Peter Teufel aus Eutingen lud der Bundestagsabgeordnete zum ersten „Runden Tisch“ mitten in seinem Wahlkreis ein. Die Runde war groß, die Akteure äußerten sich absolut eindeutig: Hier wird ein konstruktiver und hilfreicher Weg gefunden. 

Bislang gibt es auch in den Landkreisen Calw und Freudenstadt eine beachtliche Zahl guter Beispiele für die tatkräftige Unterstützung der Ärmsten auf dieser Welt. Allerdings wissen die Akteure oft noch zu wenig von- und übereinander, wurde man sich bei der Vorstellungsrunde in Altensteig schnell bewusst. „Wir wollen uns austauschen“, sagte beispielsweise Peter Silberzahn, Direktor der Katholischen Spitalstiftung in Horb, „deshalb sind wir hier und dankbar für diese Initiative“.

Die einen engagieren sich in Afrika, andere in Indien, Bangladesch, auf den Philippinen oder selbst in Staaten wie Rumänien. Ihnen allen ist gemein, dass sie helfen wollen, Not zu lindern, Partnerschaften aufzubauen und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. „Wir machen heute etwas, was noch niemand im Nordschwarzwald gemacht hat“, sagte Fuchtel zum Auftakt des Runden Tisches, „wir bringen die zusammen, die aufgrund ihres Engagements bereits Erfahrungen sammeln konnten mit denen, die dazulernen oder einsteigen möchten.“ Dabei wurde sehr schnell klar, dass auch die „alten Hasen“ in der Entwicklungszusammenarbeit durchaus Ambitionen haben, sich über Landkreisgrenzen zu vernetzen.

Also geriet der erste Runde Tisch zu einer bunten Mischung unterschiedlicher Projektansätze. 64 Projektverantwortliche haben Hans-Peter Teufel spontan signalisiert, dass sie sich in den Runden Tisch einbringen möchten. Bei der Vorstellungsrunde war das Afrikafest in Freudenstadt ebenso vertreten wie Handwerkerbrücken, Klimapartnerschaften, Schulgeld-Finanzierung, Frauenhäuser, Eine-Welt-Läden oder medizinische Rettungsteams. Vorsitzender Alfred Schweizer saß für den Sportkreis Freudenstadt am Tisch, der sich in der Flüchtlingshilfe engagiert.

Doch egal, ob kirchlicher, kommunaler oder privater Prägung: Wichtig ist das gemeinsame Ziel, eine lebenswertere Welt auch in den ärmsten Ländern zu schaffen und für Frieden unter den Völkern zu sorgen. Wie sich die Wirtschaft einbringen kann, darüber berichtete in beeindruckender Weise Daniela Lindner. Die Firma Börlind aus Calw engagiert sich für Bildung von Frauen in Nepal, damit sie zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen können. Iris Follak ermunterte die Teilnehmerrunde, bei Bedarf den Rat des Technischen Hilfswerks (THW) einzuholen.

Einer der wichtigsten Ansprechpartner war Dr. Joy Alemazung, Projektleiter von Engagement Global in Stuttgart, den Fuchtel mitgebracht hatte. Der gebürtige Kameruner engagiert sich für Bildungsprojekte und informiert über Finanzierungshilfen.

Fuchtel selbst ist über seine Arbeit im Bundestag zur Entwicklungszusammenarbeit gekommen, lange bevor er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wurde. Vor 12 Jahren gab er den Anstoß für die Helfenden Hände, die Hilfsprojekte mit medizinischen Geräten sowie Ärzte- und Handwerkerdelegationen für Mauretanien und Burundi organisieren. Ähnlich ist es Hans-Peter Teufel ergangen, der sich für Projekte seiner katholischen Kirchengemeinde in Eutingen engagiert.

Die Entwicklungszusammenarbeit trage auch ein stückweit dazu bei, dass die Flüchtlingsströme auf dieser Welt nicht noch größer sind, machte Fuchtel deutlich, denn „niemand verlässt gerne seine Heimat.“ Wer daheim Perspektiven für sein Leben habe, der müsse sich nicht auf gefährliche Fluchtwege begeben. „Deshalb müssen wir gemeinsam Antworten geben“, sagte der Abgeordnete. Er dankte Hans-Peter Teufel, ohne den das ehrgeizige Projekt des Runden Tisches nicht hätte realisiert werden können.

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