07.01.2016

Burnout-Initiative im Ministerium

Gesundheit: Limberg und Fuchtel treffen Staatssekretärin Fischbach / Foren für Betroffene, Experten und Unternehmen

Burnout-Initiative im MinisteriumIm Gesundheitsministerium in Berlin sprachen (von links) Dr. Günther Limberg, die Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach, der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel und Frank Reichert über die Initiative Burnout (IBO) Nordschwarzwald.

Calw / Freudenstadt / Berlin. Die gemeinnützige Initiative Burnout Nordschwarzwald (IBO) macht auch in Berlin von sich reden. Mit Interesse beobachtet Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die Aktivitäten des Vereins. Jetzt ließ sich die Parlamentarische Staatssekretärin Ingrid Fischbach vom Vorsitzenden Dr. Günther Limberg ausführlich informieren. Den Kontakt ins Ministerium hatte Initiator Hans-Joachim Fuchtel vermittelt.

 „Die IBO-Pflanze gedeiht“, stellt der Parlamentarische Staatssekretär denn auch zufrieden fest. Der hiesige Bundestagsabgeordnete hat den Anstoß für den Verein gegeben. „Das Interesse in Fachkreisen ist außergewöhnlich groß, jetzt können wir die nächste Stufe starten.“ Auch Limberg ist überzeugt: „Diese Initiative des CDU-Politikers Hans-Joachim Fuchtel fiel auf fruchtbaren Boden. Das haben wir bei unseren Kontakten sofort bemerkt.“

Weder Ärzteschaft noch Politik könnten die Problematik zunehmender Burnout-Erkrankungen in unserer Gesellschaft alleine lösen, so der Vorsitzende. „Dazu braucht es Kristallisierungskerne“, ist Limberg überzeugt, „um etwas ins Laufen zu bringen.“ Deshalb hätten die IBO-Akteure die Notwendigkeit gesehen, dass Betroffene und Hilfsmöglichkeiten zueinander finden. „Da muss natürlich auch eine Tabuzone durchbrochen werden“, machte der Arzt in Berlin deutlich, „damit man überhaupt drüber reden kann.“

Hans-Joachim Fuchtel habe zur richtigen Zeit die Initiative ergriffen. Denn es zeichne sich immer häufiger ab, „wie groß der Bedarf ist.“ Er bringe sich gerne in die Initiative ein, sagte der Vorsitzende, denn „wir dürfen von der Politik nicht nur erwarten, sondern müssen zusammen mit den Sozialpartnern hier unsere Verantwortung erkennen und Konsequenzen daraus ziehen.“

Die Arbeit der IBO läuft auf zwei Ebenen ab: Zum einen gibt es regelmäßige Informationstreffen mit Fachvorträgen und Gesprächen in kleinen Gruppen für Betroffene und ihre Angehörigen. Zum anderen wird es Fachforen mit Ärzten, Therapeuten, Arbeitgebern, Vorgesetzten, Betriebsräten und Vertretern öffentlicher Einrichtungen geben. Das erste große IBO-Fachforum wurde nach gründlicher Vorbereitung auf Mittwoch, 8. Juni 2016, um 15 Uhr in den Pforzheimer Räumen der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald terminiert. Außerdem gibt es zusätzliche Hilfsangebote mit Infos über Therapeuten im Internet unter: www.burnout-ibo.de

In der Bundeshauptstadt erhielt Limberg in Begleitung von Diplom-Kaufmann Frank Reichert auch die Gelegenheit, der Staatssekretärin einen innovativen Ansatz zur personalisierten Prävention vorzustellen. Das Programm dazu, mit dessen Hilfe Gesundheitsberichte und individuelle Präventionsempfehlungen erarbeitet werden, hat Limberg gemeinsam mit einer medizinischen Informatikerin entwickelt. Allgemeine Appelle, Bewertungen und Empfehlungen gingen dem Internisten und Diabetologen, der sich auch auf Kardiologie und Gastroenterologie spezialisiert hat, nicht weit genug. Er sieht in der persönlichen Gesundheitsförderung den Schlüssel zum Erfolg.

Deshalb hat er einen persönlichen Fragebogen für die Patienten entwickelt, mit dem zunächst aktuelle Parameter und Zielvereinbarungen dokumentiert werden, um daraus das aktuelle Risiko und mögliche Risikoreduktionen zu berechnen. Am Ende stehen persönliche Präventionsimpulse mit Erfolgskontrolle. Über zehn Jahre hat er sein Projekt „VitaBilanz“ mit Patienten mittleren Alters bereits getestet.

 


 

Der IBO-Infotreff für Betroffene von Burnout und deren Angehörige findet einmal monatlich mittwochs oder freitags um 19.30 Uhr an verschiedenen Orten in der Region statt. Für 2016 sind unter anderem Termine in Freudenstadt, Horb, Nagold, Pforzheim und Langensteinbach festgelegt.

Das IBO-Fachforum dient dem Informationsaustausch von Verantwortlichen, die sich mit Burnout aus beruflichen Gründen beschäftigen. Das erste Fachforum findet am Mittwoch; 8. Juni 2016, um 15 Uhr bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald in Pforzheim statt. Darüber hinaus wird es konkrete Seminar- und Schulungsangebote für Unternehmen geben.

Weitere Infos zur IBO im Internet unter: www.burnout-ibo.de

[Druckversion]