17.12.2015

Fuchtel dankt den 75 Helfern

Flüchtlinge: Staatssekretär in Gemeinschaftsunterkunft Loßburg / Arbeitskreis berichtet direkt an Vertreter der Bundesregierung / Kümmern im Sinne der Nächstenliebe

Fuchtel dankt den 75 HelfernGespräche zur Flüchtlingssituation im Landkreis Freudenstadt führten in der Loßburger Gemeinschaftsunterkunft unter anderem (von links): Sachgebietsleiter Benjamin Geigl, Sozialbetreuerin Anna Cassinelli, Landrat-Stellvertreter Reinhard Geiser, Heimleiterin Heike Marxhausen, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Bürgermeister Christoph Enderle.

Loßburg. Mit rühriger Hand helfen die Mitglieder der Asyl-Arbeitskreise bei der Bewältigung der Flüchtlingssituation. Dafür dankte der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel auf seiner Rundreise durch die Flüchtlingseinrichtungen seines Wahlkreises auch den Ehrenamtlichen in Loßburg: „Die Flüchtlinge spüren, dass Sie sich im Sinne der Nächstenliebe kümmern.“

Im ehemaligen Hotel Panorama ließ sich der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete außerdem in einem Gespräch mit den Verantwortlichen des Landratsamtes sowie der Gemeinde unterrichten und suchte das Gespräch mit den Flüchtlingen selbst, um ein detailliertes Bild zu bekommen. „Mit der persönlichen Präsenz in den Einrichtungen meines Wahlkreises verschaffe ich mir einen direkten Überblick über die Lage der Flüchtlinge, aber auch, wo es mit der Umsetzung unserer Gesetze Schwierigkeiten gibt, um das in Berlin ebenfalls zur Sprache zu bringen“, sagte der Staatssekretär.

An dem fast zweistündigen Gespräch nahmen Bürgermeister Christoph Enderle und Reinhard Geiser als Stellvertreter des Landrats teil. Dabei wurde dem Politiker berichtet, dass die Zusammenarbeit zwischen Arbeitskreis, Heimleitung und Behörden sehr konstruktiv sei.

Der Bundespolitiker machte keinen Hehl daraus, dass in Deutschland Missbrauch von Asyl nicht geduldet werden könne. Die hohe Zahl der Flüchtlinge mache es notwendig, dass bei fehlender Grundlage einer Berechtigung zum Verbleib konsequenter als bislang die Rückführung zu erfolgen habe.  

Die Regierungskoalition stehe zum Asylrecht, habe die rechtlichen Instrumente präzisiert und werde es weiterhin tun, um da Einhalt zu gebieten, wo nicht direkt politische Verfolgung oder humanitäre Gründe das Aufenthaltsbegehren prägen. Fuchtel: „Menschen ohne Aussicht auf Erfolg ihres Asylantrags müssen – so hart das auch klingen möge – umgehend in ihre Heimatländer ausgewiesen werden.“ Die konsequente Haltung der Regierungskoalition sorge aktuell dafür, dass die Zahl der Asylanträge von Menschen aus den Balkan-Staaten sichtbar zurückgehe. „Wir brauchen Wirkungen nach außen“, bestätigte Fuchtel, damit die Menschen in den sicheren Herkunftsländern keinen falschen Informationen aufsäßen und sich schon gar nicht auf den Weg nach Deutschland machten. Bei der konsequenten Rückführung abgelehnter Asylbewerber sei das Land Baden-Württemberg in der Pflicht: „Hier erwarten wir wesentlich mehr Aktivität.“ 

Es könne außerdem nicht sein, dass Erwachsene minderjährige Kinder vorschickten, um den Familiennachzug erzwingen zu wollen. „Diese Mädchen und Jungen sind für ihr Leben traumatisiert“, betonte der Abgeordnete, eine solche Vorgehensweise sei für Deutschland nicht akzeptabel.

Zuvor hatte Heimverwalterin Heike Marxhausen dem Politiker erläutert, dass ein Teil der Bewohner aus sicheren Herkunftsländern stammen. Durch deren Rückführung würden Plätze für tatsächliche Kriegsflüchtlinge frei.

Fuchtel begrüßte, dass die Ehrenamtlichen für den Besuch des Staatssekretärs die Erfahrungen und Wünsche des Arbeitskreises Asyl schriftlich formuliert hatten. Unter anderem wünschen die 75 Helferinnen und Helfer regelmäßigere Informationen zur Asylpolitik und noch mehr Praxisnähe. Der Arbeitskreis hat bereits 600 Stunden gemeinnützige Arbeit geleistet.

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