27.10.2011

Gastronomie braucht Verstärkung

DEHOGA begrüßt Handwerkerbrücke nach Sandanski / Deutsche Ausbildung für junge Bulgaren gute Idee / Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht

Gastronomie braucht VerstärkungBegrüßen die Handwerkerbrücke, die Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Mitte) vom Nordschwarzwald nach Sandanski schlagen möchte auch seitens des Gastronomiegewerbes: Rudi (links) und Jörg (rechts) Möhrle vom Schwarzwaldhotel Tanne Tonbach.

Baiersbronn-Tonbach / Freudenstadt / Calw. Wenn die Idee des Bundestagsabgeordneten Hans-Joachim Fuchtel, eine Handwerkerbrücke zwischen dem Nordschwarzwald und der bulgarischen Region Sandanski zu schlagen, Früchte trägt, „ist die Gastronomie mit im Boot“. Das versicherte Jörg Möhrle, stellvertretender Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), dem Parlamentarischen Staatssekretär in Tonbach. „Auch ich würde sofort zwei jungen Leuten eine Chance auf einen Ausbildungsplatz geben“, sagte der Hotelier.

Hintergrund ist der sich wegen der demografischen Entwicklung weiter verschärfende Ausbildungs- und Arbeitsmarkt für Fachkräfte, von dem das Gastronomiegewerbe besonders stark betroffen ist. Bei der Idee, die Freudenstädter Partnerstadt als Basis für die Handwerkerbrücke zu nutzen, blasen Möhrle, der Freudenstädter Kreisvorsitzende Egon Finkbeiner und der Calwer Kreisvorsitzende Rolf Berlin ins gleiche Horn. Sie sind sich einig, dass im Zuge des europäischen Dialogs der Fachkräftemangel über eine Kooperation zumindest gemindert werden könnte. „Meine Kollegen suchen händeringend nach jungen Auszubildenden“, so Möhrle, „doch der Markt ist wie leer gefegt.“

Wichtige Voraussetzung sei allerdings, so Möhrle, dass die jungen Bulgaren, die während ihrer dualen Ausbildung auch die Schulbank in Freudenstadt drücken sollen, die deutsche Sprache lernen. Die Sprache wiederum ist nach den Erfahrungen des Parlamentarischen Staatssekretärs Hans-Joachim Fuchtel überhaupt keine Barriere, lernen doch viele junge Menschen in Sandanski aus der Tradition heraus bereits Deutsch. Bildungseinrichtungen im Kreis könnten sicher zusätzliche Sprachkurse anbieten.

Jörg Möhrle trug ebenfalls den Wunsch an die Politik heran, die Situation mit Spanien zu klären. Hier höre man von großer Jugendarbeitslosigkeit. Man könnte im Schwarzwald auch junge Menschen aus Spanien zur Ausbildung und zur Arbeit aufnehmen. Fuchtel sagte zu, die Möglichkeiten abzuklären.

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